Namibia Roadtrip zu den schönsten Orten im Süden

Namtib Camp im Süden Namibias

Ein Namibia Roadtrip für Selbstfahrer mit einem Camper verspricht viel Abenteuer, atemberaubende Landschaften und eine wundervolle Tierwelt. Namibia ist ein sehr gutes Land für eine erste Reise nach Afrika. Es ist einfach zu bereisen und die Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Willst du wissen, was du in drei Wochen Urlaub in Namibia alles sehen kannst? In diesem Beitrag findest du einen Vorschlag einer Reiseroute zu den schönsten Orten im Süden des Landes.

Ein Namibia Roadtrip steht schon lange auf unserer Reisewunschliste. Nach langer Recherche haben wir uns als Ziel in Afrika für Namibia entschieden. Uns bleiben drei Wochen Zeit, um die schönsten Orte Namibias zu entdecken.

Windhoek, die Hauptstadt von Namibia

Die Christus Kirche in Winhoek

Von Zürich fliegen wir nach Windhoek, der Hauptstadt von Namibia. Aus dem Flugzeug können wir schon die ersten Eindrücke der kargen und trockenen Landschaft Namibias erhaschen. Allerdings sehen wir nicht nur trockene Landschaft, sondern auch viel Wasser. Wir sind erstaunt über die vielen Flüsse und die prall gefüllten Wasserlöcher.

Die Einreiseformalitäten ziehen sich ganz schön in die Länge. Die Beamten nehmen es sehr genau und so stehen wir über eine Stunde in der Schlange. Immerhin klappt alles prima und wir erhalten den Einreisestempel. Jetzt kann unser Namibia Abenteuer beginnen.

Vom Flughafen fahren wir mit dem Taxi nach Windhoek, wo wir unseren Mietwagen für unseren Namibia Roadtrip übernehmen können. Damit wir frei und flexibel reisen können, haben wir uns einen Toyota Hilux 4WD mit Dachzelt gemietet. Mit dem Allradfahrzeug mit hoher Bodenfreiheit sind die Fahrten auf den Schotterpisten erträglich und auch für schwierigeres Gelände geeignet. Ausserdem sind wir mit dem Dachzelt, dem Kühlschrank, dem Gaskocher und der Campingausrüstung unabhängig und können auch für mehrere Tage ohne Fremdversorgung auskommen.

Es ist bereits dunkel, als wir unseren ersten Campingplatz im Monteiro Rest Camp, 12 km südlich von Windhoek, erreichen. Wir sind ganz erstaunt, denn es ist erst 17:15 Uhr. So heisst es das Dachzelt das erste Mal mit Stirnlampe aufzubauen. Noch etwas ungeschickt schaffen wir es schlussendlich und das Dachzelt steht. Etwas erschöpft von der Reise verkriechen wir uns schon bald ins Zelt.

Bereits bei der Fahrzeugübergabe haben wir erfahren, dass die Regensaison dieses Jahr ausserordentlich heftig und lange ist. Meteorologen hätten vorausgesagt, dass der Regen noch bis im Juni anhalten könnte. An unserem ersten Morgen in Namibia ist dann der Himmel auch grau und es ist stark bewölkt. Hoffentlich sind die Aussagen der Meteorologen falsch. Wir packen unser Dachzelt zusammen und fahren zuerst zurück nach Windhoek.

In Windhoek leben rund 450’000 Menschen, was für eine Hauptstadt eines Landes, das doppelt so gross ist wie Deutschland doch sehr wenig ist. Wir müssen einkaufen und uns mit Lebensmitteln eindecken, damit wir unseren Trip in den Busch beginnen können. In Windhoek gibt es einen Super Spar mit einer grossen Auswahl an Lebensmitteln. Wir finden alles was unser Herz begehrt. Sonst sehen wir von Windhoek nicht sehr viel. Wir wollen so schnell wie möglich in die Natur. Wenn wir am Ende unseres Namibia Roadtrips noch Zeit haben, werden wir uns die Stadt noch ansehen. Priorität hat das aber nicht, wir sind ja schliesslich für die Natur hier.

