Auf dem Savannah Way quer durch Australien

Auf dem Savannah Way in Australien

Der Savannah Way in Australien ist ein Routenvorschlag, der die Westküste mit der Ostküste verbindet. Ausgangspunkte sind Broome in Westaustralien und Cairns im tropischen Norden von Queensland. Dazwischen liegen mindestens 3‘500 Kilometer Outbackvergnügen. Der Savannah Way ist nicht eine ganz genau definierte Route, denn es gibt verschiedene Alternativrouten und Abstecher zu Sehenswürdigkeiten. Es ist möglich einen grossen Teil der Strecke auf befestigten Strassen zurückzulegen. Wir haben versucht möglichst viel unbefestigte Strassen und Umwege einzubauen. Genau so wie wir es lieben.

Der Savannah Way verläuft durch die drei Staaten Westaustralien, Northern Territory und Queensland. Wir sind im letzten Jahr in Etappen den gesamten Savannah Way gefahren. Den westlichen Teil des Savannah Way, von Broome bis Katherine, haben wir vor paar Monaten erkundet. Zwischendurch haben wir das Abenteuer auf der Canning Stock Route genossen und sind dann durch das Red Center via Alice Springs wieder fast bis Katherine gefahren. So sind wir wieder zurück auf den Savannah Way gekommen und haben nun auch noch den östlichen Teil von Mataranka bis nach Cairns an der Ostküste erlebt.

Der Savannah Way ist ein Routenvorschlag quer durch Australien von Broome nach Cairns

Die Hauptroute des Savannah Way folgt grossen Teilen des befestigten Highway Nr. 1. Es gibt aber einige Teilstücke der Strasse, die unbefestigt sind. Auf der Hauptroute liegen grössere Orte wie Broome, Derby, Fitzroy Crossing, Halls Creek, Kununurra und Wyndham in Westautralien. Im Northern Territory liegen an der Hauptroute die Orte Timber Creek, Katherine, Mataranka, Roper Bar, Cape Crawford und Borroloola. In Queensland liegen die Orte Hells Gate, Doomadgee, Burketown, Normanton, Georgetown, Croyden, Mt Surprise, Ravenshoe, Mareeba und Cairns.

Die Strassenkarte des Savannah Way in Australien

Alternative Routen sind die Gibb River Road von Derby nach Kununurra durch die wunderschöne Kimberley Region in Westaustralien. Von Timber Creek über Top Springs, Daly Waters nach Cape Crawford im Northern Territory. Von Burketown via Gregory Downs zum Boodjamulla / Lawn Hill Nationalpark und weiter nach Doomadgee in Queensland. Auf der Burke Developmental Road von Normanton via Karumba und Chillagoe nach Cairns in Queensland. Oder von Georgetown via Forsayth und Einasleigh.

Von Broome nach Katherine auf der Hauptroute des Savannah Way

Den ersten Abschnitt des Savannah Way sind wir im Juni auf dem Weg von Broome nach Darwin gefahren. Da die unbefestigte Gibb River Road noch gesperrt war, mussten wir über den befestigten Great Northern Highway Nr. 1 fahren. Dies ist die Hauptroute des Savannah Way durch Westaustralien und einen Teil des Northern Territory.

Die Grenze zwischen Westaustralien und Northern Territory

Broome ist der westliche Ausgangsort für den Savannah Way

Im letzten halben Jahr waren wir gleich zwei Mal in Broome. Das erste Mal im April, bevor wir entlang des Savannah Way nach Darwin gefahren sind und das zweite Mal im August, auf der Alternativroute des Savannah Way über die Gibb River Road von Darwin nach Broome.

Broome bietet gute Versorgung für Reisende mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Cafés. Trotzdem ist das Stadtzentrum klein und sehr überschaubar. Der Sonnenuntergang am breiten Cable Beach ist absolut spektakulär und die Kamele, welche vor der untergehenden Sonne vorbeigehen, machen den Bilderbuchsonnenuntergang komplett.

