Der Gunbarrel Highway – Wieso du nie einer Australischen Strassenbezeichnung trauen solltest

Der Gunbarrel Highway in Westaustralien

Ist der Gunbarrel Highway in Australien wirklich eine Autobahn wie es der Name verspricht? Was erwartet uns auf der Fahrt entlang dieser Autobahn mit dem ausgefallenen Namen (Gunbarrel = Gewehrlauf)? Lies weiter, wenn du wissen willst, wieso du nie einer Australischen Strassenbezeichnung trauen solltest und was es mit dem Gunbarrel Highway auf sich hat.

Auf den Strassenkarten von Australien finden wir immer wieder die Bezeichnung Highway für Strassen, die mitten durchs Nirgendwo führen. Schon öfters sind wir solche Highways gefahren und haben uns dann über den Ausbau und Zustand dieser Strecken gewundert. Unser Tipp an dich: Traue nie einer Australischen Strassenbezeichnung.

Wir sind gerade in Wiluna angekommen. Hinter uns liegt die Canning Stock Route, welche als eine der einsamsten Offroadstrecken der Welt gilt und die sich 1‘850 km durch Wüstengebiet schlängelt. Drei Wochen haben wir für die Canning Stock Route gebraucht und wir sind froh, die Zivilisation in Wiluna wieder erreicht zu haben. Allerdings bietet der Ort Wiluna nicht gerade viel. Nur knapp 700 Einwohner harren hier noch aus. Es gibt aber immerhin eine Tankstelle mit einem Shop, wir können unsere Wasservorräte auffüllen und mit anderen Menschen reden.

Allzu lange wollen wir aber nicht in Wiluna bleiben und so machen wir uns bald wieder auf den Weg. Richtung Westen würden wir nach rund 1‘000 Kilometer Perth erreichen. Richtung Süden liegt der Minenort Kalgoorlie-Boulder. Wir wollen aber in die andere Richtung und haben die Ostküste als Ziel. Der direkteste Weg Von Wiluna an die Ostküste verläuft über Alice Springs im Roten Zentrum.

Bis nach Alice Springs liegen allerdings nochmals über 1‘800 km vor uns. Die ersten 1‘400 km sind unbefestigte Schotterpisten durch abgelegenes Wüstengebiet. Allerdings handelt es sich gemäss Strassenkarte um Autobahnen. Denn die Strecke verläuft über den Gunbarrel und den Heather Highway sowie die Great Central Road. Alles Namen, die nach gut ausgebauten Strassen klingen. Könnte man meinen. Doch Vorsicht. Strassenbezeichnungen sind manchmal irreführend in Australien.

Das Strassenschild in Wiluna mit Distanzangaben des Gunbarrel Highway

Der Gunbarrel Highway Streckenbeschrieb

Mit randvollen Diesel- und Wassertanks verabschieden wir uns von Wiluna und fahren auf der Wongawol Road Richtung Osten. Die ersten 353 km bis zur Carnegie Station überraschen uns positiv. Die breite Kiesstrasse ist in einem sehr guten Zustand und wir kommen sehr flott voran. Nach den fast 2‘000 km entlang der Canning Stock Route, auf welcher unsere Durchschnittsgeschwindigkeit knapp über 20 km/h lag, fühlen wir uns gerade wie Raser. Mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 und 80 km/h cruisen wir auf der Wongawol Road dahin und geniessen das rasche vorwärtskommen.

Zwischendurch müssen wir allerdings auch kurze Pausen einlegen. Denn es gibt immer wieder mal etwas zu sehen entlang der Strasse, auch wenn die Attraktionen eher von der skurrilen Sorte sind. Autowracks werden entlang abgelegener Strassen durchs Australische Outback oft einfach stehen gelassen. Am Gunbarrel Highways entlang haben die stehen gelassenen Autowracks sogar einen Nutzen. Sie werden als Strassenschilder verwendet. Es sind noch 60 km bis zur Carnegie Station.

Auto Wrack als Strassenschild entlang des Gunbarrel Highways

Die Carnegie Station ist der westliche Ausgangspunkt des Gunbarrel Highways

Bei der Carnegie Station, einer abgelegenen Farm im Outback Australiens, gibt es die Möglichkeit Treibstoff aufzufüllen. Auch einen kleinen Shop mit dem Nötigsten und ein Campingplatz wird auf dem Farmgelände betrieben. Wir haben genügend Treibstoff und wollen heute noch etwas weiter fahren und lassen die Station hinter uns. Bei der Carnegie Station, 350 km von Wiluna entfernt, endet die Wongawol Road und hier beginnt der Gunbarrel Highway.

