Birdsville Rodeo. Eine raue, staubige, ultra-coole Outback Erfahrung.

Birdsville Rodeo und Campdraft

Wer ist schneller am Birdsville Rodeo?

Wir sind in Birdsville, einem kleinen aber bekannten Dorf im Outback mit nur 115 Einwohnern. Birdsville ist sehr abgelegen und weit weg von grösseren Städten. Bis Brisbane an der Ostküste sind es 1602 km, nach Alice Springs 1094 km und Adelaide ist 1186 km entfernt.

Trotzdem ist Birdsville moderner als man denkt. In der Toursteninfo gibt es WiFi, in der Bäckerei kriegen wir einen feinen Cappuccino und in der Tankstelle, die auch Dorfladen und Postbüro ist, gibt es sogar Magnum Glace zu kaufen. Birdsville hat aber trotz diesen Annehmlichkeiten seinen Charme nicht verloren und ist noch immer ein richtiger Outback Ort. Es führen nämlich keine Teerstrassen nach Birdsville. So kommen auch wir auf Kiesstrassen hierher und das aus zwei Gründen. Für das Rodeo und um den legendären Birdsville Track unter die Räder zu nehmen.

Das Birdsville Rodeo, Campdraft und Broco Branding

Das mit dem Rodeo ist eher ein Zufall. Unsere Reiseplanung passt also perfekt und wir sind zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Ein Rodeo stand nämlich von Anfang an auf unsere Liste. Denn was gibt es cooleres, als ein Rodeo im Outback live mitzuerleben. Viehzüchter, Viehtreiber und Farmbesitzer kommen von überall her, um an der Show teilzunehmen.

Zuschauer

Die Zuschauer am Birdsville Rodeo sind hauptsächlich Familienangehörige und Freunde der Teilnehmer.

Unser Wissen über Rinder, Bullen, Pferde oder auch das Viehtreiben ist klein. Klar, als Schweizer kennen wir Kühe, aber das hier ist eine ganz andere Geschichte. Am Rodeo dabei sein und erst noch hier im Outback, ist für uns etwas ganz besonderes.

Samstag, 10. Mai 2014 – Campdraft, Bull Ride und Saddle Bronc Ride

Nach der Mittagspause fahren wir zum Rodeo. Es sind noch sehr wenige Zuschauer da und die meisten sind wohl Familienangehörige und Freunde der Teilnehmer. Tagsüber steht das Campdraft auf dem Programm. Die Teilnehmer stehen bereit und warten auf den Startschuss.

Reiter in Birdsville

Reiter warten auf den Startschuss, um ihr Können im „Campdrafting“ zu beweisen.

“Campdraft” ist eine einzigartige australische Sportart. Ein Reiter muss ein Rind aus der Herde in die Arena treiben. Die Aufgabe des Reiters ist es nun, das Rind zu blocken und zum Richtungswechsel zu zwingen. Wenn dies dem Reiter zwei- bis dreimal gelingt, beweist er, dass er das Tier unter Kontrolle hat. Innerhalb einer Zeitlimite muss er das Tier zudem um Pfosten treiben und das in der Form einer Acht.

Du denkst jetzt vielleicht, wozu soll das denn gut sein? Dieser Sport benötigt reiterisches Können und Wissen über das Viehtreiben. Koordination und Tierkenntnisse sind ebenfalls gefragt. Beim “Campdraft” ist zudem wichtig, dass der Reiter ein Tier aus der Herde wählt, das zwar gut rennen kann aber nicht zu schnell für das Pferd ist.

Campdraft

Ein Reiter treibt das Rind um die Pfosten.

Wir schauen eine Weile zu und gehen dann zurück auf den Campingplatz. Abends sind wir natürlich für die Hauptattraktion, Bullen reiten, zurück.

Um 18:30 Uhr sind wir wieder auf dem Rodeo Gelände und die Zuschauerzahl hat sich in der Zwischenzeit massiv erhöht. Bevor aber das Bullen reiten startet, wird die Manege für die kleinen Reiter geöffnet. „Mutton Busting“ steht auf dem Programm. Kinder können ihre reiterischen Fähigkeiten auf den Rücken von Schafen beweisen. Das „Mutton Busting“ ist vor allem für die Erwachsenen sehr unterhaltsam. Wir haben schon lange nicht mehr so gelacht. Leider haben wir keine Bilder dazu, sind alle unscharf.

19:30 Uhr, Zeit für die richtigen Männer. Jetzt werden Bullen und halbwilde Pferde geritten. Der Kommentator gibt das Signal und das Tor wird geöffnet. Der Bulle springt aus dem Käfig und bockt, bevor er wieder anfängt sich wild zu bewegen. Der Reiter versucht mit allen Mitteln sich auf dem Rücken des Bullen zu halten bis er schliesslich loslassen muss. Immer wenn einer fällt, halten wir den Atem an. Die Hufe kommen nach dem Fall gefährlich Nahe an den Reiters. Zum Glück wissen die Reiter was sie tun und wie sie sich nach dem Fall verhalten müssen.