Der Sonnenuntergang am Cable Beach in Broome

Tunnel Creek, Fitzroy Crossing und die Geikie Gorge

Von Broome im Nordwesten von Westaustralien verabschieden wir uns von der Küste und fahren Richtung Osten. 40 km vor Fitzroy Crossing zweigt die Strasse zum Tunnel Creek Nationalpark ab. Leider ist auch diese Strasse noch gesperrt und wir sind zum Weiterfahren gezwungen. Bei Fitzroy Crossing führt eine 21 km lange Seitenstrasse zur schönen Geikie Gorge. Die Geikie Gorge kann zu Fuss erkundet werden, allerdings ist es wohl am schönsten die Schlucht im Rahmen einer Bootsfahrt zu geniessen.

Die Geiki Gorge ist ein kurzer Abstecher vom Savannah Way

Halls Creek ist ein Versorgungsort fürs Nötigste

In den Orten Fitzroy Crossing und Halls Creek gibt es Treibstoff und Lebensmittelläden für das Nötigste. Sonst sind beides aber nicht die Orte, wo wir mehr Zeit als nötig verbringen wollen. Die vergitterten Häuser, der viele Müll und die ausgebrannten Autowracks tragen auch nicht gerade zum schönen Ortsbild bei. So kaufen wir, was wir brauchen und machen uns dann gleich wieder auf den Weg.

16 km vor Halls Creek zweigt der Tanami Track vom Great Northern Highway Richtung Südosten ab. Der Tanami Track bietet die Möglichkeit auf direktem Weg von Halls Creek ins Rote Zentrum nach Alice Springs zu fahren. Die Schotterstrasse kann aber je nach Saison etwas ruppig sein und Reifenschäden sind keine Seltenheit. Der Wolfe Creek Crater liegt 150 km südlich von Halls Creek am Tanami Track. Dieser Meteoritenkrater hat seine Bekanntheit unter anderem dem gleichnamigen Horrorfilm zu verdanken.

Der Wolfe Creek Crater am Tanami Track

Der Purnululu / Bungle Bungles Nationalpark

Zwischen Halls Creek und Kununurra liegt der wunderschöne Purnululu / Bungle Bungles Nationalpark. Der Nationalpark besticht durch seine wunderschöne Landschaft mit den atemberaubenden Sandsteinformationen. Die Zufahrtsstrasse führt durch mehrere Bäche und Flüsse und ist nur für 4WD Fahrzeuge geeignet. Je nach Saison kann der Strassenzustand gut bis etwas unangenehm sein.

Der wundervolle Purnululu Bungle Bungles Nationalpark

Mehr Informationen und Bilder findest du in unserem Beitrag zum Purnululu / Bungle Bungles Nationalpark.

Kununurra und der riesige Lake Argyle

Kununurra ist eine der grösseren Ortschaften entlang des Savannah Way und ein wichtiger Versorgungsort. Hier gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Treibstoff und auch Werkstätten jeglicher Art. Durch den nahegelegenen Lake Argyle ist Wasser in rauen Mengen vorhanden und überall ist es grün. Die Campingplätze sind sehr schön, zum Teil mit Blick auf den See aber auch nicht gerade günstig. Wer eine wirklich geniale Aussicht vom Pool aus geniessen möchte, der sollte unbedingt im Lake Argyle Caravan and Camping Park übernachten. Der Infinity Pool bietet eine traumhafte Aussicht.

Ein Rundflug über die Landschaft der Kimberleys ist ein weiteres Highlight. Wir sind 2009 mit der Alligator Airways über den Lake Argyle, die Argyle Diamanten Mine und die wunderschöne Landschaft der Bungle Bungles im Purnululu Nationalpark geflogen. Was für ein Erlebnis.

Rundflug über die Bunge Bungles im Purnululu Nationalpark

Der Keep River Nationalpark bietet viel auf kleiner Fläche

Gleich nach dem überqueren der Grenze von Westaustralien ins Northern Territory liegt der Keep River Nationalpark. Dieser nicht allzu grosse Nationalpark bietet sehr viel. Es gibt zwei Campingplätze und eine Handvoll Wanderungen durch die wunderschöne Natur. Wer vom Northern Territory über die Grenze nach Westaustralien fährt, hat in diesem Nationalpark noch Zeit die letzten Gemüse und Früchte zu essen. Denn viele Frischwaren dürfen nicht über die Grenze nach Westaustralien mitgenommen werden.