Die Strassenbezeichnung weckt Erwartungen. Von einer normalen Strasse fahren wir nun weiter auf eine Autobahn. Für die ersten rund 100 km stimmt das auch noch recht gut. Der Gunbarrel Highway ist eine breite Kiesstrasse, die durch die Spinifexfelder und die Gibber Planes führt. Die Piste ist in ordentlichem Zustand und recht angenehm zu befahren. Unsere Reisegeschwindigkeit liegt bei rund 60 km/h, wir kommen gut voran und die Kilometer gleiten nur so dahin.

Ein LKW Wrack entlang des Gunbarrel Highway

Einmal mehr sind wir über die wunderbare Farbenpracht der Wüste erstaunt. Entlang des Gunbarrel Highways gibt es mitten in der kargen Wüstenlandschaft riesige Felder von Wildblumen. Mal dominiert die Farbe weiss, dann wird sie abgelöst durch rosa bevor die Landschaft schliesslich von gelb dominiert wird. Zwischendurch müssen wir einfach stoppen, um die wunderschönen Farben in aller Ruhe auf uns wirken zu lassen.

Feld voller Wildblumen entlang des Gunbarrel Highway

Eine der wunderschönen Wildblumen im Outback

Langsam aber stetig verändert sich der Strassenzustand des Gunbarrel Highways. Die breite Kiesstrasse wird immer schmaler und ehe wir uns versehen, fahren wir auf einer einspurigen Sandpiste mitten durch Spinifexfelder. Unsere Reisegeschwindigkeit müssen wir dem Strassenzustand anpassen und sinkt auf rund 40km/h. Der Gunbarrel Highway ist nun schmal, sandig und mit markerschütterndem Wellblech überzogen. Wir müssen noch langsamer fahren.

Das Mangkil Claypan Naturreservat ist eine Schlüsselstelle des Gunbarrel Highways

Der Gunbarrel Highway verläuft durch das kleine Mangkil Calypan Naturreservat, das rund 150 km östlich der Carnegie Station liegt. Hier führt der Track mitten durch eine Lehmpfanne, welche eine der Schlüsselstellen des Gunbarrel Hihways darstellt. Regnet es, kann sich die Lehmpfanne zu einer matschigen Schlammfalle entwickeln und ein Durchkommen verunmöglichen. Die Lehmpfanne sollte bei Anzeichen von Wasser umfahren werden, um Probleme zu vermeiden.

Die Abendsonne verwandelt die Spinifexfelder in eine golden leuchtende Landschaft und für uns wird es Zeit einen geeigneten Schlafplatz zu suchen.

Die Geraldton Bore ist eine kleine Oase inmitten der kargen Wüstenlandschaft

Die Geraldton Bore, 50 km vom Mangkil Claypan Reserve, ist ein Bohrloch, welches bis zum Grundwasserspiegel führt. Die Geraldton Bore ist mit einer Handpumpe ausgerüstet und wir können so wunderbares Trinkwasser aus der Tiefe hochpumpen. Bei der Handpumpe steht ein alter Kochtopf mit Wasser. Diese kleine Wassermenge reicht bereits aus, den Platz in eine kleine Oase zu verwandeln. Hier gibt es auch einen tollen Schlafplatz mit einem schattenspendenden Baum.

Viele Vögel kommen zum trinken und plötzlich höre ich hinter mir etwas schlürfen. Ein Dingo hat sich aus dem hohen Spinifex Gras angeschlichen und trinkt aus dem Kochtopf. Als ich mich jedoch bewege schreckt er auf und verschwindet wieder im hohen Gras.

Schöner Stellplatz an der Geraldton Bore entlang des Gunbarrel Highway

Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwindet wird es kühl. Bei unserem Schlafplatz hat es eine Feuerstelle und ein bisschen Holz ist auch noch liegen geblieben. So zünden wir uns ein wärmendes Lagerfeuer an. Plötzlich raschelt es wieder im Gras. Ein anderer Dingo kommt zur Geraldton Bore um zu trinken. Das Wasser im Kochtopf ist bereits halb leer getrunken und so füllen wir den Topf vor dem ins Bett gehen nochmals bis zum Rand auf.