Unterkünfte in Windhoek

Chameleon Backpackers & Guesthouse

Beliebtes Hostel im Zentrum von Windhoek. Saubere Zimmer mit bequemen Betten. Schöner Garten mit Pool zum Relaxen, grosser Gemeinschaftsraum und gut ausgestattete Küche. Kostenloses WLAN.

Vondelhof Guesthouse

Geschmackvoll eingerichtetes Guesthouse an zentraler Lage. Grosse Zimmer, bequeme Betten und schönes Bad. Gemütlicher Garten mit Pool. Kostenloses WLAN.

Red Dune Camp – Das erste Highlight unseres Namibia Roadtrips

Für die zweite Nacht haben wir einen ganz speziellen, einsamen und wunderschönen Campingplatz gefunden. Wir übernachten im Red Dune Camp auf einer der roten Dünen der Kalahari Wüste. Die Plätze gehören zu einer Farm, sind aber einige Kilometer vom Farmgebäude entfernt. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichen wir den Platz.

Unser Platz hat eine Aussichtsplattform, ein Freiluftbad mit WC und Dusche, eine Feuerstelle und Licht, das von einem Solarpanel gespiesen wird. Von der Plattform aus geniessen wir den wunderschönen Sonnenuntergang über den roten Dünen der Kalahari. Dann bauen wir unser Dachzelt auf, zünden ein Feuer an und geniessen es draussen zu kochen.

Red Dune Camp in Namibia

Lagerfeuer im Red Dune Camp

Am nächsten Morgen erwachen wir genau rechtzeitig mit dem Sonnenaufgang inmitten der Dünen der Kalahari. Die Morgenstimmung ist wunderbar. Ich stehe auf und klettern auf unsere private Aussichtsplattform während Reni noch in unserem Dachzelt bleibt. Nach dem traumhaften Sonnenaufgang und einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg. Noch ein letzter Gang zur Toilette, die bei unserem Camp sehr luftig gebaut ist. Wahnsinn, mitten in der Natur haben wir fliessend Wasser für die Dusche und das WC und das Spülbecken wird per Handdruck aus einem Tank eingeleitet. Auf dieser Toilette könnten wir stundenlang sitzen und die Aussicht in die Kalahari geniessen.

Details zum Red Dune Camp in Namibia findest du auf reddunecamp.com

Outdoor Toilette im Red Dune Camp

In der Farm kaufen wir noch ein paar Bier. Das haben wir nämlich am Sonntag in Windhoek nicht bekommen. Der Verkauf von Alkohol unterliegt in Namibia strengen Auflagen und ist zeitlich eingeschränkt. Dann fahren wir los durch das schöne Tal Richtung Süden. Auf dem Weg wird es immer düsterer und die Sonne wird von dunklen Wolken verdeckt. Den ganzen Tag ist es recht bewölkt und die Sonne drückt nur zwischendurch durch die Wolkendecke. Zum Glück sind die dunklen Wolken hinter uns. Wir fahren weiter und können für dieses Mal den Regen abhängen.

Regenwolken beim Namibia Roadtrip

Campen beim Köcherbaumwald und Treffen mit Geparden

Unser nächstes Ziel auf dem Namibia Roadtrip ist Keetmanshoop. Die Stadt selbst lassen wir hinter uns und suchen uns zuerst einen Campingplatz. Auf der Gästefarm mit dem Quiver Tree Forest Camp gefällt es uns sehr gut. Hier ist auch der bekannte und sehenswerte Köcherbaumwald. Wald ist zwar für unser Verständnis ein bisschen übertrieben. Es gibt eine Ansammlung mit vielen Köcherbäumen auf einem Gelände. Solch grosse Bestände gibt es anscheinend nur hier.

Köcherbaum Wald Namibia

Die Farmbesitzer Coenie und Ingrid Nolte haben einen riesigen Teil ihrer Farm eingezäunt und in diesem Areal leben mehrere Geparden. Um 16 Uhr ist die Gepardenfütterung. Wir sehen mehrere ausgewachsene Tiere und auch kleinere Geparden tollen herum und geniessen die abendlichen Sonnenstrahlen.