Natural Window im Keep River Nationalpark

Rockart im Keep River Nationalpark

Im Beitrag zum Keep River Nationalpark findest du weitere Informationen und Bilder zu den Wanderungen und dem Park.

Der Gregory Nationalpark bietet abgelegene 4WD Strecken

Der Gregory Nationalpark ist ein wenig erschlossener Nationalpark. Wer keinen 4WD hat, kann nur einen winzigen Teil des Nationalparks entlang des Buchanan Highway sehen. Wer ein geeignetes 4WD Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit besitzt und abgelegene Gegenden mag, der kommt hier voll auf seine Kosten.

Der Gregory Nationalpark verspricht 4WD Abenteuer

Leider sind noch viele der Offroad Strecken im Nationalpark gesperrt und auch wir können nur einen kleinen Teil des Nationalparks besuchen. Was wir vom Gregory Nationalpark sehen begeistert uns und wir würden gerne mehr der 4WD Strecken fahren.

Das Gebiet des Nationalparks war früher eine Rinderfarm. Allerdings war die Bewirtschaftung des sehr felsigen Landes alles andere als einfach und Geld damit zu verdienen extrem schwierig. Das alte Farmhaus kann besichtigt werden und bietet einen Einblick in die schwierigen Bedingungen, die in dieser abgelegenen Gegend geherrscht haben müssen.

Katherine ist Ausgangsort für den Nitmiluk /Katherine Gorge Nationalpark

Der Ort Katherine gefällt uns auch beim dritten Besuch nicht, aber es ist einer der grösseren Orte entlang des Savannah Way und wichtiger Versorgungsort. Hier können wir all unsere Vorräte wieder aufstocken, können Diesel und Wassertanks füllen und haben Zugang zum Internet.

Ausserhalb des Ortes laden die Nitmiluk / Katherine Gorge und die Edith Falls / Leliyn zum Kajaken und Wandern ein. Im Katherine River leben Süsswasserkrokodile. Diese sind aber im Normalfall sehr friedlich und so ist Kajaken auf dem Fluss kein Problem.

Mit dem Kajak durch die Nitmiluk Katherine Gorge

Von Katherine aus kann ein Abstecher Richtung Darwin im Norden unternommen werden. Bis nach Darwin sind es noch 320 km. Auf dem Weg befinden sich auch die bekannten Kakadu und Litchfield Nationalparks. Beide Nationalparks bieten wunderschöne Natur mit viel Wasser und riesigen Termitenhügeln.

Riesige Termitenhügel im Litchfield Nationalpark

Wir haben einen Flug in die Schweiz gebucht und fahren darum nach Darwin. Somit endet unsere Fahrt entlang des Savannah Way hier erstmals. Den zweiten Teil des Savannah Way von Mataranka bis nach Cairns an der Ostküste fahren wir nach unserem Heimaturlaub und dem Mega Abenteuer Canning Stock Route.

Von Kununurru nach Broome entlang der Alternativroute des Savannah Way

Zurück von unserem Heimaturlaub fahren wir die Gibb River Road dann doch noch. Da wir mit unseren Freunden die Canning Stock Route fahren wollten, müssen wir von Darwin wieder nach Westaustralien. Von Katherine aus fahren wir wieder entlang des Great Northern Highway nach Kununurra. Von Kununurru nach Broome fahren wir dieses Mal aber entlang der unbefestigten Gibb River Road. Von Ost nach West fahren wir diese legendäre, unbefestigte Strecke und besuchen die Attraktionen der wunderschönen Kimberley Region.

Die Gibb River Road in Australien

Die Kimberley Region ist für uns eine der schönsten Gebiete ganz Australiens. Die Landschaft ist für uns hier so richtig typisch für Australien. Die Erde ist Rot, es ist trocken und trotzdem stossen wir immer wieder auf Wasser. Lohnenswert ist auch der lange und beschwerliche Abstecher zu den atemberaubenden Mitchell Falls.

