Die atemberaubende Vulkanlandschaft des Payunia Naturschutzgebietes

Payunia Naturschutzgebiet

Im Payunia Naturschutzgebiet in Argentinien fühlen wir uns wie in einer anderen Welt oder gar auf einem anderen Planeten. Die Vulkanlandschaft des Payunia Naturschutzgebietes ist komplett anders als alles, was wir bis anhin in Argentinien gesehen haben. Wir sind umringt von Vulkankegeln und karger Landschaft. Es gibt nur wenig Vegetation und wenn, dann nur ganz niedrige Büsche und Flechten. Das Farbspektrum reicht von schwarz über grau bis beige, gelb und rot.

Das Payunia Provinzial Reserve (Reserva Provincial Payunia) liegt in der Provinz Mendoza, südöstlich von Malargüe. Das ist etwa auf der Höhe von Buenos Aires, aber im Westen des Landes, nahe der chilenischen Grenze. Die Landschaft des Naturschutzgebietes wird dominiert von Vulkanen und einer kargen Landschaft. Während unseres Besuchs im Reserve fühlen wir uns ein bisschen als ob wie auf dem Mond oder einem Science-Fiction Film gelandet wären. Fehlen nur noch die grünen Männchen oder Raumschiffe. Beides bekommen wir aber nicht zu Gesicht.

Das Gebiet des Parks ist voll von Vulkankegeln, welche sich aus der schwarzen Landschaft auf rund 2’000 Metern Höhe erheben. Diese ungewohnte Landschaft wird Pampa Negra, also Schwarze Pampa, genannt. Über 800 Vulkankegel wurden im Gebiet gezählt und die Vulkandichte ist nur an einem Ort der Welt noch höher. Auf der Halbinsel Kamchatka, ganz im Osten von Russland. Die grössten und markantesten Vulkane im Park sind Payún Matrú, Payún Liso und Santa Maria.

Anfahrt zum La Payunia Provinzial Reserve

Nachdem wir die Weingüter von Mendoza hinter uns gelassen haben, sind wir entlang der Ruta 40 Richtung Süden gefahren. Auf der Höhe von San Rafael verlassen wir diese Strasse und schauen uns die Atuel Schlucht an. Statt zurück auf die Ruta 40 zu fahren und einen grossen Umweg in Kauf zu nehmen, fahren wir auf kleinen Nebenstrassen in südliche Richtung zur Laguna Llancancelo im gleichnamigen Naturschutzgebiet. Von der Lagune fahren wir wiederum auf direktem Weg, auf kleinen Nebenstrassen, weiter zum Payunia Naturschutzgebiet. Diese wenig befahrene Strecke verläuft durch ein Gebiet in dem der argentinische Rohstoffkonzern YPF Erdöl fördert.

Laguna Llancancelo in Argentinien

Kreuzung entlang der RP 183

Öl Pumpen in Argentinien

Der Strassenzustand ändert sich immer wieder. Ein Teil ist recht gut zu befahren und wir kommen ganz ordentlich voran. Dann gibt es aber auch wieder sehr raue Abschnitte und das Vorwärtskommen wird langsam und anstrengend. Das Wellblech ist an manchen Stellen so extrem, dass wir auf Schritttempo abbremsen müssen, um unsern Land Cruiser vor dem auseinanderbrechen zu bewahren. Diese Abschnitte sind wahnsinnig nervenaufreibend und kaum auszuhalten. Alles rattert, vibriert und springt im Fahrzeug auf und ab. Es ist laut und eine Unterhaltung nicht mehr möglich.

Je näher wir ans Payunia Naturschutzgebiet kommen, desto mehr Ölpumpen stehen in der Landschaft und pumpen unaufhaltsam den schwarzen Rohstoff aus der Erde. Es ist schon fast hypnotisierend, den langsamen Hubbewegungen der Ölpumpen zuzuschauen. Wir befinden uns zwar nur noch auf rund 2’000 Metern Höhe, da wir aber inzwischen immer weiter südlich fahren, kommen wir der Schneegrenze immer näher. Entlang der Strasse fahren wir immer öfter an Schneeresten vorbei. Jedes Mal, wenn wir für Fotos stoppen und aus unserem Land Cruiser steigen, bläst uns ein kühler Wind entgegen.

