Antarktis Expedition – Falklandinseln, Südgeorgien und die Antarktische Halbinsel

Antarktis Expedition

Wenn du drei Wochen lang jeden Morgen erwachst und denkst, gestern war der schönste Tag deines Lebens und der neue Tag dann noch schöner endet. Dann weisst du, du bist auf der schönsten Reise deines Lebens. Genauso ergeht es uns während der 3-wöchigen Antarktis Expedition. 22 Tage sind wir unterwegs von Ushuaia zu den Falklandinseln, Südgeorgien und zur Antarktischen Halbinsel. 22 Tage abtauchen in die faszinierende Welt des 7. Kontinents.

Schlägt dein Herz beim Gedanken an die Antarktis auch gleich höher? Dann haben wir etwas gemeinsam. Vor unserer Antarktis Expedition konnten wir es kaum glauben, dass wir tatsächlich in den kältesten Kontinent reisen und den für uns faszinierendsten Teil der Welt mit eigenen Augen sehen dürfen.

Obwohl die Antarktis Expeditionsreise bereits ein paar Wochen zurück liegt, ist sie keineswegs vergessen. Es kommt uns sogar so vor, als ob wir erst gestern von den Falklandinseln, Südgeorgien und der Antarktischen Halbinsel zurückgekehrt sind.

Wir sind noch immer sprachlos, wenn wir an die einzigartige Natur, Tierwelt und Eislandschaft denken, die wir bis vor kurzem nur vom Fernsehen und Reportagen kannten. Die Expedition in die Antarktis hat unser Leben verändert. Obwohl wir schon viel gereist sind und faszinierende Gegenden, Länder und Regionen gesehen haben, nichts von alldem ist vergleichbar mit der Antarktis.

Eisschollen in der Antarktis

Was erwartet dich in unserem Bericht über die Antarktis Expeditionsreise?

Wir nehmen dich mit auf die schönste Reise unseres Lebens. Wir zeigen dir, wo wir den ersten Königspinguinen und Walen hautnah begegnet sind. Tauche mit uns in die Vergangenheit des Walfangs ein und erlebe mit uns die Welt des ewigen Eis der Antarktis. Lass dich hier und jetzt verzaubern von der Natur und Tierwelt Südgeorgiens, wo Hundertausende Pinguine mit Seelöwen und See-Elefanten zusammenleben. Überquere mit uns den südlichen Polarkreis, geniesse mit uns ein BBQ auf Deck der Ocean Diamond, während wir an Eisbergen und Gletschern vorbeigleiten. Und sie dir an, wie Marcel sich ins eiskalte Wasser der Antarktis stürzt.

Antarktis Expedition – 22 Tage auf der Ocean Diamond

Interessiert dich…

  • Was während 22 Tagen auf dem Schiff einer Antarktis Expedition passiert?
  • Wo wir anlanden?
  • Welche Tiere wir sehen?
  • Was Südgeorgien so einzigartig macht?
  • Wieso wir unser Herz an die Antarktis verloren haben?

Dann lies weiter, und geniesse die Antarktis virtuell mit uns.

Inhaltsverzeichnis

Routenplan unserer Antarktis Expedition

Antarktis Expedition Route

Antarktis Expedition – Tagebuch unserer schönsten und emotionalsten Reise

Bevor wir unsere Expeditionsreise in die Antarktis starten können, brauchen wir noch wasserdichte Kleidung. Wir haben die Reise Last Minute bei Freestyle Adventure Travel in Ushuaia gebucht und im Angebot sind leihweise wasserdichte, gefütterte Hosen und dicke Handschuhe mit dabei. Zudem können wir unseren Camper kostenlos auf dem Firmenparkplatz stehen lassen, was supergenial ist. So verbringen wir den letzten Abend auf dem Parkplatz. Leider bei Regen, doch das ist uns egal. Wir können uns ja in den Camper verkriechen.