Die Mitchell Falls entlang der Gibb River Road

Willst du mehr über diese Gegend erfahren, dann schau dir unseren Beitrag zur Fahrt entlang der Gibb River Road an.

Nach drei intensiven Wochen entlang der Gibb River Road legen wir zuerst einmal eine kurze Pause ein. In Broome treffen wir uns auch mit unseren Freunden, um uns auf die Fahrt entlang der Canning Stock Route einzustimmen. Broome ist eine nette, kleine Stadt, die uns dieses Mal so richtig gut gefällt. Wir verbringen einige Tage im Campingplatz direkt am Town Beach.

Die Zeit in Broome brauchen wir auch, um unser Fahrzeug zu warten und auf die Strapazen der einsamen Outback Strecken vorzubereiten. Zwischendurch haben wir auch Zeit, die traumhaften Sonnenuntergänge zu geniessen. Übrigens lohnt sich auch das frühe Aufstehen für den Sonnenaufgang.

Broome Sonnenuntergang mit Affenbrotbaum

Auf dem Savannah Way von Mataranka bis nach Cairns an der Ostküste

Eigentlich wollten wir nach der Canning Stock Route so rasch und direkt wie möglich an die Ostküste. Unsere Pläne haben sich geändert, und so können wir den östlichen Teil des Savannah Way von Mataranka bis nach Cairns an der Ostküste Australiens doch noch fahren. Vor allem der erste Teil über Roper Bar ist sehr abgelegen und bei Reisenden noch nicht so bekannt.

Wem die Gegend zu abgelegen ist kann auch die Alternativroute via Daly Waters über den befestigten Highway No 1 bis nach Borroloola fahren. Das Daly Waters Pub ist wohl eines der urchigsten Pubs in Australien. Der Ort besteht nur aus ein paar wenigen Häusern, das Pub hat sich aber zu einem Treffpunkt der Reisenden entwickelt. Beim Pub gibt es einen Campingplatz mit einfacher Infrastruktur und ein paar schattenspendenden Bäumen. Jeden Abend gibt es im Biergarten des Pubs Livemusik und natürlich eiskaltes Bier.

Das Daly Waters Pub muss man gesehen haben

Das glasklare Wasser der heissen Quellen von Mataranka

Es ist zwar heiss und wir schwitzen den ganzen Tag über, die heissen Quellen bei Mataranka wollen wir uns aber trotzdem nicht entgehen lassen. Es gibt einen künstlich angelegten und gemauerten Pool, der mit dem wohltemperierten und glasklaren Wasser der heissen Quellen gespiesen wird. Uns gefallen aber die natürlich belassenen Badepools der Bitter Springs, inmitten der dicht bewachsenen Palmenlandschaft, viel besser.

Reni beim Baden in den Bitter Springs in Mataranka

Unter Wasser in den Bitter Springs bei Mataranka

Das Wasser ist unwirklich klar und auch ohne Taucherbrille sehen wir unter Wasser erstaunlich gut. Die im Wasser liegenden Baumstämme ergeben eine wunderschöne Unterwasserlandschaft. Das 34 Grad warme Wasser ist zwar bei den momentanen Temperaturen nicht wirklich erfrischend, aber es ist immer noch besser als gar kein Wasser.

Roper Bar ist der letzte Versorgungsposten im Nirgendwo

Wir haben immer wieder vom abgelegenen Roper Bar gehört. Eigentlich haben wir einen winzigen Ort mit ein paar Häusern erwartet. Für einmal wurden nicht einmal unsere sehr tiefen Erwartungen erfüllt. Denn Roper Bar besteht aus einem einzigen Gebäude. Dem Roper Bar Roadhouse. Hier gibt es allerdings Treibstoff und einen Shop mit dem Nötigsten.

