Auf dem Lechweg zum Formarinsee, dem schönsten Platz Österreichs

Auf dem Lechweg zum Formarinsee und Rote Wand

Die Aussicht auf den Formarinsee und die Rote Wand von der Freiburger Hütte.

Auch wenn wir schon viel von der Welt gesehen haben, gibt es immer wieder Orte die uns den Atem rauben. Diesmal ist es die Landschaft, die wir auf dem Lechweg zum Formarinsee hautnah erleben dürfen. Zum Glück haben wir diesen Schatz im Vorarlberg entdeckt.

Als wir vor ein paar Wochen die Einladung zum schönsten Platz Österreichs erhalten haben, sind wir neugierig geworden. Schon so oft haben wir in Reiseführern und Broschüren von der schönsten Schlucht, der besten Aussicht oder dem tollsten und längsten Wasserfall gelesen. Inzwischen sind wir etwas abgestumpft und suchen uns lieber unsere ganz persönlichen schönsten Orte abseits der Touristenpfade. Und doch interessiert es uns, wie denn der schönste Platz in Österreich aussieht. Ja, wir wollen ihn sehen. Denn erst dann können wir uns ein Bild davon machen und uns überzeugen, ob der Formarinsee den Titel „Schönster Platz Österreichs“ verdient hat. Eins vorneweg: es lohnt sich auf dem Lechweg zum Formarinsee zu wandern.

Das grosse Fest am Formarinsee

Das Timing passt perfekt. Oben am See findet das Fest „Musik am Formarinsee“ statt. Vor Ort sind Musikgruppen der umliegenden Gemeinden, die für musikalische Unterhaltung sorgen und um den Formarinsee gibt es verschiedene Stationen zum Verweilen.

Das Wetter ist traumhaft und es ist sommerlich warm. Klar, dass wir nicht die Einzigen sind, die zum Formarinsee wollen. In Lech warten bereits viele Leute auf den Bus, der zum See hochfährt. Wir nicht, wir wollen auf dem Lechweg zum Formarinsee wandern. Schliesslich sind wir hier um die Natur zu geniessen.

Wie vorhin erwähnt ist am Formarinsee ein Fest. Was wird denn überhaupt gefeiert? Der Formarinsee und die Rote Wand sind im Oktober 2015 zum schönsten Platz Österreichs gewählt worden. Im Rahmen der ORF Fernsehsendung „9 Plätze, 9 Schätze“ ist der Formarinsee und die Rote Wand aus insgesamt neun Plätzen in ganz Österreich vom Publikum zum Schönsten Platz Österreichs ausgewählt worden.

Traumkulisse beim Wandern auf dem Lechweg zum Formarinsee

Unsere Rucksäcke sind gepackt. Es kann losgehen. Aber halt, etwas fehlt noch. Wir haben doch glatt unsere Sonnencreme vergessen einzupacken. Zum Glück gibt es in Lech einen Spar, der auch sonntags offen hat. Unsere Rettung.

Lechweg im Vorarlberg

Auf dem Lechweg zum Formarinsee kommen wir an der Ortschaft Zug vorbei.

Frisch eingecremt kann es endlich losgehen. Der Lechweg wartet auf uns. Kaum aus dem Zentrum raus, tauchen wir ein in die wunderschöne Natur.

Wanderung auf dem Lechweg

Der Wanderweg führt an schöner Flusslandschaft entlang.

Der Lechweg ist ein Weitwanderweg und über 120 km lang. Wir wandern die erste Etappe auf dem Lechweg zum Formarinsee, das sind von Lech aus 14 km. Der Weg ist einfach zu finden. Einfach dem grossen „L“ folgen. Du findest das „L“ auf den Wegweisern oder in weisser Farbe auf Baumstämme gesprüht. Wer keine Lust hat oder nicht so weit wandern mag, kann auch mit dem Fahrrad oder dem Wanderbus zum Formarinsee fahren.

Der Lechweg hat seinen Namen vom gleichnamigen Fluss. Die Wanderung führt dem Lech entlang und die Wildflusslandschaft ist einmalig. Wir geniessen jeden Schritt auf dem Lechweg zum Formarinsee.

Aussicht vom Lechweg

Mal geht es rauf, mal runter und wieder rauf. Von Oben können wir die Aussicht auf den Lech geniessen.

