Die Wanderungen im Seoraksan Nationalpark in Südkorea sind schweisstreibend

Wandern im Soraksan Nationalpark in Südkorea

Beim wandern im Seoraksan Nationalpark sind wir ganz schön ins Schwitzen gekommen. Unsere Beine schmerzten, unsere gesamte Energie brauchten wir bis aufs Letzte auf und einen kräftigen Muskelkater haben wir uns eingefangen. Jeder Tropfen Schweiss hat sich aber gelohnt. Denn die Aussichten entlang der Wanderungen und von den Gipfeln des Seoraksan Nationalparks sind einfach wunderbar. Die Landschaft mit den markanten Felsformationen ist spektakulär und einzigartig. Kein Wunder also, dass der Seoraksan Nationalpark eines der beliebtesten Wanderziele der Koreaner ist.

Steile, anspruchsvolle und schweisstreibende Wanderungen gibt es ganz viele im Seoraksan Nationalpark in Südkorea. Die Wanderungen sind gut ausgebaut und beschildert. Wunderschöne Aussichten auf die traumhafte Berglandschaft mit zerklüfteten Felsformationen und verwinkelten Tälern sind die Belohnung für die Anstrengungen. Es gibt mehrere Zugänge zum Nationalpark und wir haben Wanderungen von verschiedenen Orten aus unternommen. In diesem Artikel beschreiben wir zwei der schönsten Wanderungen im Seoraksan Nationalpark, welche an einem Tag zu bewältigen sind. Es gibt noch viele weitere schöne Wanderungen und auch mehrtägige Wanderungen mit Übernachtungen in verschiedenen Berghütten sind möglich.

Der Seoraksan Nationalpark ist der bekannteste Nationalpark in Südkorea und zieht die meisten Besucher an. Während der Hochsaison sind die riesigen Parkplätze bei den Zugängen zum Nationalpark proppenvoll. Zum Glück sind wir noch vor der Hochsaison im Seoraksan Nationalpark und können so diese wundervolle Natur in aller Ruhe geniessen. Ein weiterer sehr beliebter Nationalpark in Südkorea ist der Jirisan Nationalpark, den wir auch besucht haben.

Die Wanderungen im Seoraksan Nationalpark vom Ort Seorakdong aus

Seorakdong ist der beliebteste Zugangsort und liegt im Nordosten des Seoraksan Nationalparks. Bereits weit vor dem Eingang zum Nationalpark fahren wir an riesigen Parkplätzen vorbei. Zurzeit sind die Parkplätze zwar leer, aber an der Grösse der Parkplätze können wir abschätzen, welche Menschenmassen während der Hochsaison den Seoraksan Nationalpark besuchen. Der Parkplatz beim Eingang ist bereits recht voll und wir ergattern einen der beliebten Parkplätze. Wir schnappen unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Auf den Eingang steuert ein Strom von Menschen zu. Anscheinend sind gerade ein paar Reisebusse gleichzeitig angekommen. Auf dem Platz reihen sich die Busse aneinander. Wir bezahlen den Eintritt von KRW 4’000 / CHF 3.60 / EUR 3 pro Person und gehen durch das imposante Eingangstor.

Das imposante Eingangstor zum Seoraksan Nationalpark

Im Nationalpark gehen wir zuerst durch einen Park. Hier reihen sich Restaurants und Souvenir Shops aneinander. Es ist wirklich sehr touristisch und wir fühlen uns mit den vielen Leuten schon fast ein bisschen wie auf einem Rummelplatz. Im Visitor Information Center fragen wir nach einer Karte mit den Wanderwegen und der nette Herr, der auch gut Englisch spricht, gibt uns auch gleich seine Empfehlungen weiter. Er wünscht uns einen schönen Tag und versichert uns, dass wir wirklich unglaubliches Wetterglück haben. Denn heute ist nicht nur schön sonnig, sondern die Luft ist klar und wir geniessen richtig gute Weitsicht. Auch die Temperaturen sind sehr angenehm und perfekt zum wandern. Wir freuen uns riesig darauf den Seoraksan Nationalpark zu Fuss zu erkunden.

Die Parkanlage des Seoraksan Nationalparks bei Seorakdong

Gleich nach dem Visitor Information Center befindet sich die Talstation der Seilbahn, welche die Besucher in die Höhe zu den Felsformationen Gwongeumseong ins Taebaek Gebirge befördert. Ein grosser Teil des Besucherstromes geht in die Richtung der Seilbahnstation. Wir wollen aber das Gebirge erwandern und gehen an der Station vorbei.