Das sehr abgelegene Roper Bar Roadhouse

Der abgelegene Limmen Nationalpark ist ein absolutes Highlight entlang des Savannah Way

Der Limmen Nationalpark ist sehr abgelegen. Der Park wurde erst im 2012 eröffnet und ist bei Reisenden (noch) nicht sehr bekannt. Die Sandsteinformationen der Western und Southern Lost City und die verschiedenen Flüsse mit Lagunen und Wasserlöchern sind die Highlights dieses Nationalparks. Die Western Lost City ist nur über einen 4WD Track erreichbar. Belohnt werden wir mit einer atemberaubenden Landschaft.

Atemberaubende Felsformationen im Limmen Nationalpark

Im Beitrag zum Limmen Nationalpark kannst du dich von der Schönheit der Landschaft inspirieren lassen.

Das Hellsgate Roadhouse ist das erste Anzeichen von Zivilisation in Queensland

Die Grenze zwischen Northern Territory und Queensland ist nur dank des Schildes an der Strasse zu erkennen. Weit und breit nichts zu sehen von Zivilisation. Dieser ausgebrannte LandCruiser ist auch nicht gerade ermutigend. Vor allem wenn er das Hells Gate, das Höllentor, in 11 Kilometer ankündigt.

Ein Toyota Landcruiser Wrack kündigt das Hells Gate an

52 km nach der Grenze treffen wir auf die ersten Anzeichen von Zivilisation in Queensland. Das Hells Gate Roadhouse hat seinen Namen „Höllentor“ aus der Zeit der ersten Siedler erhalten. Damals wurden die Reisenden von Osten bis zur Lücke in der niedrigen Felsenkette von der Polizei begleitet. Ab dem Höllentor waren die Reisenden dann auf sich selbst gestellt, bis sie in Katherine wieder auf Zivilisation trafen.

Natürlich machen auch wir im Hells Gate Roadhouse eine Pause. Wir werden überrascht von einem völlig unerwarteten frisch zubereiteten Cappuccino und geniessen diesen an einem solch abgelegenen Ort umso mehr. Das Roadhouse bietet auch Unterkünfte und einen Campingplatz an. Den Toiletten nach steigen aber nur Teufel und Engel hier ab.

Toiletten für Teufel und Engel im Hells Gate Roadhouse

Bodjamulla / Lawn Hill Nationalpark ist eine Oase mit viel Wasser und tollen Wanderungen

Der Bodjamullah / Lawn Hill Nationalpark ist eine Oase in der sonst so trockenen und kargen Landschaft. Wir sind sehr erstaunt über die unglaublichen Wassermassen, die wir in diesem sonst so trockenen Gebiet vorfinden. Die vielen Wanderwege laden zum Erkunden des Parks ein. Eine Fahrt mit dem Kanu zwischen den steilen, roten Felswänden ist ein absolutes Muss.

Der Boodjamulla Lawn Hill Nationalpark am Savannah Way

Mehr Bilder und Informationen über die Wanderungen findest du im Bericht Bodjamulla /Lawn Hill Nationalpark.

Normanton ist der erste grössere Ort in Queensland auf dem Savannah Way Richtung Osten

Wir sind schon eine gefühlte Ewigkeit im Outback von Australien unterwegs und seit Alice Springs haben wir keine grössere Stadt mehr gesehen. Nicht dass Alice Springs eine wirklich grosse Stadt wäre, aber dort haben wir das letzte Mal so richtig Einkaufen und unsere Vorräte aufstocken können.

Genau drei Wochen ist es her. Und in der Zwischenzeit haben wir über 2‘000 Kilometer zurückgelegt. Unsere Vorräte gehen langsam aus und Frischwaren sind schon länger rar. So freuen wir uns auf Einkaufsmöglichkeiten. Leider bietet auch Normanton noch nicht wirklich viel in dieser Hinsicht. Wie in allen anderen abgelegenen Orten ist das Angebot sehr limitiert und sehr teuer.