Es ist unglaublich. Obwohl wir stundenlang am Fluss entlang laufen, ändert sich die Landschaft ständig. Abwechselnd sehen wir die mit Schnee überzogenen Bergzüge oder sattgrüne Wiesen. Auch die Vegetation verändert sich, je höher wir kommen. Langsam verschwinden die Tannen und es wird steiniger. Was bleibt ist der Lech. Er plätschert und fliesst mal schneller, mal langsamer ins Tal hinunter.

Wanderung auf Lechweg

Ein Teil des Wassers vom Lech fliesst übrigens in die Donau.

Rund vier Stunden später erreichen wir die Formarin Alpe, wo auch die Wanderbusse stoppen. Auf der Terrasse der bewirtschafteten Alpe gibt es Verpflegung. Eine Erfrischung sparen wir uns auf später auf, denn wir wollen jetzt endlich den Formarinsee sehen.

Von der Alpe Formarin sind es keine 10 Minuten zum Formarinsee, er liegt übrigens auf 1‘793 m. Endlich. Wow! Wir sind sprachlos. Wir haben die 14 Kilometer geschafft. Schwitzend aber glücklich bestaunen wir den schönsten Platz Österreichs.

Das Fest am Formarinsee geht bereits dem Ende entgegen, aber auf der Freiburger Hütte oben ist bestimmt noch etwas los. Wir wandern um den Formarinsee und können es nicht lassen. Wir bleiben ständig stehen und schiessen unzählige Fotos. Es ist schwer zu wiederstehen, denn je weiter wir gehen, desto schöner wirkt er. Jetzt ist uns klar, wieso der Formarinsee im 2015 zum schönsten Platz Österreichs gewählt wurde.

Formarinsee im Vorarlberg

Der See ist etwa 500 m lang und 400 m breit. Die maximale Tiefe liegt bei 17 m.

Eine halbe Stunde später erreichen wir dann endlich die Freiburger Hütte. Ups, auch hier sind die Feierlichkeiten bereits zu Ende. Die grosse Gartenterrasse ist jedoch noch sehr gut besucht und so setzen wir uns dazu.

Aussicht von der Freiburger Hütte

Ein kühles, wohlverdientes Bier auf der Terrasse der Freiburger Hütte mit Aussicht ins Klostertal.

Von der Freiburger Hütte aus haben wir geniale Aussicht auf den Formarinsee und die Rote Wand im Hintergrund oder auf die andere Seite hin ins Klostertal runter. Wir sind fast schon ein bisschen überfordert mit der Schönheit dieser Landschaft. Und jetzt dürfen wir noch hier oben übernachten. So schön.

Formarinsee und Rote Wand

Die Rote Wand ist mit 2‘704 m der zweithöchste Berg im Lechquellengebirge.

Die Umgebung hat uns so gut gefallen, dass wir die Wandertage auch gleich auf Film festgehalten haben.

Hast du Lust die Wandertage virtuell mit uns zu erleben? Hier geht’s zum Film:

Die Wanderung auf dem Lechweg zum Formarinsee hat uns sehr gut gefallen und weisst du was, die Umgebung erinnert uns ein bisschen an den Cradle Mountain Nationalpark in Tasmanien. Der Formarinsee mit der Roten Wand im Hintergrund sieht dem Dove Lake mit dem Cradle Mountain im Hintergrund ziemlich ähnlich. Siehst du die Ähnlichkeit auch? Hier geht’s zum Bericht Wandern im Cradle Mountain Nationalpark

Weitwanderweg: 120 km auf dem Lechweg vom Formarinsee bis nach Füssen

Die Gesamtstrecke des Lechweg ist rund 120 km und führt durch malerische Landschaft. Er beginnt nahe dem Formarinsee, wo der Formarinbach entspringt. Von Start bis zum Ziel in Füssen führt der Lechweg am Fluss entlang. Die 15 Etappen können als Weitwanderung in 6 bis 8 Tagen bewältigt werden oder du kannst einzelne Etappen als Halb- oder Ganztageswanderung machen.