Die Flusslandschaft im Seoraksan Nationalpark

Bevor wir vom Tal in die Höhe wandern, schauen wir uns noch den Sinheungsa Tempel an. Vor dem Tempel steht die riesige Statue des Sitzenden Buddhas. Die aus Bronze gefertigte Statue ist über 10 Meter hoch.

Die riesige Buddha Statue des Sinheungsa Tempel im Seoraksan Nationalpark

Der Sinheungsa Tempel liegt im Tal und ist wunderschön in die umliegenden Berge des Seoraksan Nationalparks eingebettet.

Die Tempelhalle des Sinheungsa Tempels bei Seorakdong

Der Pavillon des Sinheungsa Tempels bei Seorakdong

Die Wanderung zum markanten Felsen Ulsanbawi ist sehr beliebt

Die Wanderung zum Ulsanbawi, einem sehr markanten Felsen im Seoraksan Nationalpark, ist eine der beliebtesten Wanderungen. Sobald wir vom Sinheungsa Tempel auf dem Wanderweg zum Ulsanbawi weiter gehen, hat es weniger Menschen. Anscheinend sind die vielen Besucher vor allem hier um mit der Seilbahn rasch in die Höhe zu gleiten, die Aussicht zu geniessen und die Tempelanlage zu besichtigen. Uns soll das recht sein. So können wir in Ruhe die wunderschöne Natur geniessen.

Aussicht entlang der Wanderung zum Ulsanbawi im Seoraksan Nationalpark

Nach knapp 3 km wandern erreichen wir den Felsen Heundeulbawi. Dieser riesige Felsbrocken balanciert auf einer Felsplatte und kann durch Menschenkraft bewegt, aber nicht umgestürzt werden. Beim Felsen befindet sich auch der kleine Felsen Tempel Gyejoam. In einer Grotte befinden sich eine wunderschöne Buddha Statue umgeben von vielen kleinen Buddha Figuren.

Der Gyejoam Tempel im Seoraksan Nationalpark

Der letzte Kilometer zum Ulsanbawi hat es in sich. Es geht steil aufwärts und unsere Beine werden langsam müde vom Treppensteigen. Zum Glück verläuft der Wanderweg durch den Wald und wir sind zwischen den Bäumen etwas geschützt von der Sonne. Sonst würden wir noch mehr schwitzen. Von einem Felsvorsprung haben wir einen schönen Blick auf die Felswand des Ulsanbawi. Wir sehen aber auch, dass es immer noch ein ganzes Stück aufwärts geht bis zu unserem Ziel.

Die markante Felswand Ulsanbawi im Seoraksan Nationalpark

Der letzte Teil der Wanderung verläuft über steile Treppen. Die Metalltreppen ermöglichen den Aufstieg entlang der steilen Felswände. Ohne diese Treppen wäre es wohl kaum möglich auf den Felsen zu klettern.

Die Treppen beim Aufstieg zum Ulsanbawi im Seoraksan Nationalpark

Die Treppen zum Ulsanbawi im Seoraksan Nationalpark

Die Aussichtsplattformen beim Ulsanbawi im Seoraksan Nationalark

Von den Aussichtsplattformen auf dem Ulsanbawi Felsen haben wir eine wundervolle Aussicht. In die eine Richtung können wir die Berge des Seoraksan Nationalparks bestaunen, in Richtung Osten sehen wir die Stadt Sokcho und die Ostküste Südkoreas. Für den 3.8 km langen Aufstieg zum Ulsanbawi haben wir rund 2 Stunden benötigt. Die Wanderung ist anstrengend und der letzte Teil über die steilen Treppen dem Wetter ausgesetzt.

Die Aussicht von Ulsanbawi im Seoraksan Nationalpark über Sokcho

Zurück ins Tal geht es auf dem gleichen Weg. Bevor wir uns aber auf den Rückweg machen geniessen wir die wunderschöne Aussicht über den Seoraksan Nationalpark. Wir essen bei bester Aussicht unser mitgebrachtes Mittagessen und natürlich darf auch ein Selfie nicht fehlen.

