Cafayate, Argentinien – Sehenswürdigkeiten und Tipps für die Weinregion

Cafayate Argentinien Weinanbaugebiet

Argentinien und Wein gehören für uns genauso zusammen wie die Schweiz und Berge. Klar also, dass wir uns die Weinanbaugebiete etwas genauer ansehen. Cafayate in der Provinz Salta ist eines davon. Wieso uns das Weinanbaugebiet Cafayate in Argentinien besser gefällt als Mendoza, welche Bodegas wir besuchen und welche landschaftlichen Highlights es in der Umgebung gibt, verraten wir in diesem Bericht.

Seit Tagen sind wir auf der staubigen aber landschaftlich super spannenden Ruta 40 unterwegs mit dem Ziel Cafayate in Argentinien. Die Fahrt von Cachi führt durch trockene Wüste, an kleinen Siedlungen, Schluchten und an Felswänden vorbei. Immer wieder stoppen wir, um die faszinierende Landschaft auf Fotos festzuhalten. Die unbefestigte Strasse ist in recht gutem Zustand. Trotzdem ist ständige Konzentration gefordert, denn es liegen immer wieder grosse Steine im Weg oder es gibt Schlaglöcher. Nach anstrengenden Fahrtagen kommt für uns das Weinanbaugebiet Cafayate genau richtig.

Denn, in Cafayate, Argentinien, gönnen wir uns ein Genusswochenende. Wir stellen uns vor zu Fuss von Bodega zu Bodega zu laufen, auf Weintouren mehr über die Produktion von Wein zu lernen und ein paar feine Tropfen probieren zu können. Was aber erwartet uns wirklich?

Ankunft in Cafayate, Argentinien – Ein Genusswochenende steht bevor

Wir sind auf der berühmten Ruta 40 unterwegs und kommen von Norden her auf Cafayate zugefahren. Auf der unbefestigten Strasse ziehen wir eine dicke Staubwolke hinter uns her. Kurz vor der gemütlichen Stadt geht die Piste dann in eine befestigte Strasse über. Die Umgebung ist staubig und trocken. Noch können wir uns nur schwer vorstellen, dass es in der Gegend so viele Rebberge gibt. Kaum sprechen wir unsere Gedanken laut aus, sehen wir bereits die ersten Weingüter an uns vorbeiziehen. Eines davon ist die Bodega El Esteco, die sich am Stadtrand befindet. Von weitem bewundern wir das herrschaftliche Haus. Das sieht vielversprechend aus. Unsere Vorfreude auf die die kommenden Tage steigt massiv.

Bodega El Esteco Cafayate

Cafayate Argentinien Sehenswürdigkeiten

Wir fahren durch die überschaubare Ortschaft und sind auf den ersten Blick begeistert. Mitten im Zentrum befindet sich der Plaza 20 de Febrero. Rund um den gemütlichen Park gibt es Restaurants, Weinbars und Cafés. Bevor wir jedoch ins Zentrum gehen, suchen wir uns einen Campingplatz. Wir fahren zum Municipal Camping, aber leider ist das Tor geschlossen. Ganz in der Nähe befindet sich ein zweiter Platz, so versuchen wir unser Glück beim Camping Fuerza y Luz. Auch da ist zwar keiner, dafür ist das Tor offen. Wir fahren rein und suchen uns einen Platz. Als erstes waschen wir uns den Staub der letzten Tage ab und geniessen die herrlich heisse Dusche.

Wie frisch geboren spazieren wir zu Fuss ins Zentrum. Ein grossartiges Gefühl überkommt uns. Unser Fahrzeug ist an einem sicheren Ort und wir können unbeschwert den Rest des Tages in einer Stadt geniessen. Leider kommt es selten vor, dass wir in Stadtnähe campen und zu Fuss ausgehen können. Umso mehr geniessen wir diesen seltenen Moment.