Die Touristen Rundfahrt Circuito los Volcanes im Payunia Naturschutzgebiet

Im Reserva Provincial Payunia gibt es eine Touristen Rundfahrt mit dem Namen «Circuito los Volcanes». Wie der Name schon erahnen lässt, gibt es entlang der Strecke eine Vielzahl von Vulkanen zu bestaunen. Eine Rundfahrt ist es allerdings nicht, denn es gibt nur eine Strasse und wer wieder zum Ausgangspunkt retour will, muss die gleiche Strecke hin und wieder zurückfahren. Entlang der teils steinigen, teils sandigen Piste gibt es mehrere Aussichtspunkte, welche einen Einblick in die ungewohnte Landschaft erlauben.

Zu Anfang dieser Rundfahrt steht ein recht neues Gebäude, das wahrscheinlich als Ranger Station dienen soll. Leider ist das Gebäude verlassen und die Türen geschlossen. Kein Personal der Parkverwaltung ist zu sehen und die Toiletten sind natürlich nicht zugänglich. Informationen zum Naturschutzgebiet gibt es keine, nicht einmal eine Informationstafel mit näheren Angaben zu den Attraktionen. Zum Glück ist die Rundfahrt durch das Naturschutzgebiet in unserem Navigations-App eingezeichnet und auch die Aussichtspunkte sind markiert. Die Fahrt hin und zurück soll rund 60 km betragen.

So machen wir uns auf die Fahrt durch den Park und folgen dem Tourist Drive. Dieser führt zuerst über einige enge Kurven auf eine Hochebene. Und schon befinden wir uns in einer komplett anderen Welt. Oder sogar auf einem anderen Planeten? Die Landschaft jedenfalls erinnert uns an eine Mond Landschaft. Wir fahren auf einer schwarzen Strasse durch eine schwarze Landschaft. Farbe geben der Landschaft nur die gelben Grasbüschel, die in starkem Kontrast zum dunklen Boden wachsen.

Cirquito Los Volcanes im Payunia Park

Landschaft im Payunia Park

Payun Lisu Vulkan Landschaft

Rundfahrt durch das Payunia Reserve

Wir sind umringt von Vulkankegeln und kleineren Erhebungen. Der Boden besteht aus losen Aschefeldern und Basalt Felsen. Schwarz ist ganz klar die dominierende Farbe. Diese Landschaft hat den Namen Pampa Negra wirklich verdient. Mancherorts ist der Boden auch dunkelrot oder sogar orange. Die gelben Grasbüschel und die weissen Schneefelder geben der sonst fast schon monotonen Landschaft einen interessanten Farbkontrast. Nach etwa einem drittel der Strecke verzweigt sich der Weg. Wir nehmen den rechten Pfad, der ans südliche Ende der Rundfahrt führt.

Vom Aussichtspunkt «The Colors» können wir den Kegel des Payun Lisu Vulkans sehen. Im Vordergrund liegt eine bunte Landschaft aus schwarz, rot, braun und gelb. Zudem gibt es auf dem Vulkan und auch der umliegenden Landschaft noch weisse Schneefelder. Unglaublich wie bunt hier die Landschaft plötzlich ist.

The Colours Aussichtspunkt

Durch einen schmalen Streifen, der durch einen Lavastrom offengeblieben ist, führt der Weg bis zu einem weiteren Aussichtspukt mit einem Unterstand mit Tischen und Bänken. Von diesem Punkt aus haben wir eine super Aussicht auf den Kegel des Vulkans Payun Lisu. Hier endet die Rundfahrt und wir müssen den gleichen Weg wieder zurückfahren. Es gibt zwar einen Track, der weiter Richtung Süden verläuft, allerdings gibt es keinerlei frische Autospuren auf dem Pfad. Zudem sind die Informationen zum Zustand des Tracks, die wir im Internet gefunden haben, unterschiedlich. Und schliesslich wollen wir noch die übrigen Aussichtspunkte im Park anschauen und zum Morado Vulkan fahren. So fahren wir also wieder auf dem gleichen Weg zurück.