Die Geparde wissen, dass es bald etwas zu Fressen gibt. Sie warten ungeduldig und voller Erwartung auf die Fleischbrocken. Coenie öffnet die Gittertür einen Spalt und wirft die ersten Stücke in das Gehege. Dann macht er etwas, dass ich zuerst kaum fassen kann. Er öffnet das Tor, geht in das Gehege und fordert uns auf ihm zu folgen. Sollen wir wirklich mit dem Farmer zu den Geparden in das Gehege? Nach kurzem Zögern folgen wir ihm vorsichtig. Wir können die Geparden aus nächster Nähe beobachten und der Farmer erklärt uns dabei sehr viel über die unglaublich eleganten Tiere. Geparde sind die einzigen Grosskatzen, die relativ einfach und rasch an Menschen gewöhnt werden können und so auch relativ zutraulich werden. Bei jeder anderen Grosskatze wären unsere Überlebenschancen im Gehege sehr klein.

Geparde im Süden von Namibia

Gepard beim Fressen

Einen grossen aber schon älteren und sehr friedlichen Geparden kann ich sogar streicheln. Das Fell ist recht grob und nicht zu vergleichen mit dem Fell einer Hauskatze in der Schweiz. Nach dem Fressen verschwinden die Geparde wieder in dem weitläufigen Gehege und wir verlieren sie in dem hohen Gras schnell aus den Augen.

Klippschliefer

Nach diesem Nervenkitzel gehen wir nochmals zu den Köcherbäumen. In der Zwischenzeit ist die Sonne ganz nahe am Horizont und geht bald unter. Die Tiere, die sich hier rumtreiben sind einiges harmloser als die Geparde. Auf den Felsen zwischen den Bäumen sonnen sich die putzigen Klippschliefer. Diese kaninchengrossen Tiere leben gerne in trockenen und felsigen Gebieten. Klippschliefer leben in Kolonien von bis zu 50 Tieren in zerklüfteten Landstrichen. Hier sind sie bei Tage aktiv und bewegen sich flink auf den Felsen. Bei Gefahr fliehen sie rasch in Felsspalten oder suchen sich einen Unterschlupf.

Unterkunft in Keetmanshoop

Quiver Inn Guesthouse

Schöne, stilvoll eingerichtete Zimmer. Gartenterrasse mit Sitzplätzen. Gutes Preis-Leistungsverhältnis. Kostenloses WLAN.

Wir haben beim Quivertree Forest Rest Camp übernachtet. Der Campingplatz befindet sich rund 13 km nördlich von Keetmanshoop an der Strasse M29. Mehr Infos auf quivertree.net

Der gewaltige Fish River Canyon im Süden Namibias

Am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Süden von Namibia. Unser heutiges Ziel ist der Fisch River Canyon. In Keetmannshoop gehen wir noch kurz einkaufen und fahren dann weiter auf der B4 Richtung Lüderitz. Bei Seeheim biegen wir von der Teerstrasse auf die Schotterstrasse C12 Richtung Fisch River Canyon ab. Wir kommen gut voran und erreichen das Fish River Canyon Roadhouse bereits gegen Mittag.

Das Fish River Canyon Roadhouse ist wie eine kleine Oase. Auf dem sehr gepflegten Grundstück befindet sich das Roadhouse mit Restaurant, Zimmern, Shop und Bar. Hinter dem Roadhouse befindet sich der Campingplatz.

Auf dem Grundstück stehen überall alte, verrostete Maschinen und Fahrzeuge. Für Liebhaber von Oldtimern ist dies ein kleines Paradies.

Fish River Canyon Roadhouse

Da wir genug früh dran sind, entscheiden wir uns gleich heute zum Canyon zu fahren. Auf dem Weg zum Canyon treffen wir auf eine Herde Springböcke. Der erste Anblick des Canyons ist atemberaubend. Wir fahren durch steinige Landschaft und plötzlich bricht die Welt weg. Von der Aussichtsplattform beim Hobas Aussichtspunkt geniessen wir den gigantischen Anblick auf den riesigen Canyon.