Unsere Freunde Dunja und Rainer sind auch in Ushuaia und wir geniessen einen letzten gemeinsamen Abend, bevor es für uns in die Antarktis geht. Gemeinsam testen wir, ob wir es zu viert für ein Glas Wein in unserem Camper aushalten. Jaaaa, tun wir. Und es ist gemütlich. Fast so wie in der guten alten Stube.

Tag 1 – 19. Dezember 2019: Einschiffung in Ushuaia und Fahrt durch den Beagle Kanal

Vor fünf Tagen haben wir eine Last Minute Reise in die Antarktis gebucht. Und jetzt stehen wir da, den vollbepackten Rucksack auf dem Rücken und bereit, die beste Reise unseres Lebens anzutreten. Wir fühlen uns wie in Trance, denn so richtig können wir unser Glück noch nicht fassen. Die nächsten drei Wochen lassen wir unseren Camper in Ushuaia stehen und tauschen Camper gegen eine komfortable Kabine auf dem Expeditionsschiff Ocean Diamond.

Um 10 Uhr deponieren wir unser Gepäck und treffen uns mit Freunden im Café. Wir sind sowas von nervös und froh, dass uns die Beiden geduldig zuhören. Wir haben bis 15 Uhr Zeit unsere Weihnachtsmails rauszuschicken und uns von Familie und Freunde für die nächsten drei Wochen zu verabschieden. Und dann, um 15:45 Uhr geht es los. Wir stehen am Hafen, steigen in den Transferbus von Quark Expeditions ein und platzen fast vor Glück.

Mit dem Bus werden wir durchs Hafengelände zum Schiff gefahren und wir realisieren so langsam, dass unsere Traumreise hier und jetzt beginnt.

Im Bus begrüsst uns der Expeditionsleiter Shane herzlich und wenige Minuten später stehen wir vor der Ocean Diamond. Dieses Schiff ist für die nächsten drei Wochen unser Zuhause. Wir steigen die Treppe hoch und werden von den Angestellten herzlich begrüsst. Nachdem wir den Pass abgegeben haben, werden wir ins Zimmer geführt. Eine Doppelkabine mit Fenstern gleich neben der Brücke ist unser Heim. Unser Herz macht einen Sprung vor Glück. So viel Platz hatten wir schon lange nicht mehr. Das ist der totale Luxus im Vergleich zu unserem Camper.

Lange halten wir es drinnen aber nicht aus. Zu neugierig sind wir. So verlassen wir das Zimmer schnell wieder und sehen uns die verschiedenen Decks an. Am spannendsten sind natürlich die Aussendecks. Wir beobachten die andern Expeditionsschiffe im Hafen und merken, dass wir uns bewegen. Es geht los. Bei herrlich mildem Wetter verlassen wir den Hafen in Ushuaia. Wir geniessen den Wind in den Haaren und sind so glücklich auf dem Schiff zu sein. Jetzt erst merken wir, wie sehr wir es vermisst haben auf dem Wasser zu sein.

Briefing, Teamvorstellung und Drill

Schon bald kommt die erste Durchsage. Auf Deck 5 findet das Willkommens- und Sicherheitsbriefing statt. Das dürfen wir nicht verpassen. Unser Expeditionsleiter Shane stellt das ganze Team vor und heisst uns in unserem neuen Zuhause willkommen. Wir erhalten alle wichtigen Informationen zum Schiff und dem Ablauf der Antarktis Cruise. Jede Cruise ist anders, denn das Wetter und das Eis bestimmen, wo wir anlanden können und welche Route wir fahren. Flexibilität ist gefragt.

Das Tagesprogramm wird jeden Tag erstellt und auf jedem Deck aufgehängt. Zudem können wir es auch vom Intranet herunterladen. WiFi kann man gegen Aufpreis haben, ist aber recht teuer. WhatsApp (nur Textnachrichten) ist jedoch kostenlos. Damit haben wir nicht gerechnet, finden es aber super. Vorallem weil wir ja über die Weihnachtsfeiertage auf hoher See sind.