Reni und Marcel auf dem Ulsanbawi Felsen im Seoraksan Nationalpark

Die Seorakdong Route zum Dacheongbong Peak

Von Seorakdong aus gibt es noch mehr schöne Wanderungen durch den Seoraksan Nationalpark. Es lohnt sich also durchaus mehr als einen Tag einzuplanen. Die Seorakdong Route ist die bekannteste Route zum Dacheongbong Peak, dem höchsten Gipfel im Seoraksan Nationalpark. Diese Wanderung ist aber vor allem für Wanderer geeignet, die eine Nacht in der Berghütte einplanen. Die Wanderung zum Gipfel ist 11 km lang und für den Aufstieg sollten rund 6.5 Stunden eingerechnet werden. Kurz vor dem Gipfel befindet sich die Jungcheong Berghütte. Viele Wanderer gehen bis zu dieser Berghütte, übernachten hier und steigen dann zum Sonnenaufgang auf den Gipfel des Dacheongbong auf. Wir werden die Wanderung zum Dacheongbong Gipfel von Osaek aus unternehmen, denn diese Route ist an einem Tag machbar.

Die Towangseong Falls Route zu verschiedenen Wasserfällen

Die Wanderung zu den Wasserfällen Yukdam, Biryong und Towangseong ist 2.1 km lang und es sollten rund 1.5 Stunden für die einfache Wanderung eingerechnet werden.

Wanderungen im Seoraksan Nationalpark vom Ort Osaek aus

Der Ort Osaek ist ein weiterer beliebter Ausgangspukt für Wanderungen im Seoraksan Nationalpark. Im Ort gibt es Thermalquellen, Unterkünfte, Restaurants und ein Büro der Nationalparkbehörde. Wir sind heute früh aufgestanden, denn wir wollen die anstrengende Wanderung zum Gipfel des Dacheongbong in Angriff nehmen. Wir stellen unser Fahrzeug ab, schnappen unsere Rucksäcke und marschieren los. Der Gipfel des Dacheongbong liegt auf 1‘708 m Höhe. Unser Ausgangspunkt liegt auf rund 400 m. Die Wanderung ist zwar nur 5 km lang, aber auf diesen fünf Kilometern müssen wir 1‘300 Höhenmeter überwinden. Die ersten 500 m nach der Ranger Station sind noch sehr angenehm. Wir wandern auf einem Plankenweg durch eine Schlucht entlang eines kleinen Baches. Dann geht es aber supersteil hoch über einen steinigen Weg.

Die Wanderung zum Dacheongbong im Seoraksan Nationalpark

Entlang des Wanderweges hat es immer wieder Rastplätze mit Holzbänken zum verschnaufen. Nach etwa 2 km wird es wieder etwas flacher und der Wanderweg ist etwas angenehmer. Es geht leicht hoch und auch ein bisschen runter. Der Weg folgt einer tiefen Schlucht und im Tal hören wir das Rauschen eines Baches. Wir haben die erste Hälfte der Distanz hinter uns und es wird wieder steiler. Es folgen viele Treppenstufen und unsere Beinmuskeln werden ganz schön beansprucht. Aus der Schlucht geht es weiter über unzählige Treppenstufen und steile Steinpassagen aufwärts.

Treppen entlang der Wanderung zum Dacheongbong Gipfel

Wir merken wie es kühler wird, je höher wir kommen. Inzwischen befinden wir uns auf über 1‘000 m, es liegen aber immer noch 700 Höhenmeter vor uns. Es geht nun konstant sehr steil über Holz- und Steintritte aufwärts. Unsere Beine werden immer müder und der Schweiss durchnässt unsere Kleider. Schlussendlich lichtet sich der Wald etwas und wir können die umliegenden Berge sehen.

Auf der Osaek Route zum Dacheongbong Peak

Das letzte Stück ist nicht mehr ganz so steil, aber unsere Beine sind inzwischen auch ganz schön ausgepowert. Wir kämpfen uns die letzten Meter hoch bis zum Gipfel. Die Bäume haben Azaleenbüschen Platz gemacht und wir können nun sehen, wie hoch wir gewandert sind.

Wanderung zum Gipfel des Dacheongbong im Seoraksan Nationalpark

Überglücklich erreichen wir den Gipfel des Dacheongbong auf 1‘708 m. Im Gegensatz zu anderen Gipfeln, welche wir in Südkorea bereits bewandert haben, geht es hier auf dem Dacheongbong etwas ruhiger zu und her. Es hat nur wenige andere Wanderer, welche die anstrengende Wanderung heute in Angriff genommen haben. So haben wir den Gipfel fast für uns alleine und können in aller Ruhe unser Gipfelbild machen. Dann geniessen wir zuerst einmal unsere Mittagspause und stärken uns für den Rückweg.