Plaza San Martin Cafayate

Als erstes steuern wir das Informationszentrum an, das sich beim Hauptplatz Plaza 25 de Febrero befindet. Wir holen uns einen Stadtplan und erkundigen uns über die Weingüter. Wir erhalten eine Liste mit den Öffnungszeiten der Bodegas. Diese kann man übrigens auch als App runterladen.

Es ist schon später Nachmittag und die meisten Bodegas schliessen bald ihre Tore. Nicht weiter schlimm, denn wir haben ja noch das ganze Wochenende Zeit. So vertagen wir unsere Cafayate Weintour auf morgen.

Wir lieben guten Wein und so ist klar, dass wir einen Stopp in Cafayate, Argentinien, einplanen.

Rund um den Plaza 25 de Febrero gibt es gemütliche Restaurants und Weinbars. Die Restaurants rund um den Hauptplatz sind zwar sehr touristisch, aber im Moment ist nicht die Hauptreisezeit. Wir geniessen die Ruhe und gönnen uns ein Glas Torrontés. Cafayate ist bekannt für seinen Weisswein namens Torrontés. Noch bis vor ein paar Tagen haben wir noch nie etwas von dieser Weinsorte gehört. Inzwischen sind wir richtige Fans davon, denn der Torrontés ist lieblich und schmeckt uns supergut. Auch Marcel ist begeistert, obwohl er ja eigentlich gar kein Weisswein Trinker ist.

Am Weinglas nippend sitzen wir da mit Blick auf den Plaza 25 de Febrero. Familien spazieren durch den Park, es wird Maté Tee getrunken und auch ein paar Strassenverkäufer preisen ihre Waren an. Ansonsten ist es sehr ruhig. Klar, Siesta Time. Daran müssen wir uns noch etwa gewöhnen.

In ganz Argentinien wird die Siesta streng eingehalten. Die meisten Geschäfte und Restaurants sind zwischen 14 und 18 Uhr, manchmal auch länger, geschlossen. Einige der Restaurants rund um den Hauptplatz öffnen um 18 Uhr wieder, jene in den Seitengassen öffnen jedoch eher erst ab 19 Uhr. Aber auch dann sind die Restaurants noch gähnend leer. Erst ab 21 Uhr kommt so richtig Leben in die Stadt. Obwohl wir wissen, dass Argentinier sehr spät essen, für uns ist das sehr gewöhnungsbedürftig. Unsere Mägen knurren so typisch schweizerisch bereits ab 18 Uhr.

So kommt es, dass wir um 19:30 Uhr zum dritten Mal am gleichen Restaurant vorbei spazieren und wir uns schliesslich von einem englisch sprechenden Kellner zu einem typischen argentinischen Asado überreden lassen. Das Lokal ist gemütlich und wir können bei angenehmen Temperaturen bis spät abends draussen sitzen. Das Ambiente und der Wein passen, nur das Essen überzeugt uns leider nicht. Auf dem Teller haben wir eine kleine Portion Fleisch, viel Knochen und Knorpel, verkochtes Gemüse und das Ganze ist überteuert. Dafür schmeckt das zweite Glas Malbec umso besser.

Iglesia Catedral in Cafayate

Bevor wir uns auf den Heimweg zurück zum Campingplatz machen, stoppen wir noch bei der Iglesia Catedral Nuestra Señora del Rosario. Es ist Freitagnacht und in der Nähe des Zentrums steigt eine grosse Party. Laute Discomusik lockt viele Menschen an, auch uns. Wir schauen auf das grosse Gelände, wo sich Jung und Alt vom lauten Bass beschallten lassen. Unser Tag war lang und wir sind zu müde für Party. Mal sehen, wie laut es auf dem Campingplatz ist. Die Disco geht zwar bis tief in die Nacht und auf dem Camping ist die Musik noch gut zu hören. Trotzdem können wir problemlos schlafen, sicherlich dank der Müdigkeit und vielleicht auch ein bisschen wegen dem Wein.

Zu Fuss auf Cafayate Weintour

Das Weinanbaugebiet Cafayate ist bei Touristen auch als Toskana von Argentinien bekannt. Die Torrontés Weintraube ist das Markenzeichen von Cafayate und der Weisswein ist sehr schmackhaft.