Shane kündigt auch an, dass heute noch ein Drill stattfindet. Wenn wir die Sirene hören, müssen wir unsere Schwimmweste aus dem Zimmer holen und uns am vereinbarten Treffpunkt einfinden. So sind wir auch für den Notfall gerüstet, sollte es nötig sein in die Rettungsboote zu wechseln. Die Übung verläuft problemlos und wir können wieder raus aufs Deck. Schliesslich möchten wir noch etwas von der Fahrt durch den Beagle Kanal sehen. Auf geht’s Richtung Osten zu den Falklandinseln.

Tschüss Ushuaia, wir sehen uns in drei Wochen wieder.

Unser erstes Abendessen geniessen wir bei ruhiger See mit einem feinen Glas Rotwein. Herrlich, wenn man sich einfach hinsetzen kann und aus drei verschiedenen Menüs wählen kann.

Der Tag ist noch nicht zu Ende. Nach dem Abendessen können wir auf Deck 5 unsere gelben Parkas holen. Mit diesen Jacken sind wir für die Kälte in der Antarktis gerüstet.

Highlight des Tages

Wir kriegen einen kuschelig warmen Parka. Der hält uns schön warm in der Antarktis. Den Parka dürfen wir nach der Reise behalten.

Parka für die Antarktis Expedition

Tag 2 – 20. Dezember 2019: Lehrreicher Tag auf See mit dem Ziel Falklandinseln

Wer denkt, das Leben auf dem Expeditionsschiff sei langweilig, irrt sich. Langeweile haben wir nicht befürchtet, aber erwartet, dass wir an Tagen auf See viel Zeit haben. Falsch gedacht. Die Tage auf See sind sogar noch intensiver als Tage mit Zodiac Touren und Landgängen. Von morgens bis abends gibt es spannende Präsentationen von Meeresbiologen, Biologen, Geologen, Glaziologen, Historikern und Fotografen. Es ist wahnsinnig spannend und wir lernen viel. Noch können wir keine der Präsentationen auslassen, zu interessiert sind wir an all den Themen. Wir fühlen uns schon fast ein bisschen wie Studenten mit einem riesigen Wissensdurst.

Wir sind auf dem Weg zu den Falklandinseln und die Präsentationen so geplant, dass wir im Vorfeld möglichst viel über die Region, Geschichte, Natur und Tierwelt lernen. Bestimmt kennst du die Falklandinseln aus den Medien oder der Schule. Die Falklandinseln sind seit 1833 ein britisches Überseegebiet. 1982 wollte sich der damalige argentinische Präsident Galtieri die Falklandinseln, respektive Islas Malvinas, wie sie von den Argentiniern genannt werden, zurückerobern. Rund 2.5 Monate dauerte der Krieg, den das Vereinigte Königreich gewonnen hat. Die genauen Hintergründe zeigt uns der Historiker Ross spannend auf.

In den Pausen gehen wir auch immer wieder aufs Aussendeck. Denn auf der Überfahrt zu den Falklandinseln haben wir grosse Chancen Wale zu sehen. Und tatsächlich, wir sehen Finnwale. Was für ein Start unserer Antarktis Expedition. Passend zur Walsichtung erzählt uns der Meeresbiologe Derek bei seinem Vortrag wissenswertes über die gigantischen Säugetiere. Nicht weniger spannend ist Carrie’s Präsentation über das Vogelparadies auf den Falklands. Die Ornithologin hat ein unglaubliches Wissen und steckt jeden mit ihrer Begeisterung an.

Die Präsentationen sind freiwillig, aber wie gesagt, es ist schwer bei solch spannenden Themen eine auszulassen. Zwischendrin finden auch obligatorische Briefings statt, wo der Ablauf für Zodiac-Touren, das Anlanden, Ein- und Ausstiegstechniken und Sicherheitsrelevantes erklärt wird.