In der Nacht kühlt es massiv ab und gegen den Sonnenaufgang am Morgen wird es immer kälter. Wir kuscheln uns in die Bettdecke ein und warten im Auto bis die ersten Sonnenstrahlen ein bisschen Wärme bringen.

Wir schauen wieder in den Wassertopf bei der Quelle, er ist restlos leer. In der Nacht sind wohl einige Tiere hier gewesen. Das müssen die Dingos gewesen sein, die wir nachts herumlaufen und jaulen gehört haben.

Es ist Zeit für einen Kaffee. Wir kochen uns einen wärmenden Kaffee und geniessen unser Frühstück. Plötzlich raschelt es wieder im Gras und ein Dingo schleicht sich langsam zum Wassertopf. Der Dingo ist extrem scheu und aufmerksam und beobachtet uns genau. Wir sitzen mucksmäuschenstill und regungslos da. Trotzdem bleibt der Dingo extrem wachsam und bei jeder noch so kleinen Bewegung hört er auf zu trinken und geht ein paar Schritte zurück.

Ein Dingo am trinken bei der Geraldton Bore entlang des Gunbarrel Highways

Die kleinen Zebrafinken sind weniger scheu und lassen sich von unserer Anwesenheit kaum stören. Sie zwitschern froh vor sich hin und lassen uns an ihrem Morgenkonzert teilhaben.

Zebrafinken bei Wasser entlang des Gunbarrel Highway

Die wärmende Sonne hilft uns wieder in Gang zu kommen. Wir packen zusammen, füllen den Kochtopf noch einmal Rand voll und machen uns wieder auf den Weg entlang des Gunbarrel Highways.

Bei der Everard Junction trifft der Gary Highway auf den Gunbarrel Highway

Bei der Everard Kreuzung, 235 km von der Carnegie Station, treffen zwei Autobahnen aufeinander. Inmitten der von Spinifex Gras überzogenen Fläche trifft der Gary Highway auf den Gunbarrel Highway. Verkehrsampeln oder einen Kreisverkehr suchen wir hier aber umsonst. Denn beide Autobahnen sind nur einspurige Pfade mitten durchs Nirgendwo.

Der Gunbarrel Highway ist eine unbefestigte Strasse

An der Everard Kreuzung gibt es allerdings eine kleine Attraktion. Eine auf einer Stütze montierte Metallbox mit einem Buch. Das Buch ist wie das Gipfelbuch auf einem Berggipfel für die Besucher dieses Ortes gedacht. Reni schreibt natürlich gleich einen Eintrag in dieses Gästebuch und verewigt uns darin.

Gästebuch an der Everard Kreuzung entlang des Gunbarrel Highway

Die Aussicht vom Mount Everard auf die karge Landschaft

Nur ein paar Kilometer von der Everard Kreuzung entfernt sehen wir bereits aus der Distanz zwei kleine Erhebungen. Es handelt sich um Mount Everard und Mount Gordon. Die beiden felsigen Hügel sind zwar nur ein paar Meter hoch. Da aber die Landschaft so flach ist, können wir von Mount Everard aus sehr weit in die Ferne sehen.

Aussicht von Mount Everard entlang des Gunbarrel Highways

Mount Beadell wurde nach dem Erbauer des Gunbarrel Highway benannt

Nur etwa 50 Kilometer weiter sehen wir eine weitere markante Erhebung. Die Strasse ist hier sehr felsig und wir kommen nur langsam voran. Für die rund 50 Kilometer von Mount Everard bis Mount Beadell brauchen wir fast zweieinhalb Stunden.

Mount Beadell wurde nach dem Erbauer des Gunbarrel Highway, Len Beadell, benennt. Am Fusse des kleinen Berges gibt es eine Informationstafel mit Details zu Len Beadell, dem letzten richtigen Australischen Entdecker. Len Beadell lebte von 1923 bis 1993 und hat so manche Strasse durch das Australische Outback geplant und gebaut. Auf der Erhebung gibt es auch ein Memorial für den verstorbenen Entdecker und auch die Aussicht über die Landschaft ist wunderschön.