Reni und Marcel auf dem Gipfel des Dacheongbong im Seoraksan Nationalpark

Die Wanderung zum Dacheongbong Peak auf 1‘708 m kann man von verschiedenen Orten aus in verschiedenen Tälern des Seoraksan Nationalparks in Angriff nehmen. Die Osaek Route ist die kürzeste Route zum Dacheongbong Peak. Allerdings ist die Route auch sehr steil und anstrengend. Die Distanz beträgt 5 km und für den Aufstieg sollten rund 4 Stunden eingerechnet werden. Die Baekdam Route führt an den Tempeln Baekdamsa, Youngsiam und Bongjeongam zum Dacheongbong Gipfel. Dies ist die längste Route und die Distanz zum Dacheongbong Gipfel beträgt 19.4 km. Für diese Wanderung sollten 7.5 Stunden eingerechnet werden. Die Hangyeryoung Route ist 8.3 km lang und 5.5 Stunden sollten für diese Route zum Dacheongbong eingerechnet werden.

Informationen zum Seoraksan Nationalpark in Südkorea

Der Seoraksan Nationalpark umfasst eine Fläche von knapp 400 Quadratkilometer und ist einer der beliebtesten Nationalparks in Südkorea. Er liegt im Nordosten und ist auch von Seoul aus relativ einfach erreichbar. Der Nationalpark wurde wegen der beeindruckenden Natur zum UNESCO Biosphärenreservat anerkannt. Im Nationalpark gibt es mehrere Berggipfel, Tempel, eindrückliche Berglandschaft und jede Menge Wandermöglichkeiten.

Im Seoraksan Nationalpark gibt es 5 Berghütten mit insgesamt 253 Betten. Die grösste ist die Jungcheong Berghütte unterhalb des Dacheongbong Gipfels mit 115 Betten. Eine Übernachtung in einer der Berghütten kostet KRW 13‘000 / CHF 12 / EUR 10. Im Ort Seorakdong gibt es einen Campingplatz des Nationalparks mit 204 Stellplätzen. Einer der Stellplätze kostet KRW 19‘000 / CHF 17 / EUR 15 während der Hochsaison und KRW 15‘000 / CHF 14 / EUR 12 ausserhalb der Hochsaison. Die Luftseilbahn von Seorakdong zum Seoraksan Mountain kostet KRW 10‘000 / CHF 9 / EUR 8 für die Hin- und Rückfahrt.

Mehr Informationen findest du auf der offiziellen Webseite des Nationalparks auf: http://english.knps.or.kr/Knp/Seoraksan

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Der Seoraksan Nationalpark in Südkorea

Warst du auch schon im Seoraksan Nationalpark wandern? Welcher Nationalpark in Südkorea hat dir am besten gefallen?

4 Gedanken zu “Die Wanderungen im Seoraksan Nationalpark in Südkorea sind schweisstreibend

  1. Hallo ihr zwei,
    als Schweizer dürften euch doch die kleinen Hügel nichts ausmachen. Wieder ein toller Bericht mit tollen Fotos. Südkorea ist anscheinend ein schönes Reiseziel.
    Genießt noch die Zeit, bald gibt es nur noch Wodka
    Liebe Grüße Daggi und Tomi

    • Hallo ihr beiden,
      dachten wir auch… 5 km Wandern ist ja nichts, das machen wir noch vor dem Frühstück 😉 Allerdings haben uns dann die 1’300 Höhenmeter doch etwas zum schwitzen gebracht 😉
      Also Südkorea ist wirklich ein sehr tolles Land. Bald gehts auf die Fähre nach Russland.
      Sonnige Grüsse,
      Marcel und Reni

  2. Toller Bericht, mit vielen wichtigen Informationen und natürlich wie immer sehr schöne Fotos.
    Die Höhenmeter sind ja schon wie in den Schweizer Bergen. Da macht ihr ja wirklich etwas für eure Fitness. Liebe Grüsse aus der sommerlichen Schweiz.

    • Vielen Dank. Die Wanderungen in Südkorea sind wirklich immer recht anstrengend da es immer sehr direkt hoch geht. Die Berge sind zwar nicht so hoch wie in der Schweiz aber steil sind sie auf jeden Fall.
      Liebe Grüsse,
      Marcel und Reni

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