Tägliches Recap und Briefing

Abends um 19 Uhr treffen wir uns in der Main Lounge für das Recap und Briefing. In rund 30 Minuten reflektieren wir, was wir am Tag erlebt haben und der Expeditionsleiter Shane informiert uns über die Aktivitäten am nächsten Tag. Fast 190 Passagiere hören aufmerksam zu und können es kaum erwarten in diesen Teil der Welt einzutauchen.

Und dann kommt noch der Kapitän auf die Bühne. Captain Jeremy Kingston stellt sein Team vor und wir stossen mit einem Glas Champagner auf eine spannende, ereignisreiche Expedition an.

Highlight des Tages

Finnwale schwimmen an unserem Schiff vorbei.

Finnwalsichtung im Atlantik

Tag 3 – 21. Dezember 2019: Erste Anlandung auf den Falklandinseln

Rockhopper Pinguine und Albatross Brutstätten auf West Point Island

Unsere erste Anlandung auf den Falklandinseln ist ein voller Erfolg. Ausser dass wir noch nicht so geübt sind und es ganz schön lange dauert, bis alle Passagiere auf die Zodiac verfrachtet und an Land kommen. Schon bald wird dies jedoch zur Routine und schneller ablaufen. Wir sind dick eingepackt, wasserfest angezogen, tragen unsere Gummistiefel und fühlen uns ein bisschen wie Astronauten.

Auf West Point Island geniessen wir einen phänomenalen Tag. Das Wetter könnte nicht besser sein für die Wanderung vom Strand bis zur nordwestlichen Spitze der Insel. Wir spazieren über sanfte Hügel, atmen die reine Luft ein und geniessen die sommerlichen Temperaturen. Nach einer halben Stunde erreichen wir die Brutstätten von Schwarzbrauen Albatrossen und einer Felsenpinguinkolonie. Ruhig nähern wir uns Hunderten von Pinguinen und Albatrossen, die sich nicht von uns stören lassen.

Nach der Tierbeobachtung bleibt uns noch genug Zeit, um Mount Ararat zu besteigen. Von unten sieht der Berg zwar aus wie ein kleiner Hügel. Beim Aufstieg kommen wir jedoch ganz schön ins Schwitzen, denn es ist steiler als es aussieht. Die Aussicht belohnt uns für die Strapazen. Herrlich, die Landschaft erinnert schon fast ein bisschen an die Westküste Irlands.

Auf dem Rückweg kommen wir am Haus von Jackie vorbei. Sie lebt mit ihrem Mann auf West Point Island und sie sind die einzigen Bewohner neben ihrem Hund, 800 Schafen und 200 Kühen. Klingt ganz schön einsam, wenn nicht gerade wie heute knapp 190 Passagiere einer Antarktis Expedition hierherkommen, um von ihren 26 hausgemachten Kuchen und Keksen zu kosten. Wir haben keinen Hunger und auch keine Zeit mehr bei Jackie einzukehren.

Die Zeit in der Natur vergeht schnell und schon heisst es wieder zurück aufs Schiff, wo das Mittags-Buffet auf uns wartet. Was für ein Luxus.

Falklandinseln, Saunders Island – Natur- und Tierparadies

Während wir unseren Lunch geniessen, fahren wir weiter zur Saunders Island. Sie ist eine der grössten Inseln der Falklands und erstreckt sich über 20 km. Auf Sanders Island leben vier Pinguinarten (Königs-, Esels-, Felsen- und Magellan-Pinguine), eine Albatros-Kolonie und Schafe, ganz viele Schafe.

Auf unserem Schiff sind knapp 190 Passagiere und um einen reibungslosen Ablauf bei Anlandungen zu gewährleisten, werden wir in vier Gruppen aufgeteilt. Wir können es kaum erwarten bis unsere Nummer aufgerufen wird. Voller Vorfreude auf die nächsten Pinguinsichtungen steuern wir das Deck 3 an. Dort wird unsere Gästekarte gescannt, wir ausgecheckt und dann steigen wir ins Zodiac.