Das Purple Pub in Normanton liegt am Savannah Way

Der Ort Croydon wurde während dem Goldrausch richtig gross

Auch Croyden ist heute nicht mehr wirklich eine grosse Stadt. Zwar ist die Anzahl der Einwohner im Jahre 1887 während des Goldrausches auf 7‘000 angestiegen. Es gab damals über ein Dutzend Hotels und mehrere Shops. Das schöne Club Hotel schenkt auch heute noch eiskaltes Bier aus und gleich gegenüber steht einer der ältesten Shops, der immer noch seine Waren anbietet.

Das Club Hotel in Croydon entlang des Savannah Way

Der Croydon Shop entlang des Savannah Way

Die Lava Tubes des Undara Volcanic Nationalpark

Die Undara Lava Tubes sind Lavaröhren. Sie liegen im Undara Volcanic Nationalpark und können nur im Rahmen teurer Führungen besichtigt werden. Das Gebiet des Undara Volcanic Nationalpark beinhaltet 164 erloschene Vulkane, bis zu 100 km lange Lavaröhren und noch längere Lavaflüsse. Die Lavaröhren sind vor rund 190‘000 Jahren entstanden.

Die Lavaröhrend sind wirklich eindrücklich. Bis zu 20 Meter Durchmesser haben die Röhren, durch die teilweise auch Wasser fliesst.

Die riesigen Undara Lava Tubes entlang des Savannah Way

Die Pizza Night der Pinnarendi Station und der erste richtig gute Kaffee seit Alice Springs

Nicht weit von den Undara Lava Tubes entfernt liegt die Pinnarendi Station. Die Besitzer Ronnie und Nadine betreiben seit etwas mehr als einem Jahr ein Café und einen Campingplatz auf dem Gelände ihrer Farm. Wir haben schon im Vorfeld gelesen, dass jeweils am Samstagabend Pizza Night ist. So war für uns klar, dass wir an einem Samstag bei der Pinnarendi Station vorbeischauen werden.

Auf der Pinnarendi Station geniessen wir richtig nette, australische Gastfreundschaft. Die Pizza Night mit der frisch zubereiteten Pizza aus dem Holzofen ist himmlisch. Der Holzofen ist eigentlich zum Brot backen konstruiert und wurde aus sieben Tonnen recyclierter Backsteine gebaut.

Die Pizza Night auf der Pinnarendi Station ist die Wucht

Ravenshoe liegt auf fast 1’000 Meter Höhe in der Tabelands Region

Inzwischen sind wir weniger als 100 km entfernt von der Ostküste. Wir befinden uns im tropischen Norden von Queensland in der Tablelands Region. Die Vegetation hat sich drastisch verändert. Die Landschaft ist plötzlich extrem grün und rollende Hügel erinnern uns ein wenig an Neuseeland oder sogar die Schweiz. Es ist regnerisch und die Hügel teilweise mit tiefhängenden Wolken verhangen. Grösser könnte der Kontrast zur Landschaft, welche uns während der letzten Monate begleitet hat, kaum sein.

Eigentlich lieben wir ja den Sonnenschein, aber im Moment geniessen wir dieses Wetter gerade sehr. Alles um uns herum ist so grün. Wir fahren mitten durch dichten, tropischen Regenwald und überall spriesst es nur so.

Unterwegs in der Tabelands Region entlang des Savannah Way

Wir besuchen mehrere Wasserfälle und unternehmen kurze Wanderungen durch den Regenwald. Die Tablelands Region liegt auf einem rund 1‘000 m hohen Plateau und ist bekannt für die grosse Menge an Niederschlägen. Es gibt viele Bäche und Wasserfälle in dieser Region und es wird viel Landwirtschaft betrieben.

Die Millstream Falls bei Ravenshoe am Savannah Way

Cairns ist der Ausgangspunkt für das Great Barrier Reef

Cairns ist für uns der Endpunkt der Fahrt auf dem Savannah Way. Wir haben die Ostküste Australiens erreicht. Cairns ist nun auch die erste grössere Stadt nach Alice Springs und wir sind schon fast ein bisschen überfordert mit dem Verkehr.