Der Mount Beadell entlang des Gunbarrel Highway

Nach dem eher felsigen und steinigen Abschnitt fahren wir nun wieder vermehrt über sandige, teilweise sehr weiche Abschnitte. Der Gunbarrel Highway wird immer schmaler und wir haben den Eindruck, dass hier wirklich nicht sehr viele Fahrzeuge durchfahren, denn der Track ist an manchen Orten nur noch durch zwei Reifenspuren durch hohes Spinifex Gras zu erkennen.

Wir fahren mit unserem Troopy entlang des Gunbarrel Highway

Das Wellblech begleitet uns aber auch auf diesem Abschnitt und an vielen Stellen ist das Wellblech so nervenaufreibend, dass es andere Autofahrer dazu veranlasst hat, eine neue Fahrspur zu finden. So gibt es immer wieder mehrere Fahrspuren, die parallel dazu mitten durchs Gras führen. Einmal ist die linke Spur besser zu befahren, das nächste Mal ist es die Rechte, die in besserem Zustand ist.

Verschiedene Fahrspuren des Gunbarrel Highway

Begenung mit dem Teufel auf dem Gunbarrel Highway

Immer wieder begegnen wir Tieren auf den Strassen von Australien. Zum Glück ist der Gunbarrel Highway ja nicht eine Autobahn, wie wir sie von Zuhause kennen. Denn würden wir nicht so langsam fahren, hätten wir den kleinen Dornenteufel mitten auf dem Track bestimmt übersehen und auch gleich überfahren.

Wir fahren langsam und in letzter Sekunde erkenne ich den Dornenteufel auf der Strasse. Nur eine Vollbremsung rettet den kleinen Kerl. Wir steigen aus und können uns den nur gerade 15 cm langen Thorny Devil in Ruhe von allen Seiten anschauen. Die Dornenteufel sind nicht so scheu und schnell wie andere Echsen in Australien. Dies führt aber auch dazu, dass sie leider oft auf der Strasse überfahren werden. Denn die wunderschönen Tiere verharren einfach auf der Strasse und vertrauen auf ihre Tarnung. Wieso der kleine Kerl den Namen Teufel im Namen trägt, verstehen wir nicht so ganz. Er ist doch so friedlich und weder aggressiv noch giftig.

Ein Dornenteufel auf dem Gunbarrel Highway

Nahaufnahme eines Dornenteufel auf dem Gunbarrel Highway

Obwohl wir heute fast den ganzen Tag gefahren sind, haben wir nur knapp 150 Kilometer zurück gelegt. Wir haben für diesen Abschnitt des Gunbarrel Highway rund 6 Stunden benötigt. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag somit bei rund 25 Kilometern pro Stunde. Und das auf einer Autobahn? Und es war nicht wegen dem hohen Verkehrsaufkommen, denn seit wir auf dem Gunbarrel Highway fahren, sind wir noch keinem anderen Fahrzeug begegnet.

Wir haben zwar bis jetzt noch kein anderes Fahrzeug auf dem Gunbarrel Highway angetroffen, dafür aber mehrere Kamelherden. Die Kamele sind allerdings sehr scheu und sobald wir zu nahe kommen, rennen sie davon. Im Nu sind die Kamele dann wieder im Busch verschwunden.

Kamele entlang des Gunbarrel Highway

Die Wasserquelle beim Len Beadell Tree bietet Wasser für Reisende und Tiere

Die Sonne nähert sich bereits wieder in Windeseile dem Horizont. Unsere Schatten ziehen sich auf dem Gunbarrel Highway in die Länge und es wird Zeit nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten. Da kommt die Quelle mit Wasserpumpe beim Len Beadell Baum genau richtig.
Der Len Beadell Baum ist mit einer Plakette des Erbauers des Gunbarrel Highways markiert. Die Plakette ist eine Kopie vom Original aus dem Jahre 1958.

Der Len Beadell Baum mit Plakette des erbauers des Gunbarrel Highway

Nur unweit des Baumes finden wir die Wasserpumpe. Allerdings ist hier etwas Muskelkraft nötig um Wasser aus der Tiefe zu pumpen. Rund 15 Pumpvorgänge sind nötig, um das erfrischende Wasser aus der Tiefe an die Erdoberfläche zu pumpen.