Wir landen am Strand an und schwingen uns motiviert aus dem Zodiac. Dort empfängt uns Shane, der uns ein kurzes Briefing gibt, was wir auf der Insel erkunden können. Dann watscheln wir in unseren grossen Gummistiefeln los. Es sind zwar nicht die bequemsten Schuhe zum Wandern, dafür bleiben unsere Füsse trocken. Wir merken gerade, was für Vorteile Gummistiefel haben. Ob wir uns in der Schweiz auch mal welche zulegen sollten?

Unser Ziel sind einmal mehr Pinguinkolonien. Am breiten, weissen Sandstrand sehen wir sie. Die einen kommen gerade zurück, andere stürzen sich in die Fluten, um auf Nahrungssuche zu gehen. Wir geniessen es sehr ihnen zuzuschauen.

Königspinguine auf Saunders Island Falklandinseln

Die Expeditions-Crew hat Markierungen gesetzt, so wissen wir genau, wo es lang geht. Auf den baumlosen Hügeln sehen wir die ersten Schafe. Als wir dann die ersten Pinguine zwischen den Schafen stehen sehen, können wir uns ein Grinsen nicht verkneifen.

Obwohl auf Sanders Island vier Pinguinarten leben, haben die Felsenpinguine unsere ganze Aufmerksamkeit, da wir diese Art später auf der Reise nicht mehr sehen werden. Gleich neben der Kolonie wartet die nächste Attraktion auf uns. Der Hang ist vollbepackt mit Schwarzbrauen Albatrossen. Carrie, die Ornithologin, erklärt uns, dass 70% der Schwarzbrauen Albatrosse der Welt auf den Falklandinseln leben. Hier auf Sanders Island befinden sich rund 11‘000 Brutpaare.

Dass die Tiere im Moment gerade ihre Jungtiere aufziehen, ist für uns ein besonderes Erlebnis. Wir sind ganz fasziniert, wie sich die Tiereltern um ihre Kleinen kümmern und vor Feinden beschützen. Einfach total herzig.

Obwohl Saunders Island eine der grössten der Falkland Inseln ist, leben in der kleinen Siedlung gerade mal sieben Personen, und zwar die Familie Poole Evans, die Besitzer der Insel. Sie betreiben die Farm mit Rindern und Schafen.

Leider vergeht die Zeit viel zu schnell. Unsere Zeit ist um und wir müssen zurück aufs Expeditionsschiff.

Highlight des Tages

Schwarzbrauen Albatrosse beim Brüten und Küken aufziehen beobachten.

Schwarzbrauen Albatros Küken

Tag 4 – 22. Dezember 2019: Wir erreichen Ostfalkland

Ein Traumtag in der Hauptstadt Stanley und der idyllischen Bucht Gypsy Cove

Ausschlafen gibt es auf der Antarktis Expedition nur dann, wenn wir auf See sind. Sind jedoch Anlandungen geplant, werden wir früh geweckt. Gut so, denn schlafen können wir später noch genug. Die Einfahrt in den Hafen von Stanley wollen wir auf keinen Fall verpassen, sodass wir nach dem Frühstück sofort raus aufs Deck gehen.

Schon von weitem erkennen wir sofort, dass wir nicht mehr in Argentinien, sondern einem ganz anderen Land angekommen sind. Geografisch und landschaftlich gesehen vielleicht nicht, aber von der Kultur und der Architektur her schon. Auf den Falklandinseln leben rund 3’400 Menschen, die meisten davon in der Hauptstadt Stanley, an der Nordostküste von Ostfalkland.

Mit dem Zodiac fahren wir zum Hafen und dort wartet bereits ein Bus auf uns. Bevor wir uns die Stadt ansehen, geht’s zur wunderschönen Bucht Gypsy Cove. Wir hatten die Wahl, Natur und Stadt oder nur Stadt. Klar, dass wir die Natur bevorzugen. Die halbmondförmige Bucht ist sehr schön und von weitem können wir am Strand Magellanpinguine sehen.