So suchen wir uns schnell einen Parkplatz. Zu Fuss ist es einfacher, sich an die Stadt zu gewöhnen. Dann schlendern wir zuerst durch die Stände des Frischwarenmarktes, welcher jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag seine Tore öffnet. Wir sind beeindruckt von der Auswahl an frischen Gemüsen und Früchten. Ein Paradies! In den letzten Monaten waren Frischewaren sehr rar und wenn dann nur zu sehr hohen Preisen erhältlich. Natürlich gehört auch ein Spaziergang entlang der Strandpromenade zu einem Besuch in Cairns.

Cairns ist Ausgangsort an der Ostküste für den Savannah Way

In Cairns endet unsere Fahrt entlang des Savannah Way. Wir sind die gesamte Strecke von Broome bis Cairns gefahren. Teilweise haben wir die Hauptroute und die Alternativroute gefahren. So sind am Ende weit mehr als 3‘500 km zusammengekommen.

Je nach Streckenabschnitt haben wir uns entlang von Hauptverkehrsrouten oder auf total abgelegenen Strecken bewegt. Ein gut gewartetes, zuverlässiges Fahrzeug ist auf jeden Fall Pflicht für die Fahrt durch die abgelegenen Gegenden. Der Savannah Way verläuft durch atemberaubende Landschaften. Wer genügend Zeit mitbringt, kann sich durchaus ein paar Wochen entlang des Savannah Way vergnügen.

 

4 Gedanken zu “Auf dem Savannah Way quer durch Australien

  1. Hallo Ihr beiden 🙂
    Obwohl es bei uns damals an der Westküste Australiens in Richtung Norden nur einige Tage waren, bis es wieder etwas frisches zu kaufen und zu essen gab, kann ich Euch so richtig nachfühlen! Ich erinnere mich, wie wir im Supermarkt in all den frischen schwelgten und am liebsten alles mitgenommen hätten, nachdem es vorher höchstens einmal einige Avocados in einem Kühlschrank gab.
    Die beschriebene Route ist ja auch extrem lang – und schön!… so habe ich immer wieder etwas weiter gelesen und werde später bestimmt auch einige der Links nochmals anklicken.
    Liebe Reisegrüsse, Miuh

    • Liebe Miuh

      Die Strecke ist sehr lang und teils abgelegen. Aber ja, genau das gefällt uns ja so. Ist schon witzig, wie man dann plötzlich gewisse Dinge wie frisches Gemüse und Früchte wieder schätzt.

      Und ja, schön ist die Route. Hat uns wahnsinnig gut gefallen. Schön zu hören, dass du immer weiter und weitergelesen hast 🙂

      Liebe Grüsse
      Reni

  2. Hallo Reni und Marcel

    Da seid ihr ja wirklich im Naturparadies gewesen und die Route ganz auf eure Wünsche zugeschnitten. Das nächste Mal in der Wildnis senden wir euch etwas frisches Gemüse von unserem Garten, damit ihr nicht unter Entzug leiden müsst.
    Mittlerweile seid ihr ja wieder in der Zivilisation angekommen und könnt frische Früchte und Gemüse geniessen und es schmeckt bestimmt doppelt so gut.
    Ist einmal mehr ein toller und informativer Bericht, mit wunderschönen Fotos.

    Wünschen euch noch eine erholsame Zeit in eurem zu Hause und geniesst das feste Dach über dem Kopf in eurem Paradies.

    Liebe Grüsse Ma und Pa

    Liebe Grüsse von zu Hause

    • Ganz lieben Dank für den Kommentar,

      Ja in der Zwischenzeit sind wir wieder in der Zivilisation und können uns wieder alles kaufen. Vor allem hier im tropischen Norden von Queensland kommen wir voll auf unsere Kosten. In unserem Garten wachsen frische Papayas, Chillies, Mais, Grapfruits und vieles mehr. Vom Nachbarn bekommen wir immer wieder frische kleine Bananen aus dem Garten und beim Fischer nebenan gibt es frische Fische. Wir sind am schlemmen und die eigenen vier Wände am geniessen.

      Sonnige Grüsse von der Bingil Bay.

      Marcel und Reni

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