Der Fish River Canyon im Ai-Ais Richtersveld Transfrontier Park ist mit etwa 160 km Länge, bis zu 27 km Breite und bis zu 550 Meter Tiefe vom Fischfluss ausgewaschenen Flussbett der grösste Canyon Afrikas. Er gilt nach dem Grand Canyon in Amerika als zweitgrösster Canyon der Erde. Laut dem namibischen Wetteramt wurden hier Rekordtemperaturen von mehr als 50° C gemessen.

Der Fischfluss ist mit einer Länge von über 650 km der längste Fluss Namibias. Er entspringt im östlichen Naukluftgebirge, führt aber ausschliesslich in sehr regenreichen Zeiten unterhalb seiner Stauung am Hardap-Damm Wasser. Der Fish River Canyon beginnt bei Seeheim im Norden und endet im Süden bei Ai-Ais, während der Fluss erst einige Kilometer danach in den Oranje mündet, den Grenzfluss zur Republik Südafrika. Aufgrund der reduzierten Wasserführung unterhalb des Hardap-Damms ist nicht nur die zukünftige Auswaschung des Flussbettes minimiert, sondern es wird sich im Laufe der Zeit auch die Vegetation am Flusslauf verändern. Trotzdem lassen sich im Flussbett selbst in regenarmen Zeiten einzelne Tümpel finden, die wahrscheinlich von Grundwasser das ganze Jahr gespeist werden. Die Wasserstellen werden sowohl von einigen Antilopenarten als auch von Leoparden genutzt.

Fish River Canyon Namibia

Köcherbaum am Fish River Canyon

Der Abstieg in den Canyon ist lebensgefährlich und nur mit einem Führer, im Rahmen eines mehrtägigen Trekkings erlaubt. So beschränken wir uns auf die atemberaubenden Ausblicke, die wir von den verschiedenen Aussichtspunkten entlang des Canyons haben. Wir können uns kaum von den imposanten Blicken in den Fish River Canyon losreissen und so dunkelt es bereits wieder ein bis wir zurück beim Roadhouse sind. Wir geniessen zuerst eine erfrischende Dusche und gönnen uns dann ein kühles Bier an der Bar um die Kehle vom Staub freizuspühlen.

Im Restaurant mit der sehr netten Bedienung essen wir unser erstes Afrikanisches Wildfleisch. Das Fleisch der Oryx-Antilope und des Springbocks schmeckt vorzüglich und ist sehr zart. Auch fürs Auge wird etwas geboten, denn auch hier im Restaurant sind viele alte Dinge ausgestellt.

Unterkunft beim Fish River Canyon

Gondwana Canyon Roadhouse

Das Canyon Roadhouse bietet Zimmer, ein gutes Restaurant mit schönem Aussenbereich und Pool an. Besonders cool ist die Sammlung alter Autos. Wir haben auf dem Campingplatz hinter dem Roadhouse übernachtet. Uns hat es beim Canyon Roadhouse supergut gefallen.

Zwei superschöne Lodges beim Fish River Canyon sind:

Gondwana Canyon Lodge

Die Chalets sind perfekt in die felsige Landschaft eingebettet. Restaurant, Garten und Pool vorhanden. Toller Aussichtspunkt mit fantastischer Aussicht auf die Landschaft. Perfekt für den Sonnenuntergang.

Fish River Lodge

Chalets auf der Klippe mit gigantischer Aussicht auf den Fish River Canyon. Grosse, stilvoll eingerichtete Zimmer mit schönem Badezimmer. Wer möchte, kann auf der Terrasse unter den Sternen schlafen.

Starke Regenfälle und gesperrte Strasse   

Vom Fish River Canyon wollen wir eigentlich über die sehr abgelegene und wenig befahre Strassen über Ai-Ais und Rosh Pinah nach Aus und weiter nach Lüderitz fahren. Leider sind aber genau diese Strassen zurzeit wegen der heftigen Regenfälle nicht passierbar. So müssen wir bis Seeheim denselben Weg zurück, wie wir gekommen sind. Von Seeheim fahren wir dann auf der gut ausgebauten B4 in westliche Richtung der Küste entgegen.