Wir sind frei und können jederzeit den Bus zurück nach Stanley nehmen. Nach dem gemütlichen Spaziergang entlang Gypsy Cove setzen wir uns wieder in den Bus und 20 Minuten später erreichen wir bereits Stanley. Die Stadt ist überschaubar und wir finden uns schnell zurecht.

Du willst mehr von den Sehenswürdigkeiten in Stanley sehen? Dann schau dir diesen Beitrag an: Was einen Besuch in Stanley ganz besonders macht.

Highlights des Tages

Magellanpinguine in der schneeweissen Gypsy Cove.

Gipsy Cove auf Ostfalkland

Anlandung und Spaziergang in Stanley, der Hauptstadt der Falklandinseln.

Stanley Hauptstadt der Falklandinseln

Tag 5 – 23. Dezember 2019: Im Südatlantik unterwegs

Zwei spannende Tage auf hoher See

Wir verlassen die Falklandinsel und fahren in südöstliche Richtung nach Südgeorgien. Zwischen den beiden Inselgruppen liegen über 1’300 km Meer. Kein Land, nur Wasser. Ob uns langweilig wird? Oh, nein. Für Unterhaltung ist gesorgt. Denn es gibt nicht nur viel zu lernen über Südgeorgien, sondern auch einiges zu sehen vom Aussendeck. Auch wenn ringsum nur Wasser ist, es gibt Meeressäuger, die in den Gewässern leben. Und ein paar davon zeigen sich uns sogar.

Vielleicht sagt dir Südgeorgien nichts. Auch wir wussten herzlich wenig über die Inseln im Südpazifik. Umso spannender ist es, während der Antarktis Expedition mehr über diesen Ort zu erfahren. Es gibt auf Südgeorgien nämlich nicht nur unglaublich viel Leben, sondern auch spannende Geschichten der Entdecker und Walfänger.

Wir verbringen den Tag auf See in der Main Lounge und hören uns spannende Vorträge über die Fotografie, Albatrosse und den Walfang in Südgeorgien an. Die Expeditions-Guides sind ganz schön gefordert, denn die See ist rau und es schwankt ganz schön. Wir sind froh, um Ablenkung und so bleiben wir zum Glück verschont von Seekrankheit.

Zwischen den verschiedenen Vorträgen gehen wir auch regelmässig aufs Aussendeck. Frische Luft schnappen und den Riesensturmvögeln bei ihren Flugkünsten zuschauen.

Nach der Kaffeepause um 16 Uhr folgt noch der erste Teil des Films von Sir Ernest Shackleton’s Entdeckungsreisen. Wir sind total fasziniert von den lebensgefährlichen Expeditionen, die er vor über hundert Jahren nach Südgeorgien und in die Antarktis unternommen hat. Wir folgen seinen Spuren, die sich wie ein roter Faden durch unsere Reise zieht. Einen ausführlichen Bericht über Südgeorgien und mehr über Shackleton’s verrückte Expeditionen findest du bald auf unserem Blog.

Mit den spannenden Vorträgen und dem Film vergeht der Tag wie im Flug. So vergessen wir schon fast, dass morgen Weihnachten ist. Dank der Movie Night mit dem Film „Christmas Chronicals“ kommen wir dann doch noch so richtig in Stimmung.

Highlight des Tages

In die Ferne schauen, nach Walen Ausschau halten und Riesensturmvögeln bei ihren Flugkünsten zuschauen.

Aussendeck auf dem Expeditionsschiff Ocean Diamond

Tag 6 – 24. Dezember 2019: Unterwegs nach Südgeorgien

Die Vorbereitungen für unsere Anlandungen auf Südgeorgien laufen auf Hochtouren. Um Südgeorgien zu betreten, müssen strenge Biosicherheits-Vorschriften befolgt werden. Unsere Kleidung, Rucksäcke und Schuhe müssen gereinigt werden und absolut frei von Dreck und Samen sein. Es dauert den ganzen Vormittag bis alle Passagiere mit dem Biosicherheits-Check durch sind. Sobald wir das OK erhalten, müssen wir die IAATO und die South Georgia Biosecurity Declaration unterschreiben.