Reni an der Wasserpumpe auf dem Gunbarrel Highway

An dieser Wasserquelle gibt es ein grosses Becken, das mit Wasser gefüllt ist und den Tieren in dieser trockenen Landschaft eine kleine Oase bietet. Wir parken unser Fahrzeug nahe der Wasserpumpe und können so die vielen Vögel beobachten, die zum trinken hierher kommen. Eine ganze Gruppe Galahs ist im Anflug und ihr lautes Gekreische hören wir schon von weitem. Sie schauen sich zuerst genau um und beobachten die Umgebung. Erst dann getraut sich ein Vogel nach dem anderen zum Wasserbecken.

Galah bei der Wasserquelle entlang des Gunbarrel Highway

Der dritte und letzte Tag auf dem Gunbarrel Highway

Der dritte Tag auf dem Gunbarrel Highway ist zugleich auch unser letzter Tag auf diesem legendären Track durch die Australische Wüstenlandschaft. Nach dem Frühstück fahren wir los. Wir kommen wieder nur sehr schleppend voran. Der Gunbarrel Highway ist auf diesem Stück sehr ausgewaschen und teils steinig und felsig.

Der Strassenzustand des Gunbarrel Highways ist schlecht

Zum Glück sind es nur noch etwa 15 km bis wir den Heather Highway erreichen. Hier endet für uns die Fahrt auf dem Gunbarrel Highway und wir fahren über den Heather Highway zur Great Central Road, über die wir dann bis zum Uluru-Kata Tjuta Nationalpark und weiter bis nach Alice Springs fahren.

Eigentlich ginge hier der Gunbarrel Highway noch weiter, allerdings ist es für den verlassenen Old Gunbarrel Highway schwieriger Bewilligungen zu erhalten und er darf nur im Konvoy mit zwei bis fünf Fahrzeugen gefahren werden. So fahren wir hoffnungsvoll auf den Heather Highway und werden auf den ersten paar Metern auch nicht enttäuscht. Die Schotterpiste ist recht breit und wir können schneller fahren. Allerdings hält die Freude nicht lange an und die Autobahn wird wieder schmaler und der Strassenzustand schlechter. So legen wir auch die 85 km auf dem Heather Highway im Schneckentempo zurück. Schneller können wir erst wieder auf der Great Central Road Richtung Osten fahren.

Den Gunbarrel Highway sind wir als Abkürzung gefahren. Wir konnten so rund 150 km sparen. Zeit haben wir aber ganz sicher nicht gespart, denn das Vorwärtskommen war alles andere als einfach. Wir mussten, wie bereits auf der Canning Stock Route, jeden einzelnen Kilometer erkämpfen und uns verdienen. Dafür hat es aber einmal mehr riesigen Spass gemacht, die wundervolle Landschaft und Tierwelt des Australischen Outbacks zu entdecken und richtiges Abenteuerfeeling zu spüren.
Die Bezeichnung „Highway“ auf der Strassenkarte und den Strassenschildern ist also immer mit grosser Vorsicht zu lesen. Du weisst nie, wann du auf einer Autobahn plötzlich nur 25 km/h fahren kannst und du dich mitten in der Wildnis wieder findest.

Die Kreuzung des Gunbarrel und Heather Highway

Informationen zum Gunbarrel Highway in Australien

Wieso heisst der Gunbarrel Highway eigentlich so? Len Beadell wollte beim Bau der Strasse so effizient wie möglich sein und lange Strecken so gerade wie ein Gewehrlauf bauen.

Bezüglich der genauen Strecke, welche der Gunbarrel Highway beinhaltet, gibt es verschiedene Meinungen. Die einen sagen er führt von Wiluna bis zum Warakurna Roadhouse, beides in Westaustralien, und ist rund 1‘000 km lang. Gemäss Wikipedia verläuft der Gunbarrel Highway von der Carnegie Station in Westaustralien über Südaustralien bis zur Victory Downs Station im Northern Territory und ist 1‘347 km lang. Wir haben auf jeden Fall den relativ gut zugänglichen Teil von der Carnegie Station bis nach Warburton zurückgelegt. Dieses Stück ist knapp 500 km lang.

Der Gunbarrel Highway wurde aus militärischen Gründen für die Erkundung der Gebiete für mögliche Atombombentests gebaut. Die Strasse wurde von Len Beadell geplant und 1958 fertiggestellt. Der Bau hat rund drei Jahre gedauert.