Strasse Richtung Süden von Namibia

Eindrückliche Landschaft im Klein-Aus Vista Camp

Wir erreichen das Camp Klein-Aus Vista am frühen Nachmittag. Perfekt, denn so können wir gleich die Wanderschuhe schnüren und eine ausgedehnte Wanderung in die nahe gelegenen Hügel unternehmen. Die Landschaft fasziniert uns.

Wanderung bei bei Klein Aus Vista in Namibia

Immer wieder sehen wir hier in Namibia grosse Vogelnester auf Bäumen und Telefonstangen. Am Baum der auf unserem Stellplatz steht, hat es ein solches Nest, das von den Siedelwebern bewohnt wird. Die Siedelweber sind sperlingsähnliche Webervögel, die bis zu 14 cm gross werden.

Die Siedelweber sind lebhafte und lautstarke Koloniebrüter, die ihre Gemeinschaftsnester aus Gras in Bäumen und an Telefonmasten bauen. Der Nestbau wird von einigen Vögeln durch den Bau des Daches an einem kräftigen Ast begonnen. Danach bauen die an der Kolonie beteiligten Paare ihre Einzelnester mit den Eingängen nach unten. Die Nester werden jahrelang genutzt und mit der Zeit immer grösser. Sie können über 4 Meter breit werden und über 100 Nester beherbergen.

Das Abendessen kochen wir auf dem Feuer und schaffen es gerade noch vor dem Regen zu essen. Wir packen alles weg und rennen noch rasch zur Toilette, um die Zähne zu putzen. Anfangs kommen nur wenige Tropfen runter bis es dann plötzlich sehr stark zu regnen beginnt. Wir schaffen es halbwegs trocken in unser Dachzelt zu kriechen, bevor das heftige Gewitter niedergeht. Es regnet wie aus Kübeln und das die ganze Nacht. Das stetige Donnergrollen ist ohrenbetäubend laut und es fällt uns schwer zu schlafen. Wir hoffen, dass das Unwetter endlich nachlässt. Aber auch am nächsten Morgen schüttet es weiter. So bleiben wir etwas länger liegen und gegen 9 Uhr lässt der Regen dann endlich etwas nach.

Zum Glück hat unser Dachzelt dem Sturm Stand gehalten. Draussen ist alles nass und der Himmel nach wie vor mit dunklen, grauen Wolken verhangen. Nach dem Frühstück packen wir das klitschnasse Dachzelt ein und reisen weiter. Die Piste zurück zur Hauptstrasse gleicht heute Vormittag eher einem Flussbett als einem Weg.

Auf dem Weg von Aus nach Lüderitz an der Westküste fahren wir der stillgelegten Bahnlinie entlang. Das alte Bahnhofsgebäude von Garub sieht mit dem bedeckten Himmel sehr trostlos aus. Zwischendurch lösen sich die Wolken etwas auf. Sobald wir aber in die Nähe der Küste kommen, wird die Wolkendecke wieder dichter.

Bahnhofsruine in Namibia

Unterkunft in Aus und Camping in Klein-Aus Vista

Bei Klein-Aus Vista haben wir auf dem Desert Horse Camp übernachtet. Der Campingplatz ist inmitten der Natur mit Schatten spendenden Bäumen und bietet alles, was das Camperherz begehrt. Grillstellen, Tische mit Bänken, Windschutz, fliessend Wasser, Toiletten und heisse Duschen.

Mehr Informationen findest du auf klein-aus-vista.com/accommodation/desert-horse-campsite

Bahnhof Hotel Aus

Zentrale Lage mit Supermarkt in der Nähe. Saubere Zimmer, Restaurant mit grosser Terrasse in gemütlichem Garten. Kostenloses WLAN.

Der Besuch der Geisterstadt Kolmanskop darf bei einer Namibia Reise nicht fehlen

Etwa 10 Kilometer vor Lüderitz liegt die Geisterstadt Kolmanskop inmitten einer der unwirtlichsten und trostlosesten Gegenden, die wir je gesehen haben. Die Umgebung erinnert uns an eine trostlose, pflanzenlose Mondlandschaft.