Bodegas sind in der ganzen Stadt verteilt und es ist super einfach zu Fuss von Weingut zu Weingut zu spazieren. Perfekt, denn Wein probieren und danach noch Auto fahren, ist keine gute Idee. Im Gegensatz zu Mendoza, wo die Weingüter meistens mehrere Kilometer voneinander entfernt sind, können wir hier zu Fuss auf Weintour.

Bodega Domingo Hermanos

Cafayate ist ein über die Landesgrenzen bekanntes Weinanbaugebiet. Einheimische und internationale Touristen kommen hierher, um den schmackhaften Torrontés zu verkosten. Auch wir wollen uns die Chance nicht entgehen lassen und starten am Samstagmittag unsere Tour von Bodega zu Bodega. Unseren Camper Taku lassen wir auf dem Campingplatz stehen und steuern als erstes die Bodega Domingo Hermanos an, die sich nur etwa 500 Meter entfernt befindet.

Die erste Tour beginnt bereits um 9:15 Uhr. Ehrlich gesagt, ist uns das doch noch ein bisschen zu früh für eine Weinprobe. Da geniessen wir doch lieber noch einen feinen Kaffee. Um 11:15 Uhr startet die nächste Tour. Das passt schon viel besser. Wir kaufen uns ein Ticket für eine Tour und anschliessender Degustation für ARS 50 / CHF 0.86 / EUR 0.80.

Die Führung durch die Bodega ist spannend und informativ. Wir lernen nicht nur mehr über die Weinreben, sondern auch viel über die Verarbeitung und Produktion von Wein. Die Region profitiert von der geringen Luftfeuchtigkeit und des ganzjährig trockenen Klimas. Viel Sonnenschein und wenig Regen sind geradezu perfekt für die Reben.

Im Garten der Bodega Domingo Hermanos stehen ein paar Weinreben, sie dienen jedoch nur zu Vorführzwecken und um den Unterschied der verschiedenen Traubenarten zu erklären. Obwohl die Führung nur auf Spanisch erfolgt, verstehen wir doch relativ viel. So haben wir praktisch eine kostenlose Spanisch Lektion inklusive. Nachdem wir die Anlagen besichtigt haben, dürfen wir vier der edlen Tropfen probieren. Dazu wird Ziegenkäse serviert.

Gut zu wissen

  • Tour inklusive Degustation ca. 1 Stunde
  • Mehrere Führungen täglich
  • Degustation: 4 Weine stehen zur Auswahl, je ein süsser und ein trockener Rotwein und Weisswein
  • Kosten: ARS 50 / CHF 0.86 / EUR 0.80

Rund 10 Gehminuten weiter entfernt befindet sich bereits die nächste Bodega, bei der sich ein Besuch lohnt. Es ist bereits 12:30 Uhr und die nächste Tour bei Nanni findet leider erst um 14 Uhr statt. Dann verschieben wir dies doch auf den Nachmittag und gehen zuerst mal etwas Essen in der Stadt.

Im Casa de las Empanadas essen wir die weltbesten Empanadas

Auf Empfehlung eines befreundeten Paares steuern wir das Casa de las Empanadas an. Hier soll es die besten Empanadas Argentiniens geben. Da sind wir natürlich gespannt und überzeugen uns selbst davon. Wow, die Auswahl ist der Wahnsinn. Bei diesen vielen Variationen können wir uns gar nicht entscheiden. So probieren wir doch gleich die Promo. 12 Empanadas des Hauses und eine Karaffe Torrontés dazu. Und ja, es sind wirklich die besten Empanadas, die wir bis jetzt gegessen haben. Jede der 12 Empanadas hat eine andere Füllung. Besonders schmackhaft sind die mit Ziegenkäse und Blue Cheese.

Casa de las Empanadas Cafayate

Reni und Marcel im Casa Empanadas Cafayate

Gegenüber gibt es noch einen Delikatessen Laden. Zum Glück haben wir keinen Hunger mehr, ansonsten hätten wir wohl gleich den halben Laden leer gekauft.