Für das Befahren des Gunbarrel Highway benötiggst du verschiedene Bewilligungen. Dies weil der Gunbarrel Highway durch verschiedene Gebiete der Aborigines führt. Auf der Webseite Ngaanyatjarra Council bekommst du die Permit für den Teil in Westaustralien und bei Central Land Council bekomst du die Permit für den Northern Territory teil der Strecke.

 

Warst du auch schon mal überrascht über den Strassenzustand in anderen Ländern? In welchem Land hast du dich auf Strassenbezeichnungen verlassen die irreführend waren? Schreib uns einen Kommentar und lasse unsere Leser von deinen Erlebnissen wissen. Hat dir der Beitrag über den Gunbarrel Highway gefallen?

 

 

8 Gedanken zu “Der Gunbarrel Highway – Wieso du nie einer Australischen Strassenbezeichnung trauen solltest

  1. Toller Bericht und wunderschöne Bilder: Wir sind ebenfalls Australien infiziert und planen nächstes Jahr zum siebten Mal das Abenteuer zu wagen: drei Monate über den Savannah Way von Darwin ins Cape York und dann durchs Outback von Queensland und New South Wales nach Sydney. Eure Bilder lassen uns noch mehr träumen und die Vorfreude nähren.

    • Hallo Susanne,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Der Gunbarrel Highway war ein weiteres tolles Abenteuer und wunderschöne Natur hier in Australien.
      in ein paar Tagen werden wir auch auf dem Savannah Way fahren. Von Matharanka bis an die Ostüste. Sind schon sehr gespannt.
      Euer geplanter Trip klingt ja auch super. Der Old Telegraph Track zum Cape York war dieses Jahr ziemlich anspruchsvoll. Freunde haben ihn gefahren und brauchten die Winde öfters 😉 Werden über den Savannah Way voraussichtlich auch einen Bericht schreiben. Also unbedingt wieder bei uns vorbeischauen oder gleich den Newsletter abonnieren.

      Sonnige Grüsse aus Tennant Creek,
      Marcel

  2. Hallo ihr beiden!
    Einfach herrlich! Australien konnte ich nie vergessen :-), ich hoffe, ich werde es wieder ‚Live‘ erleben.

    Ich wünsche Euch schöne Tage, Wochen und Monate.

    Eure Bilder sind grandios! Weiter so

    Lieben Gruss

    Eva-Maria

    • Hallo Eva-Maria

      Ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar und deine netten Worte. Ich freue mich natürlich sehr, wenn meine Bilder gefallen.
      Bestimmt wird es wieder mit einer Reise nach Australien klappen. Es lohnt sich wirklich sehr.

      Sonnige Grüsse aus Tennant Creek,

      Marcel und Reni

  3. Hey ihr Zwei,
    mal wieder ein sehr toller Beitrag von euch. Die Gruppe Vögel auf dem Topf hat mir besonders gut gefallen. Herzlich willkommen zurück in der Zivilisation. 🙂

    • Hallo ihr Beiden,
      Halbwegs zurück in der Zivilisation und auch schon wieder fast ein bisschen auf dem Sprung zurück in die Wildnis. Mitte Oktober wirds dann wieder zivilisierter. Die Vögel an der Quelle waren absolut genial. Was so ein bisschen Wasser in der Wüste bedeuten kann…
      Liebe Grüsse, Marcel und Reni

  4. Hallo Reni und Marcel
    Da habt ihr ja noch einen draufgesetzt und ich glaube ihr seid süchtig nach Wellblechpisten.
    Hoffentlich hält euer Tropy das alles aus und kann all die Strapazen überwinden. Ist ja schon eine faszinierende Landschaft und sooo viel Natur und trotzdem nie langweilig. Schade haben wir nie einen Dornenteufel gesehen, der gefällt mir wirklich gut. Weiterhin eine gute Reise.
    LIebe Grüsse Mame

    • Also bei Reni glaube ich nicht, dass sie nach Wellblechpisten süchtig ist… Bei mir könnte das aber schon stimmen. Wir freuen uns jetzt aber auch bald mal wieder etwas mehr Zivilisation geniessen zu können und ab Ende Monat wieder einmal in einem Haus wohnen zu können. Die Dornenteufel sind wirklich absolut geniale Tiere. Vor allem sind sie nicht scheu und wir haben jeweils ganz viel Zeit diese aufregenden Tiere zu bestaunen.
      Sonnige grüsse aus Borroloolo.

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