Wanderin im Cradle Mountain Nationalpark

Dove Lake mit dem Bootshaus im Cradle Mountain National Park

Dove Lake mit dem Bootshaus im Cradle Mountain National Park

Der Cradle Mountain Nationalpark ist bekannt für seine Schönheit. Die Landschaft mit den vielen Wanderpfaden, welche dich zu verschiedenen Bergseen, Aussichtspunkten mit unbeschreiblicher Aussicht und einigen anspruchsvolle Berggipfel führen, ist atemberaubend. Aber es gibt auch ein Biest, welches im Cradle Mountain Nationalpark lebt. Es heisst Wetter und es kann sehr heimtückisch und gefährlich sein. Während unseres Besuches des Cradle Mountain Nationalparks haben wir die Schöne und das Biest angetroffen.

Der Cradle Mountain Nationalpark ist Tasmaniens meistbesuchter Nationalpark und bekannt für seine wunderschöne Alpine Landschaft und die vielen Wandermöglichkeiten. Einer der bekanntesten Wanderungen ist der Overlander Track. Diese Wanderung dauert etwa sechs Tage. Da wir leider nicht für mehrtägige Wanderungen ausgerüstet sind, beschränken wir uns auf Wanderungen, die wir in einem Tag schaffen. Als wir am ersten Tag beim Besucherparkplatz aus unserem Auto steigen, ist es bereits sehr kühl. Wir packen also gleich noch einen extra Pullover in unsere Rucksäcke. Vom Besucherparkplatz am Eingang zum Nationalpark startet ein gratis Shuttle Bus, welcher uns zum Dove Lake bringt. Da das Wetter nicht gerade toll ist, wollen wir den Dove Lake Circuit Track in Angriff nehmen. Der Wanderweg um den Dove Lake ist ein kürzerer Track, der auch etwas geschützt ist. Als wir am Dove Lake aus dem Bus aussteigen schlägt uns ein richtig kalter Wind ins Gesicht und der Himmel ist wolkenverhangen. Den Gipfel des Cradle Mountains sehen wir nur zwischendurch, wenn er nicht gerade von Wolken bedeckt ist. Bereits jetzt können wir sehen, das der Tag alles andere als schön wird.

Dove Lake mit Wolken verhangenem Cradle Mountain

Dove Lake mit Wolken verhangenem Cradle Mountain

Wandern im Cradle Mountain Nationalpark

Wir starten die Wanderung um den Dove Lake. Auf dem Glacier Rock haben wir für einige Sekunden sogar ein paar Sonnenstrahlen. Der Glacier Rock wurde einst von einem Gletscher, welcher hier durchfloss, an seinen jetzigen Platz transportiert. Je weiter wir gehen, desto stärker und auch kühler wird der Wind. Am Cradle Mountain vorbei sehen wir nun auch die ersten Regenwolken herbei ziehen. Zum Glück haben wir auch unsere Regenjacken eingepackt, die wir nun dringend benötigen. In der Zwischenzeit tragen wir fünf Schichten und der Wind fühlt sich trotzdem immer noch eiskalt an. Auf dem Weg treffen wir auf das alte Bootshaus, wo wir vor einer heftigen Regenschauer Schutz suchen.

Schutz vor dem Regen im Bootshaus

Schutz vor dem Regen im Bootshaus

Zurück vom Dove Lake Circuit fühlen wir uns durchnässt und unterkühlt vom Regen und Wind. Wir haben genügend vom Biest des Cradle Mountain gesehen. Wir steigen in den nächsten Shuttle Bus der zum Glück schön geheizt und gemütlich ist. Die warme Luft der Heizung trocknet unsere Kleider und so fühlen wir uns gleich viel besser. Bei der Ranger Station, welche sich kurz vor dem Besucherparkplatz befindet, steigen wir aus. Hier wollen wir noch ein paar kürzere Wanderungen in Angriff nehmen. Das Wetter ist etwas besser hier und vor allem sind wir etwas vor dem Wind geschützt. Der Enchanted Walk und der King Billy Walk führen uns durch wunderschönen Regenwald.

Verzauberter Regenwald

Verzauberter Regenwald

An unserem zweiten Tag im Cradle Mountain Nationalpark hat die Schöne die Oberhand gewonnen und das Biest komplett vertrieben. Die gesamte Atmosphäre hat sich dramatisch geändert und ist kaum wieder zu erkennen. Es gibt nicht die kleinste Wolke am Himmel. Die Sonne scheint und es ist richtig schön warm. Das sind die perfekten Bedingungen, die wir uns für eine längere Wanderung gewünscht haben. Wieder lassen wir uns vom Shuttle Bus zum Dove Lake fahren. Wir können kaum glauben wie sich die Bedingungen gegenüber gestern geändert haben. Das Wasser des Dove Lake ist flach wie ein Spiegel, es gibt keine einzige Wolke am Himmel und die Atmosphäre ist extrem klar.

Reflektionen des Cradle Mountain im Dove Lake

Reflektionen des Cradle Mountain im Dove Lake

Wir sind überglücklich, dass wir nochmals hergekommen sind und nun diese Bedingungen vorfinden. Heute wollen wir zum Gipfel des Cradle Mountain wandern. Anstelle der fünf Schichten, die wir gestern getragen haben, reicht uns heute ein T-Shirt. Es ist aber wichtig auch bei perfekten Bedingungen genügend warme Kleider dabei zu haben, denn das Wetter kann jeder Zeit dramatisch ändern. Es ist auch wichtig, einen Hut, Sonnencreme, genügend Trinkwasser und Essen mitzubringen. Für einen so wunderschönen Tag wie heute ist es auch wichtig, eine Kamera mit genügend Platz auf der Speicherkarte und einer voll geladenen Batterie mitzubringen.