Die Lüderitz-Eisenbahn erreichte Kolmanskop auf ihrem Weg nach Aus im Jahre 1905. Der Ort verdankt seine Entstehung den Eisenbahnarbeitern August Stauch und Zacharias Lewala, welche am benachbarten Bahnhof Grasplatz 1908 zufällig die ersten Diamanten fanden. Die Diamanten Funde haben einen Boom ausgelöst und der wiederum sorgte für ein schnelles Wachstum der Siedlung. Zuerst war Kolmanskop nur als Diamantensucher-Camp gedacht, ist dann jedoch schnell weiter gewachsen. Die Siedlung befindet sich an der Nordgrenze des Diamantensperrgebiets.

Dank den Diamanten sind die Bewohner reich geworden und so war im Ort aller Luxus vorhanden, der damals für Geld zu bekommen war. Und das in einer Umgebung, die trostlos und lebensfeindlich war. Es gab nämlich kein Wasser, keinen Regen, keine fruchtbare Erde, keinerlei Infrastruktur, sondern einfach nur Sand, heftige Sandstürme und eine unbarmherzige Hitze. Trotz der lebensfeindlichen Umgebung lebten hier bis zu 400 Menschen und es entstanden hochherrschaftliche Steinhäuser nach deutschem Vorbild.

Neben Unterkünften für die Arbeiter gab es Verwaltungs- und Dienstgebäude. Zur Infrastruktur gehörte ein Elektrizitätswerk, ein Krankenhaus (mit der ersten Röntgenstation in Afrika) und eine Eisfabrik zur Herstellung von Blockeis für Eisschränke. Für die Verpflegung gab es einen Tante-Emma-Laden, eine Metzgerei und eine Grossküche. Der Ballsaal ist als Theater und Turnhalle genutzt worden und eine Kegelbahn und eine Schule waren ebenfalls vorhanden. Sogar ein Salzwasser-Schwimmbad und eine Schmalspurbahn für den Transport von Waren und Personen innerhalb des Ortes waren hier zu finden.

Das Wasser, das zum täglichen Leben nötig war, musste aus dem rund 1’000 km entfernten Kapstadt herantransportiert werden. Das Baumaterial für die Häuser, deren Einrichtungen, die Maschinen und alles, was man damals in Europa unter Luxus verstand, wurde aus Deutschland mit dem Schiff angeliefert. Meistens sind die Waren im Hafen Lüderitz abgeladen worden.

Kolmanskop galt damals als die reichste Stadt Afrikas. Dennoch war Kolmanskop nur ein Paradies auf Zeit. Die Diamantenfelder waren bald abgebaut und so verlagerte sich die Diamantenförderung immer weiter nach Süden. 1930 wurde der Diamantenabbau bei Kolmanskop ganz eingestellt, die Bewohner verliessen nach und nach den Ort und überliessen ihn der Wüste. Die letzte Person lebte hier bis in die 1960er Jahre. Viele Wohnungseinrichtungen, Sportgeräte, Werkzeug und vieles mehr wurden erst gar nicht mitgenommen.

Kolmanskop Geisterstadt Namibia

Die Wüste holte sich im Laufe der Jahrzehnte zurück, was der Mensch ihr abgerungen hatte. Die Häuser verfielen zusehends und in den Ruinen häufte sich der Sand meterhoch. Die Inneneinrichtung wurde teilweise zerstört oder mitgenommen. Kolmanskop war endgültig eine Geisterstadt.

Nur ein zaghafter, zunächst auf Privatinitiative beruhender Museumsverkehr brachte gelegentlich ein bisschen Leben zurück. Erst als in den 1990er Jahren auch Lüderitz einen wirtschaftlichen Aufstieg erlebte, widmete man Kolmanskop wieder mehr Aufmerksamkeit. Man begann einige erhaltenswerte Gebäude zu restaurieren, Räume wieder originalgetreu zu möblieren und nach und nach ist so ein Museum entstanden.