Wir sind die erste Etappe des Lechwegs von Lech zum Formarinsee gelaufen. Wer die gesamte Weitwanderung macht, startet in entgegengesetzte Richtung, das heisst der Start ist beim Formarinsee. Details zum Lechweg und den einzelnen Etappen findest du auf www.lechweg.com

Übernachtungs-Tipp beim Formarinsee

Freiburger Hütte – 1‘931 M.ü.M. (von Mitte Juni bis Anfang Oktober geöffnet)

Freiburger Hütte beim Formarinsee

Die Freiburger Hütte oberhalb des Formarinsees hat 140 Schlafplätze.

Die Hütte wird von Kathrin und Florian Mittermayr geführt. Das sympathische Paar hat auch an stressigen Tagen Zeit für einen Schwatz. Man spürt sofort, dass sie die Hütte mit viel Liebe und Herzblut führen. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und auch das Essen hat super geschmeckt. Besonders gut und abwechslungsreich war das Frühstücksbuffet.

Ein Zimmer im Lager kostet EUR 21 / Kinder EUR 16, im 2er Zimmerlager EUR 23 / Kinder EUR 16 und im Matrazenlager EUR 19 / Kinder EUR 6.

Das Frühstück kostet EUR 12 und die Halbpension (Abendessen & Frühstück) EUR 27. Für Kinder sind die Preise tiefer. Details findest du auf www.freiburger-huette.at

Bergbauer beim Formarinsee

Von der Terrasse der Freiburger Hütte gibt es immer was zu sehen.

In der Freiburger Hütte übernachten ist echt cool. Auch wenn das Hüttenleben ungewohnt ist (für uns zumindest), so zur Abwechslung zu einem Hotelaufenthalt ist es ein Versuch wert. Und hey, wo sonst als in der Freiburger Hütte kannst du den Sonnenuntergang und Sonnenaufgang hoch über dem Formarinsee besser geniessen.

Anreise von Lech mit dem Wanderbus

Wenn du den schönsten Platz Österreichs auf bequeme Art und Weise anschauen willst, kannst du auch mit dem Wanderbus von Lech zur Alpe Formarin fahren. Im Sommer gibt es stündlich und in der Hochsaison sogar alle 30 Minuten Verbindungen. Es fällt eine Mautgebühr von EUR 5 an. Vom Parkplatz sind es rund 10 Minuten zu Fuss zum Formarinsee.

Für den Privatverkehr ist die Mautstrasse im Sommer von 8.00 – 16.30 Uhr gesperrt. Gratis Parkplätze gibt es in der Tiefgarage Anger in Lech.

Fazit von der Wanderung auf dem Lechweg zum Formarinsee:

Die Zeit in den Bergen vergeht einfach viel zu schnell. Irgendwie ist hier die Welt noch in Ordnung. Weg von der Zivilisation ist Abschalten sowas von einfach. Wir hatten auch totales Wetterglück. Die Wanderung von Lech zum Formarinsee haben wir sehr genossen und auch die Nacht in der Hütte war angenehm. Mehr über das Hüttenerlebnis und was es um die Freiburger Hütte sonst noch zu entdecken gibt, erzählen wir im nächsten Beitrag.

Hast du jetzt auch Lust aufs Wandern und die Natur gekriegt? Egal ob du entschleunigen willst oder lieber aktiv bist, im Vorarlberg kannst du beides haben.

Informationen über Wanderungen, Bergtouren oder Mountainbike Strecken kriegst du bei Klostertal Tourismus oder bei Lech Zürs Tourismus

Hast du eine Lieblingswanderung? Dann rein damit in die Kommentare. Wir freuen uns auf Tipps, egal ob in der Schweiz, in Österreich, Deutschland oder sonst auf dieser Welt. Teile deine schönste Wanderung mit uns.

 

Die Reise wurde von Österreich Werbung und Lech Zürs Tourismus unterstützt. Vielen Dank dafür. Die Einladung ändert nichts an unserer Meinung. Wir versichern dir, wir schreiben was wir denken und erlebt haben.

 

2 Gedanken zu “Auf dem Lechweg zum Formarinsee, dem schönsten Platz Österreichs

  1. Wirklich schöner Bericht und die Fotos vermitteln motivieren wirklich dazu diese Gegend mal zu besuchen! Ganz toll muss auch der Stubaier Höhenweg sein – vielleicht könnte das ja eine Destination für den nächsten Bericht sein? Soll aber auch eine sehr anspruchsvolle Wanderung sein.

    Ich bin gespannt auf den nächsten Bericht – weiter so!

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