Der Vulkan Payun Lisu

Nach etwa zwei Drittel der Strecke kommen wir wieder an die Verzweigung, wo wir nach Westen abbiegen und Richtung Morado Vulkan fahren. Die Piste steigt langsam an und verläuft mitten durch ein riesiges Aschefeld. Um uns ist die Landschaft nur schwarz. Hier gibt es wirklich nur noch ganz vereinzelte Grasbüschel. Nachdem wir etwas an Höhe gewonnen haben, führt der Track über eine Anhöhe. Wir fahren über eine Kuppe und dahinter bricht die Landschaft plötzlich weg. Der Pfad führt steil in die Tiefe und Reni fragt sich einmal mehr, ob wir denn hier überhaupt wieder hochfahren können. Klar können wir das. Allerdings werden wir dafür den Allradantrieb zuschalten müssen, denn der Pfad ist wirklich steil, stark ausgefahren und der Untergrund lose.

Aschefeld im Payunia Park

Der Pfad endet am Aussichtspunkt vor dem Vulkan Morado. Wir befinden uns direkt am Lavastrom, welcher der Vulkan bei seinem letzten Ausbruch ausgespuckt hat. Der Anblick ist ganz schön beeindruckend, denn wir können von unserem Standort direkt in den Schlund des Vulkans sehen. Der Lavastrom, der sich in die tieferen Lagen ergiesst, sieht aus als ob er gerade eben erst erstarrt wäre.

Nun muss ich aber Reni beweisen, dass wir wirklich wieder den steilen Pfad hochfahren können. Der Allradantrieb ist zugeschaltet und so ist der steile Weg für unseren Land Cruiser überhaupt kein Problem. Auf der Anhöhe gibt es noch eine weitere kurze Piste zu einem weiteren Aussichtspunkt am Kraterrand des Vulkans Morado. Natürlich schauen wir uns auch diesen noch an. Vom Ende der Piste führt ein Trampelpfad ein paar hundert Meter am Vulkankegel entlang direkt zum Kraterrand.

Vulkankrater Morado

Die Aussicht von der höheren Lage am Kraterrand in den Schlund des Vulkans ist noch eindrücklicher. Von diesem Punkt aus können wir in den Vulkan sehen und auch den Lavastrom überblicken. Diesen grandiosen Ausblick auf einem Foto festhalten ist sehr schwierig. Am besten geht es auf einem Panoramabild.

Vulkan Morado Lavastrom

Wir suchen einen Schlafplatz im Payunia Naturschutzgebiet

Eigentlich wollten wir irgendwo im Payunia Naturschutzgebiet einen Schlafplatz suchen. Allerdings ist dies nicht ganz so einfach wie wir dachten. Der kalte Wind bläst uns ungebremst um die Ohren, es gibt keinerlei Windschutz und auch gerade Flächen gibt es nicht gerade viele. Die Pisten sollten nicht verlassen werden und so bleiben nur die Parkplätze bei den Aussichtspunkten. So entscheiden wir uns zurück zum Eingang zu fahren und dort im Schutz des Gebäudes zu campen.

Es ist zwar nicht der schönste Schlafplatz, aber auf einem ebenen Platz neben dem Ranger Station finden wir wenigstens ein bisschen Schutz vor dem starken Wind. Nur wenige hundert Meter von uns entfernt befindet sich ein Bohrturm, wo nach Erdöl gebohrt wird. Die ganze Nacht über ist die Anlage hell beleuchtet und es wird gearbeitet. Dank dem Wind hören wir aber nichts davon und verbringen eine ungestörte Nacht.

Bohrturm

Nach der windigen und kalten Nacht machen wir uns am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder auf den Weg. Wir wollen zurück zur Ruta 40 und auf dieser weiter Richtung Süden fahren. Doch zuerst müssen wir diese über kleine Nebenstrassen erreichen. Strassen gibt es hier viele. Die meisten führen aber nur zu den Ölpumpen der YPF und sind mit Verbotsschildern versehen. Durch ein Labyrinth von kleinen Schotterstrassen fahren wir Richtung Südosten. Immer wieder verzweigen die Strassen und wir sind uns oft nicht ganz sicher auf welcher Strasse wir weiterfahren müssen.