Geisterstadt Kolmanskop auf Namibia Roadtrip

Nach der Führung mit vielen Detailinformationen dürfen wir alleine durch die Häuser schlendern und die Gegend erkunden.

Die Besichtigung der Geisterstadt Kolmanskop war sehr spannend und aufschlussreich. Als nächstes steuern wir Lüderitz an und fahren durch die Mondlandschaft an die Küste.

Sehenswürdigkeiten in Lüderitz

In Lüderitz schauen wir uns die Felsenkirche an, die auf einer Anhöhe über der Stadt thront. Auch die farbenfrohen Häuser gefallen uns sehr gut. Witzig ist der Kontrast zwischen den schön farbig bemalten und herausgeputzten Häusern und der sandigen braunen Strasse.

Felsen Kirche in Lüderitz Namibia

Namibia Roadtrip nach Lüderitz

Nach einem Blitzbesuch in Lüderitz fahren wir wieder von der Küste ins Landesinnere. Auf dem Weg bestaunen wir den schleppenden Fortschritt des Eisenbahnbaus von Aus nach Lüderitz. Diese Strecke wurde das erste Mal durch die Deutsche Kolonial-Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft sowie dem Eisenbahnbataillon der Schutztruppe gebaut. Ende 1905 wurde mit dem Bau begonnen und bereits am 1. November 1906 wurde der Betrieb bis Aus aufgenommen. Im Jahre 1997 wurde der Betrieb wegen Unrentabilität komplett eingestellt und die Linie von der Natur zurückerobert. Seit August 2001 wird der Streckenabschnitt zwischen Aus und Lüderitz vollständig neu gebaut, um die Anbindung des Hafens Lüderitz zu verbessern.

Die Sanierung der über 100 Jahre alten Eisenbahnstrecke zwischen Aus und Lüderitzbucht dauert wegen konstruktionstechnischer Modifikationen, zusätzlicher Aufgaben sowie einem Mangel an Schienen deutlich länger als geplant. Es hiess, dass im Jahr 2012 alles fertig sein soll. Nach Überschreitung des Budgets um das Vierfache sowie der Verzögerung der Bauzeit um etliche Jahre ist im November 2014 die Südbahn wieder in Betrieb genommen worden. Der erste Zug ist am 19. November 2014 in Lüderitzbucht eingefahren, das erste Mal seit 1996.

Eigentlich verrückt, dass vor hundert Jahren in Handarbeit die Strecke in weniger als einem Jahr ausgebaut wurde und heute, trotz moderner Maschinen, dauert es fast ein Jahrzehnt die Linie fertig zu stellen.

Leider kommen auch wir nicht ganz so zügig voran, wie wir erwartet haben. Wegen einer falschen Distanz-Angabe in unserem Reiseführer haben wir uns verrechnet. Zudem sind die Strassen in einem sehr schlechten Zustand und der Regen hat die Strassen aufgeweicht. Das Fahren auf den schlammigen Strassen fühlt sich an wie Glatteis.

Weite Landschaft in Namibias Süden

Aufgeweichte Strasse nach Regen

Unterkunft in Lüderitz

The Cormorant House

Gute Lage, rund 500 m bis ins Zentrum. Restaurants und Cafes sind fussläufig erreichbar. Zimmer mit Küche und Essbereich zur Selbstversorgung. Einige der Zimmer haben eine tolle Aussicht auf die Bucht.

Tranquility Guest House

Zentrale Lage mit Restaurants und Cafes in der Nähe. Knapp 1 km von der Uferpromenade entfernt. Zimmer mit eigenem Bad, einige der Zimmer haben eine Küchenzeile und einen Essbereich. Familiäre Atmosphäre. Kostenloses WLAN.

Lüderitz ist rund 10 km von der Geisterstadt Kolmanskop entfernt.