Cafayate Delikatessen Laden

Gestärkt sind wir bereit für die Besichtigung des nächsten Weingutes. Für die Bodega Nanni ist es noch immer zu früh und wir können nach dem Mittagessen einen Spaziergang gebrauchen.

Eingangs der Ortschaft befindet sich die Bodega El Esteco. Die haben wir ja auf der Fahrt gestern bereits entdeckt. Von der Innenstadt bis zur Bodega sind es 1.5 km zu Fuss. Perfekt, etwas Bewegung tut uns gut.

Bodega El Esteco

Bodega El Esteco in Cafayate

Das Anwesen des Weingutes El Esteco ist superschön. Wir melden uns beim Security an, der beim Eingang steht. Er begrüsst uns und nachdem er unsere Ausweise gesehen hat, lässt er uns auf das Gelände. Wir sind im Moment die Einzigen, die zu Fuss zur Bodega gehen. Es fühlt sich zwar komisch an, dass die anderen Besucher mit dem Auto an uns vorbeifahren. Aber ehrlich gesagt sind wir froh, ohne Fahrzeug unterwegs zu sein.

Wir sehen uns als erstes den schönen Innenhof und das Restaurant an. Gerne würden wir auf der schönen Terrasse etwas trinken, das Restaurant ist jedoch nur für Gäste zugänglich, die auch hier Essen. Für Degustationen können wir jedoch in die Bodega, die sich in einem anderen Teil des Gebäudes befindet. Eine freundliche Mitarbeiterin spricht uns auf Englisch an und erklärt uns, wie das Wein probieren bei El Esteco funktioniert. Mit einer programmierten Chipkarte können wir vom Selbstbedienungsautomaten Wein kosten. Etwas ungewöhnlich zwar, aber wir sind ja offen für Neues.

Für einen Probierschluck zahlen wir ARS 30-50. Ein kleines Glas gibt es ab ARS 150 und ein grösseres (ca. 2 dl) ab ARS 200. Wir können von Weissweinen und Rotweinen auswählen.

Wir probieren zuerst und gönnen uns dann ein Glas Torrontés, das wir im gemütlichen Innenhof geniessen.

Innenhof Bodega El Esteco in Cafayate

Gut zu wissen

  • Touren inklusive Degustation ca. 1 Stunde
  • Nur auf Voranmeldung, ab ARS 300 / CHF 5.15 / EUR 4.70 pro Person
  • Mehrere Führungen täglich in Englisch und Spanisch
  • Wer spontan vorbei geht, kann im Weinkeller Weine degustieren (Automat), zur Auswahl stehen Weissweine und Rotweine in verschiedenen Preisklassen

Bodega Nanni – Sympathischer Familienbetrieb

Bodega Nanni in Cafayate

Weintour Bodega Nanni Cafayate

Die Bodega Nanni ist ein super Erlebnis. Der kleine Familienbetrieb befindet sich im Zentrum von Cafayate, ist kostenlos, dauert nicht lange ist dafür sehr sympathisch. Die Anlagen sind recht rudimentär und das komplette Gegenteil von anderen Weingütern. Wir starten die Tour zu zweit und während der 30-minütigen Tour kommen weitere Personen dazu. Uns gefällt die spontane, offene Art dieser kleinen Bodega. Im Anschluss an die kostenlose Tour können wir fünf Nanni Weine degustieren.

Gut zu wissen

  • Kostenlose Tour, Dauer rund 30 Minuten
  • Mehrere Führungen täglich in Spanisch und Englisch
  • Degustation von 5 Weinen kostet ARS 100 / CHF 1.70 / EUR 1.60

Weinmuseum – Museo de la Vid y el Vino

Nach den Weinproben brauchen wir eine Pause. Der perfekte Zeitpunkt ins Weinmuseum zu gehen. Das Museo de la Vid y el Vino ist sehr modern gestaltet und nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt.