Die See hat sich etwas beruhigt und wir verbringen zwischen den Vorträgen und dem obligatorischen Briefing über die Biosicherheit für Südgeorgien viel Zeit draussen auf Deck.

Am Mittag sind wir etwa auf halbem Weg nach Südgeorgien als plötzlich dichter Nebel aufkommt. Es ist, als ob wir durch einen Vorhang fahren. Auch die Lufttemperatur fühlt sich plötzlich viel kälter an. Uns geht ein Licht auf. In einer der Präsentationen über das Ökosystem haben wir von der Antarktischen Konvergenz gehört. Wieso es in dieser Zone so viele Tiere gibt und was die Antarktische Konvergenz ist, leuchtet ein.

Die Antarktische Konvergenz ist eine Meereszone, in der kaltes antarktisches Wasser auf wärmeres Wasser der Subantarktis trifft. Das Wasser aus der Antarktis ist kälter und somit dichter als das wärmere Wasser aus dem Norden. Wegen der höheren Dichte sinkt das kältere Wasser an der Konvergenzzone rund 800 Meter tief ab, wo es dann nordwärts fliesst. Dies bewirkt, dass das Wasser aufgemischt wird und somit Nahrung aufwirbelt und erzeugt. Das Wasser ist reich an Krill, die bevorzugte Nahrung von Meeresvögeln, Walen und Robben.

Und tatsächlich, kaum gehen wir auf Deck, sehen wir auch schon die ersten Wasserfontänen der Wale. Wir beobachten gespannt, wie sie durch das Wasser gleiten und können uns kaum losreissen von den riesigen Meeressäugern. Dick eingepackt halten wir es recht lange auf Deck aus. Es geht doch nichts über die richtige Kleidung.

Am Nachmittag lernen wir mehr über die Königspinguine, von denen wir bald Hundertausende auf einen Haufen sehen. Sie sind die zweitgrösste Pinguinart. Nach den aufschlussreichen Infos über Königspinguine freuen wir uns, schon bald mitten in einer Kolonie zu stehen und sie live zu beobachten.

Land in Sicht

Nach etlichen Stunden Fahrt kommt plötzlich eine Durchsage. Land in Sicht. Die Brücke meldet, dass wir Shag Rocks sehen.

Wir gehen sofort aufs Aussendeck. Der dichte Nebel hat sich ein wenig aufgelockert und wir sehen in weiter Ferne markante, spitze Felsen aus dem Meer emporragen. Shag Rocks heissten die isolierten felsigen Inseln, die sich rund 240 km westlich von Südgeorgien befinden. Auf den Felsen sitzen viele Vögel, die Wale reissen jedoch sehr schnell die Aufmerksamkeit an sich. Der Kapitän drosselt die Geschwindigkeit und macht eine Schlaufe, sodass wir die Buckelwale und Glattwale richtig lange beobachten können.

Ein schöneres Weihnachtsgeschenk hätten wir uns nicht wünschen können.

Nach einem leckeren Weihnachtsessen mit feinem Wein versammelt sich das gesamte Expedition Team im Club für ein festliches Zusammensein. So fällt es uns etwas leichter an Weihnachten weit weg von der Familie und Freunden zu sein.

Highlight des Tages

Shag Rocks – Land in Sicht auf dem Weg nach Südgeorgien.

Shag Rocks in der Schottischen See

Tag 7 – 25. Dezember 2019: Wir erreichen Südgeorgien

Geplante Anlandung Elsehul fällt aus, dafür klappt es bei der Right Whale Bay

Der Weihnachtstag beginnt windig. Eigentlich ist eine Zodiac Cruise in der Bucht Elsehul geplant. Elsehul wurde im späten 17. Jahrhundert von Robbenjägern entdeckt und war eine der populärsten Bucht für den Robbenfang. Noch immer gibt es Relikte, die an die brutale Schlachterei von Robben erinnern. Heute ist die geschützte Bucht ein Tierparadies.