Gästefarm Namtib – Zwischenstopp auf unserem Namibia Roadtrip

Mit etwas Verspätung und bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Gästefarm Namtib. Vor der Farm liegt noch ein kleines Hindernis. Wo sonst die Strasse durchgeht, schneidet uns ein Fluss den Weg ab. Auch hier hat es sehr stark geregnet und von den Bergen in der Umgebung fliesst sehr viel Wasser durch Bachbetten, die sonst das ganze Jahr ausgetrocknet sind und nur selten Wasser führen. Das Camp befindet sich einige Kilometer von der Farm entfernt. Leider ist es schon fast dunkel. Wir finden aber trotzdem einen traumhaft schönen Platz unter einem grossen Akazienbaum.

Am nächsten Morgen stehen wir eher auf. Die Stimmung vor dem Sonnenaufgang ist mystisch. Der morgendliche Nebel verzaubert die Landschaft mit den grossen Bäumen in eine Märchenwelt. Wir geniessen die Stimmung und freuen uns auf den bevorstehenden Tag.

Langsam erwacht der Tag. Der Nebel verzieht sich und die ersten Sonnenstrahlen durchdringen den Nebel. Dann kommt die Sonne über dem Hügel immer mehr zum Vorschein und beleuchtet die umliegenden Hügelzüge.

Nebel im Süden von Namibia

Nebel auf der Namtib Gästefarm

Zum Glück wird es nun auch wärmer, denn mit dem Nebel und dem feuchten Tau war es ganz schön frisch. Während des Frühstücks löst sich der Nebel komplett auf und die Umgebung erstrahlt in frischen Farben.

Die Sanddünen der Namib Wüste

Wir fahren vom Farmgelände auf die D707 und dann weiter auf der C27 Richtung Norden. Auf der Strecke durch die traumhaft schöne Landschaft der Tirasberge sehen wir auch die ersten Sanddünen der Namib Wüste.

Die Sanddünen der Namib Wüste sind eines der Highlights unseres Namibia Roadtrips. Wir können uns kaum satt sehen von den roten Dünen und der endlosen Weite. Wir sehen auch viele Tiere. Diese Oryx Antilope steht ganz alleine auf der einen Seite der Strasse, während auf der anderen Seite eine ganze Herde steht. Wir haben Glück, denn die Antilope steht recht nahe an der Strasse. So haben wir genügend Zeit sie aus dem Auto zu bestaunen. Sobald wir aber aus dem Auto aussteigen, erschreckt sie und springt davon.

Oryx Antilope in Namibias Süden

Sand Dünen in der Namtib Wüste

Sand Düne in der Namtib Wüste

Obwohl Namibia sehr flach ist, wird uns auf der Fahrt nie langweilig. Ständig verändert sich die Landschaft und immer wieder sind wir aufs Neue überrascht. Auch die Tiere tragen natürlich zur Abwechslung bei.

Springböcke sehen wir sehr oft während unserer Reise durch Namibia. Hast du gewusst, dass der Springbock neben dem Gepard eines der schnellsten Tiere ist und fast 90 km/h erreicht? Im Spurt aus dem Stand hängt er jedes andere Tier ab, denn der Springbock schafft es in nur 2 Sekunden auf 62 km/h.

Springböcke in der Landschaft auf Namibia Raodtrip

Springböcke beim Namibia Roadtrip

Der Schabrackenschakal ist ein Wildhund, den wir in Namibia immer wieder antreffen. Die Schakale ernähren sich vor allem von kleinen Tieren wie Käfern, Insekten, aber auch Mäusen, Eidechsen und Pflanzen. Sie sind extrem anpassungsfähig und können auch in unfruchtbaren Gegenden überleben.

Schabernackenschakal in Namibia

Der Roadtrip durch Namibias Süden hat uns total begeistert. Das Wetter war zwar nicht immer auf unserer Seite, aber wir haben trotzdem jede Minute genossen. Die unendlichen Weiten, die wunderschöne Natur und der Tierreichtum im Süden von Namibia hat uns in seinen Bann gezogen.

Im zweiten Beitrag kannst du mehr lesen über unseren Roadtrip durch den Norden von Namibia.

Warst du auch schon in Namibia mit einem Camper unterwegs? Welche Orte haben dir im Süden Namibias am besten gefallen? 

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