Das Museum ist modern gestaltet und auf vielen Displays kannst du die Details über die Geschichte des Weinbaus in der Gegend und den Ursprung von Wein erfahren. Es gibt auch eine Weinbar im Museum, wo man ein Glas des lokalen Weins probieren kann.

Öffnungszeiten: Di. – So. 9 bis 19 Uhr, montags geschlossen
Kosten: ARS 100 / CHF 1.70 / EUR 1.60 pro Person

Da die Weinbar im Museum leer ist, gehen wir wieder zurück in die Stadt und geniessen die Abendstimmung.

Street Art Cafayate Argentinien

Die zwei gehören wohl zusammen wie beste Freunde.

Street Art in Cafayate Argentinien

Zweiter Tag in Cafayate

Bevor wir uns wieder dem Wein widmen, wollen wir uns noch die Umgebung etwas genauer ansehen. Da wir auf der Ruta 40 nach Cafayate gekommen sind, haben wir die landschaftlichen Highlights entlang der Ruta 68 verpasst. Die meisten Touristen kommen nämlich auf diesem Weg ins Weinanbaugebiet. Da wir nicht nur in unserem Reiseführer, sondern auch auf anderen Reiseblogs von der sensationellen Schlucht zwischen Cafayate und Salta gehört haben, sind wir gespannt auf die spektakuläre Landschaft.

Von Cafayate fahren wir zuerst durch die weite Ebene, kommen an Sanddünen vorbei bevor wir schliesslich die Quebrada de las Conchas, die auch unter dem Namen Quebrada de Cafayate bekannt ist, erreichen. Erst schlängelt sich die Strasse an orangefarbenen Felsen entlang, die dann immer röter werden, je weiter wir kommen. Die Landschaft ist so schön, dass wir am liebsten alle paar Meter anhalten würden. Die Felsformationen sind nämlich atemberaubend.

Strasse Quebrada de Cafayate

Quebrada de Cafayate

Da wir den gleichen Weg zurückfahren, entscheiden wir bis zum Garganta del Diablo durchzufahren. An den verschiedenen Aussichtspunkten halten wir dann auf der Rückfahrt.

Quebrada de Cafayate Argentinien

Garganta del Diablo Cafayate

Valles Chalaquies Cafayate Argentinien

Wenn du von Salta nach Cafayate auf der Ruta 68 fährst, kommst du automatisch durch die Quebradas de Cafayate im Valles Calchaquies. Entlang der Strecke gibt es verschiedene Aussichtspunkte. Auf jeden Fall solltest du am Mirador Tres Cruces, Garganta del Diablo und beim Anfiteatro halten.

Die Fahrt durch die spektakuläre, wilde Landschaft mit den roten und ockerfarbenen verwitterten Sandsteinformationen ist atemberaubend.

Wir setzten unsere Cafayate Weintour fort

Finca las Nubes (José Louis Mournier)

Wir haben die Qual der Wahl, denn in Cafayate Argentinien gibt es so viele Weingüter die wir besuchen könnten. Dass wir uns die Finca las Nubes ansehen müssen, ist jedoch klar. Wieso? Weil gleich vier Freunde uns unabhängig voneinander von der Finca las Nubes vorgeschwärmt und uns ans Herz gelegt haben, hierher zu kommen. Eigentlich wollen wir eine Tour durch das schöne Weingut machen, als wir dann diesen wunderschönen, gemütlichen Garten gesehen haben, war klar: Wir machen keine Tour, sondern gönnen uns einfach ein Glas Torrontés im Garten. Dort lassen wir uns die Sonne ins Gesicht scheinen und geniessen einfach die Aussicht auf die Reben und die Berge im Hintergrund. Die Atmosphäre in der Finca las Nubes ist einmalig schön. Es sind wenig Leute hier und es ist ruhig. Ein wahrer Genuss.

Gut zu wissen

  • Tour inkl. Degustation kostet ARS 200 / CHF 3.45 / EUR 3.15, wer anschliessend Wein kauft, kriegt die Kosten angerechnet.
  • Mehrere Führungen täglich
  • Schönes Restaurant mit Terrasse oder im Garten mit herrlicher Aussicht auf die Reben.