Manche Abschnitte sind in einem fürchterlichen Zustand und überzogen von fiesestem Wellblech. Diese Abschnitte zehren wieder ganz schön an unseren Nerven. Als wir in die Nähe der Ruta 40 wieder auf einem solchen Horror Abschnitt fahren, weichen wir auf eine Querstrasse aus, die etwas besser ausschaut. Allerdings enden wir vor dem Fluss Rio Grande und es gibt keine Brücke. Der Fluss ist recht breit und es fliesst viel Wasser. Auf der anderen Flussseite sehen wir auch keine Strasse und so müssen wir wohl oder übel wieder zurück. Auf dem Weg entdecken wir eine weitere Strasse in die richtige Richtung. Diese führt uns mitten durch einen Lavastrom, der parallel zum Rio Grande verläuft. Der Track ist zwar sehr rau und felsig. An manchen Stellen gibt es auch steile Passagen mit losem Geröll zu meistern, aber wenigstens hält sich das starke Wellblech auf dieser Piste in Grenzen.

Gegen Mittag erreichen wir dann endlich wieder die Ruta 40. Wir sind ganz schön geschafft und mit unseren Nerven ziemlich am Anschlag. Gleich bei der Einmündung der Seitenstrasse aus dem Reserva Provincial Payunia auf die Ruta 40 stossen wir auf eine weitere Attraktion. La Pasarela ist ein enger Canyon, den der Fluss Rio Grande in den Lavastrom geschnitten hat. Die Strasse überquert hier den Rio Grande, der durch die enge Schlucht fliesst. Wir schauen uns die imposante, schmale Schlucht durch den Lavastrom an und fahren dann auf der Ruta 40 weiter Richtung Süden.

La Pasarela mit Rio Grande

Gut zu wissen

  • Lage: der Payunia Provinzial Park liegt rund 200 km südlich von Malargüe und ist von der Ruta 40 aus erreichbar. Die Zufahrtsstrassen zum Park und auch die Rundfahrt durch den Park sind unbefestigt. Ein geländegängiges Fahrzeug ist von Vorteil.
  • Öffnungszeiten: Der Park ist bei unserem Besuch nicht betreut und es gibt keinerlei Eingangskontrollen oder Öffnungszeiten. Schnee kann den Zugang zum Park einschränken.
  • Touren: Von Malargüe aus werden Touren zum Payunia Provinzial Reserve angeboten

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Payunia Naturschutzgebiet

Hast du auch schon mal eine Gegend wie das Reserva Provincial Payunia mit Vulkanen besucht? Welche Gegend auf unserer Erde hat dich an eine Mondlandschaft erinnert?

4 Gedanken zu “Die atemberaubende Vulkanlandschaft des Payunia Naturschutzgebietes

  1. Woow, was für eindrückliche Fotos und ein spannender Bericht. Schade haben wir keinen 4×4.
    Wir sind mit underem Ford Transit momentan in Feuerland. Auf unserem Weg Richtung Norden werden wir da unbedingt auch vorbeischauen.

    Liebe grüsse
    Stefan & Patricia von ExplorerSouls

    • Herzlichen Dank. Ou ja, wenn ihr da vorbeikommt können wir die Strecke wirklich total empfehlen. Die Landschaft ist so unwirklich und total faszinierend.
      Liebe Grüsse auch aus Feuerland

  2. Welch ein Naturspektakel Argentinien bietet, das ist ja grandios. Die schwarze Natur sieht sehr mystisch aus und hat einen besonderen Reiz. Wellblech und Schotterstrassen sind ja nichts Neues für euch und ich glaube zwischendurch braucht ihr die….. Gibt es in dieser Gegend Vulkane die aktiv sind oder sind die eingeschlafen? Herzliche Grüsse

    • Die Vulkanlandschaft im Payunia hat uns supergut gefallen. Sie ist so anders. Einige der Vulkane sind glaube schon noch aktiv. Weiss aber nicht, wann der letzte Ausbruch in der Gegend war.
      Liebe Grüsse, Reni

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