Reni und Marcel vor dem Cradle Mountain

Reni und Marcel vor dem Cradle Mountain

Nach einer halben Stunde entlang des Dove Lake Circuit Tracks verlassen wir diesen Weg und steigen zum Lake Wilks hinauf. Ab dem Lake Wilks wird der Lake Wilks Tracks steil und führt uns zum Face Track. Der Face Track führt uns entlang von Felswänden des Cradle Mountains zum Start des Cradle Mountain Summit Tracks. Sämtliche Wanderwege sind sehr gut gekennzeichnet und zusammen mit der kleinen Karte, die wir im Besucherzentrum erhalten haben, ist die Orientierung ein Kinderspiel.

Start des Cradle Mountain Summit Tracks

Start des Cradle Mountain Summit Tracks

Der Cradle Mountain Summit Track startet sehr steil und wird dann noch steiler bis zum Gipfel. Nur der erste Teil des Weges kann als solcher bezeichnet werden. Dann wird der Weg schwierig und ich muss über riesige Felsbrocken klettern. Ich muss dabei sehr vorsichtig sein, damit ich nicht rutsche, denn die Felsbrocken sind teilweise sehr rutschig. Leider hat Reni heute nicht genügend Energie und sie wartet am Wegrand auf mich.

Sehr steiler Aufstieg auf den Gipfel des Cradle Mountain

Sehr steiler Aufstieg auf den Gipfel des Cradle Mountain

Nach einer Stunde sehr anstrengendem Klettern über die Felsbrocken und Spalten erreiche ich den Gipfel des Cradle Mountains. Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe und geniesse nun die traumhaft schöne Aussicht über den Cradle Mountain Nationalpark mit den vielen Berggipfeln und Bergseen.

Aussicht vom Gipfel des Cradle Mountains

Aussicht vom Gipfel des Cradle Mountains

Nach einer kurzen Pause und einem Energieriegel begebe ich mich auf den Rückweg. Auf dem Weg über die Felsbrocken begegne ich einigen Wanderern, welche Angst haben über die grossen Felsbrocken zu klettern und dementsprechend langsam voran kommen. Der Cradle Mountain Summit Track ist sehr steil und man muss über viele Felsbrocken klettern. Es ist sehr anstrengend und der Weg ist den Naturgewalten wie Wind und Regen erbarmungslos ausgesetzt. Ich würde den Weg bei schlechtem Wetter oder gar bei Regen, wenn die Felsen rutschig sind, auf keinen Fall empfehlen. Schlussendlich handelt es sich hier um Alpines Gebiet. Die Wetterbedingungen können sich sehr schnell und dramatisch ändern und sehr extrem sein. Das Biest des Cradle Mountain kann jeder Zeit zum Vorschein kommen.

Auf dem Weg treffe ich auch wieder auf Reni und nun gibt es zuerst ein stärkendes Mittagessen aus unserem Rucksack. Frisch gestärkt geht es weiter entlang des Overlander Tracks. Wir kommen am Crater Lake, dem Wombat Pool und Lake Lilla vorbei. Der letzte Abschnitt des Tracks führt über einen Boardwalk mitten durch eine Fläche aus Button Grass Moorlandschaft.

Boardwalk über die Moorlandschaft mit Buttongrass

Boardwalk über die Moorlandschaft mit Buttongrass

Nur wenige Minuten bevor wir die Busstation bei Ronny Creek erreichen, erspähen wir unser erstes Wombat. Auf diesem Weg werden sehr oft Wombats gesehen. Vor allem am späten Nachmittag kommen die Wombats aus ihren Erdlöchern um auf den Wiesen zu grasen. Dies ist der perfekte Abschluss eines perfekten Wandertages im Cradle Mountain Nationalpark. Heute haben wir nur die Schöne des Cradle Mountain Nationalparks gesehen und das Biest hat sich heute nicht gezeigt. Aber sei gewarnt, das Biest lauert immer irgendwo im Cradle Mountain und kann jederzeit zum Vorschein kommen. Darum ist es wichtig gut vorbereitet zu sein.

Grasendes Wombat im Cradle Mountain Nationalpark

Grasendes Wombat im Cradle Mountain Nationalpark

2 Gedanken zu “Wanderin im Cradle Mountain Nationalpark

  1. Hey Marcel und Reni, so cool, ihr habt ein Wombat gesehen und so gut vor die Linse bekommen! Das ist toll! Wir haben dafür heute einen Rotmilan majestätisch seine Runden kreisen sehen, und dafür mussten wir keine anstrengende Wanderung machen, sondern nur aus dem Küchenfenster schauen : ) (währenddem wir unsere Pizza mampften : ))
    Viele liebe Grüsse aus dem Austrian Rhine Valley!

    • HaHaa! Dafür sind wir aber jetzt superfit und bekommen keine Pizzarundbäuche… Ja ihr wohnt halt auch mitten in der Natur. Unser Autohauswohnung haben wir die letzten zwei Tage auch in einem Nationalpark parkiert. Das Meer war so etwa 15 Schritte von unserer Haustüre weg. Auch nicht schlecht, oder? 🙂

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