Bodega Piattelli

Bodega Piatelli in Cafayate

Der erste Eindruck: Pompös, luxuriös und imposant.

Als wir vor der Bodega Piattelli stehen, fühlen wir uns irgendwie etwas fehl am Platz. Das riesige Gebäude im Toscana Stil ist prunkvoll und es kommt uns vor, als ob wir total underdressed auf eine Hochzeitsparty gehen. Andererseits, hierher kommen nationale und internationale Besucher, um Wein zu verkosten. So treten wir ein und werden nett begrüsst. Auf die Frage, ob es eine Tour mit Verkostung gibt, erhalten wir eine kompetente Antwort. Die nächste Tour startet in 15 Minuten, in Spanisch und Englisch. Zudem können wir auswählen, welche Klassen von Weinen wir verkosten möchten. Wir entscheiden uns für die Premium Reserva Tour, diese kostet ARS 280 / CHF 4.80 / EUR 4.40. Eigentlich nicht viel Geld für das, was man kriegt.

Die Degustation der exklusiveren Weine kostet etwas mehr und es stehen mehr Weine zum Probieren zur Verfügung. Wir sind jedoch zufrieden mit der einfachen Variante, bei der sieben Weine zum degustieren dazugehören.

Pünktlich um 16 Uhr werden wir begrüsst und starten die Tour zu dritt. Eine knappe Stunde werden wir durch das imposante Gebäude, zu den Produktionshallen und in den edlen Keller geführt. Anschliessend dürfen wir die verschiedenen Weine verkosten. Was uns besonders gut gefällt, ist die Verkostung von Weinen aus Mendoza und Cafayate. Es gibt jeweils eine Kostprobe eines Torrontés aus Mendoza und dann einen aus Cafayate. Dasselbe mit Malbec und anderen Traubensorten. Piatelli hat Weingüter an beiden Locations und so kommen wir in den Genuss, Weine aus beiden Regionen zu probieren und zu vergleichen. Eine super Idee.

Erstaunlich, dass wir zwischen den Weinen aus den beiden Regionen tatsächlich einen markanten Unterschied rauszuspüren. Uns schmeckt der Wein aus Cafayate besser. Ob das an der höheren Lage liegt oder weil wir in Cafayate sind?

Unser weibliche Tourguide nimmt sich Zeit und erklärt uns viel zum Wein. Wir kommen sogar in den Genuss auch zwei der exklusiven Weine zu probieren. Obwohl im Preis eigentlich «nur» sieben Weine zur Degustation inbegriffen sind, kommen wir in den Genuss von 9 Weinproben. Oh, das ist dann doch ein bisschen viel. Schwips…

Wer sich gerne etwas gönnt, kann das Mittagessen oder ein Special Dinner auf der schönen Terrasse mit toller Aussicht auf die Weinreben und Berge im Hintergrund geniessen.

Gut zu wissen

  • Tour ohne Degustation kostet ARS 200 / CHF 3.45 / EUR 3.15
  • Premium Reserva Tour kostet ARS 280 / CHF 4.80 / EUR 4.40, Degustation von sieben Weinen
  • Grand Reserva Tour kostet ARS 360 / CHF 6.20 / EUR 5.65, Degustation von neun Weinen
  • Mehrere Führungen täglich in Spanisch und Englisch

Restaurant Tipps in Cafayate

Casa de las Empanadas

Für ARS 240 / CHF 4.15 / EUR 3.75 gibt es 12 verschiedene Empanadas und eine Karaffe Weisswein.

Bierhaus

Lust auf Burger? Im Bierhaus gibt es einen superfeinen Burger. Nicht nur Bierliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Wer Glück hat trinkt ein Glas guten Malbec für ARS 60 / CHF 1 / EUR 0.95

Bier Haus Burger in Cafayate

Unterkunft in Cafayate

Unsere Hotel Tipps für deinen Aufenthalt in Cafayate:

Hotel Plaza Cafayate

Gute Lage, Bodegas sind Fussläufig gut erreichbar. Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Geräumige Zimmer und schöner Innenhof mit Pool zum Verweilen. Kostenloses WLAN.