Bull ride

Die erste Runde des Bull Rides.

Nach dem Bull Ride steht das Saddle Bronc Ride auf dem Programm. Das Ziel des Teilnehmers ist es, mindestens acht Sekunden auf dem Rücken des halbwilden Pferdes zu bleiben, ohne dabei mit der freien Hand das Pferd zu berühren. Natürlich kommt es auch auf den Stil darauf an und die Art, wie das Pferd bockt oder sich fortbewegt. Die Reiter werden bewertet und es gibt ein Punktesystem für Reiter und Pferd. Die genauen Regeln kennen wir nicht, trotzdem ist es spannend zuzusehen.

Bronc Ride

Dem halbwilden Pferd gefällt es gar nicht, dass ihm ein Reiter auf den Rücken gesetzt wird.

Bronc ride

Auch dieses Pferd ist ziemlich bockig und mag den Reiter gar nicht.

Die Hauptattraktion des Abends ist der Bull Ride mit Monstermaschinen. Gehörnte Bullen treten in den Ring und verhalten sich wie Furien. Die Bullen schnauben und wehren sich bis schlussendlich der Reiter von seinem Rücken fällt.

Bull ride

Die Attraktion des Abends, Bull Ride mit den gehörnten Bullen am Birdsville Rodeo.

Um 22:00 Uhr verabschieden wir uns. Bevor wir uns auf den Campingplatz zurückziehen, gehen wir uns noch den Staub abduschen.

Sonntag (Muttertag), 11. Mai 2014 – Bronco Branding

Bevor wir uns von Birdsville verabschieden, schauen wir nochmals auf dem Rodeo Gelände vorbei. Heute ist das Bronco Branding im Gange. Bronco Branding ist eine traditionelle Art, wie das Vieh gekennzeichnet wird. Es wird demonstriert, wie es früher auf den grossen Farmen gemacht wurde. Heute wird diese Art von “Bronco Branding” nicht mehr im Alltag praktiziert, da Arbeitskräfte viel zu teuer sind und es heute einfachere Methoden gibt. Mit der Disziplin des traditionellen „Bronco Branding” als Sport wird die Tradition erhalten.

Das Ziel des Viehtreibers ist es, ein Rind mit dem Lasso aus der Herde zu fangen. Dann führt er das Tier zu einer Rampe, wo zwei Helfer das Tier auf den Boden legen und die Beine mit einem Strick zusammen binden. So gesichert ist das Rind bereit zum brandmarken. Ein erfolgreicher Viehtreiber braucht dafür weniger als eine Minute. Auch bei dieser Disziplin gibt es eine Zeitlimite und die Anzahl gekennzeichneten Tiere ist relevant, um zu gewinnen.

Bronco Branding

Ein Viehtreiber versucht ein Vieh aus der Herde zu fangen.

Es ist sehr interessant, die verschiedenen Reitstile der Viehtreiber zu beobachten. Die Art, wie sie sich dem Vieh nähern und sich für eins aus der Herde entscheiden. Faszinierend auch zu sehen, wie natürlich die Reiter auf den Rücken der Pferde sitzen und sich bewegen.

Australischer Viehtreiber

Dieser Viehtreiber war erfolgreich.

Das Birdsville Rodeo war ein fantastisches Erlebnis. Rau, staubig aber echt Australisch.

Swiss Nomads Tipp: Wer die Chance hat an einem Rodeo teilzunehmen, sollte das unbedingt tun. Ein Rodeo ist ein typischer Aussie Anlass, der einem einen Eindruck vom Leben im Outback vermittelt. Uns hat die familiäre Atmosphäre am Rodeo in Birdsville besonders gut gefallen.

Nützliche Informationen zum Birdsville Rodeo:
Eintritt: AUD 5 für Erwachsene, gratis für U18 und Pensionierte
Gratis Camping und heisse Duschen
Gratis Parkplätze
Essen und Trinken verfügbar

 

2 Gedanken zu “Birdsville Rodeo. Eine raue, staubige, ultra-coole Outback Erfahrung.

  1. Das klingt ja nach einem tollen Spektakel! In Deutschland gibt es sogar ähnliche (wenn auch vermutlich nicht ganz so spektakuläre) Rodeos. Ich werde im August zu einem ins Emsland fahren, diesmal sogar begleitet von meinem Packpony. Hoffe nur, er guckt sich das mit dem Buckeln nicht ab 😉

    • Hallo Sarah, ja so ein Rodeo im Outback ist wirklich ein ganz spezielles Erlebnis. Da sieht man die richtigen Cowboys. Es ist staubig, und geht ganz schön rauh zu und her. Einfach ein geniales Erlebnis. Wir wünschen dir viel Spass beim Rodeo im Emsland. Sonnige Grüsse. Marcel und Reni

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