Hostal Aires de Cafayate

Gute Lage, zu Fuss 5 Minuten zum Hauptplatz. Komfortable Zimmer, schöner Innenhof und gutes Frühstück. Kostenloses WLAN.

Beste Reisezeit für Cafayate Argentinien

Cafayate geniesst das ganze Jahr über ein trockenes und mildes Klima. Mit über 300 Sonnentagen und jährlich durchschnittlichen gerademal 250 mm Regen ist die Region sehr trocken.

Wir haben unsere Cafayate Weintour Ende September gemacht. Wir hatten Glück und die Temperaturen waren angenehm. Warme Tage und kühle Nächte. Es kann im September jedoch noch recht kühl sein. Leider sind im September die Reben noch im Winterschlaf.

Wenn wir zeitlich unabhängig wären, würden wir die Monate März und April in der Weinregion in Argentinien vorziehen. Die Reben sind grün und die Traubenernte steht bald an. Und wer Glück hat, ist sogar zum Weinfest «Fiesta de la Vendimia» da.

Auch Touren in den Weingütern sind im Herbst interessanter, da dann die Reben schön grün sind und Trauben wachsen. Bei unserem Besuch im Frühling sind die Reben noch im Winterschlaf.

Unser Fazit – Cafayate in Argentinien ist ein Besuch absolut wert

Cafayate ist eine der beliebtesten Destinationen in der argentinischen Provinz Salta. Sie hat neben exzellentem Wein auch landschaftlich viel zu bieten. Wir finden Cafayate ist auf jeden Fall eine Reise wert. Insgesamt besuchten wir fünf Bodegas und jede einzelne war ein super Erlebnis.

Im Gegensatz zu Mendoza kann man in Cafayate zu Fuss zu den verschiedenen Bodegas spazieren. So ist man unabhängig und muss sich auch keine Sorgen wegen dem Fahren machen. Im ganzen Dorf verteilt sind fussläufig kleine, gemütliche, aber auch grosse Bodegas erreichbar. Verkostungen sind günstig und die Guides bei unseren Touren waren motiviert und sehr sympathisch. Spannend war auch, dass jede Tour und jedes Weingut anders war obwohl es immer um das gleiche Thema geht. Wein.

Auch Rotwein-Liebhaber wie wir sind in Cafayate auf den Geschmack von Weisswein gekommen. Der Torrontés ist fruchtig und sehr schmackhaft.

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4 Gedanken zu “Cafayate, Argentinien – Sehenswürdigkeiten und Tipps für die Weinregion

  1. Einmal mehr ein sehr toller Bericht, mit wunderschönen Bildern. Da habt ihr ja wirklich ein Verwöhnprogramm für den Gaumen mit Weindegustation ohne Ende und feinem Essen erlebt und das in diesen tollen Bodegas. Auch die Landschaft ist wunderschön in all den Rottönen. Einfach nur wow. Danke für den schönen Beitrag. Liebe Grüsse

  2. Muchas gracias für den interessanten und „süffigen“ Bericht! Die Fotos sind wieder Spitze, und durch diese schöne Beschreibung können wir auch hier etwas argentinische Lebensweise fühlen. Wir wünschen euch noch viele spezielle Erlebnisse und tolle Überraschungen! Bei uns haben die Winzer die Weinlese beendet, und die Weinfeste und -Umzüge in den verschiedenen Regionen sind jetzt auch schon vorbei. Liebe Grüsse von uns allen.

    • Herzlichen Dank für eure Nachricht und die Reisewünsche. Argentinien ist wirklich sehr spannend. Nach der Weintour in Cafayate haben wir uns auch noch das Weinanbaugebiet Mendoza angesehen und viel über die hiesigen Tropfen gelernt.
      Ganz liebe Grüsse in die Heimat

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