Rund eine Stunde lang inspiziert unser Expeditionsleiter mit seinem Team die Bedingungen. Die Dünung lässt jedoch weder eine Anlandung noch eine Zodiac Cruise zu. Die Sicherheit geht vor und so geniessen wir die Aussicht vom Aussendeck und erspähen die Tiere durch unser Fernglas. Am Strand und im Wasser tummeln sich Seeelefanten und Pelzrobben. Wir entdecken aber auch Albatrosse, Königspinguine, Goldschopfpinguine und Eselspinguine.

Wir fahren weiter zur nächsten Bucht und auf dem Weg dahin begleiten uns Wale. Es sind gleich mehrere Gruppen. Wahnsinn! Diesmal bleiben sie etwas länger und wir können sogar ihre Fluke fotografieren. Solche Überraschungen sind genial und wir sind schon gespannt, was die nächsten Wochen auf uns zukommt.

Auf einer Antarktis Expedition gibt das Wetter das Tagesprogramm vor. Wir sind flexibel und freuen uns, wenn es das nächste Mal klappt. Obwohl die Tour ins Wasser fällt, hat das Expeditionsteam gleich einen Plan B. So kommen wir in den Genuss des zweiten Teils vom spannenden Film des Sir Ernest Shackleton und seiner Expedition mit der Endurance.

So vergeht die Fahrt zur Right Whale Bay wie im Flug. Nach dem köstlichen Mittagessen inspiziert das Expeditionsteam die Strände der Right Whale Bay. Leider bläst der Wind noch immer sehr stark, eine Zodiac Cruise ist jedoch machbar. Die Wolken hängen zwar tief, doch zwischendurch reisst die Wolkendecke auf und wir erspähen blauen Himmel.

Die rasante Fahrt zum Strand gibt uns ein Gefühl von Freiheit. Wir atmen die frische Meeresbrise ein und bewundern wie agil die Pelzrobben durch das Wasser flitzen. Einige sind in Spiellaune, andere liegen einfach faul am Strand. Wir sehen auch die ersten Jungtiere, lebendige und tote. Ein gefundenes Fressen für Riesensturmvögel und Raubmöwen (Skuas).

Auch wenn es windig ist und es leicht nieselt, geniessen wir jede Minute in dieser einzigartigen Landschaft.

Highlight des Tages

Wale überraschen uns auf der Fahrt.

Buckelwal im Südlichen Ozean

Die erste Zodiac Cruise in Südgeorgien in der Right Whale Bay.

Zodiac Cruise in der Right Whale Bay

Tag 8 – 26. Dezember 2019: Ehemalige Walfangstation Grytviken und Königspinguine in der Fortuna Bay

Wir werden von der Sonne geweckt und können gar nicht glauben, was wir sehen. Das Meer ist ruhig und der Himmel stahlblau. Sofort springen wir auf und gehen raus aufs Deck. Auch die Temperaturen sind recht angenehm, obwohl wir bereits so weit südlich sind.

Nach dem Frühstück treffen wir uns alle in der Main Lounge, wo uns eine Mitarbeiterin des Tourismusbüros von Südgeorgien darüber informiert, wofür sich der South Georgia Heritage Trust einsetzt. In der Vergangenheit ist einiges schiefgelaufen und die Natur hat wegen den Menschen gelitten. Um weitere Schäden zu vermeiden, werden die Schutzmassnahmen sehr ernst genommen und jeder der Fuss auf Südgeorgien setzt, wird kontrolliert. Es dürften keine fremden Samen, Steine, Lebewesen oder Erde auf die Insel verschleppt werden.

Der South Georgia Heritage Trust ist aber auch dazu da, um die Geschichte des Walfangs zu erhalten.

Wir sind in der ersten Gruppe und freuen uns wie kleine Kinder auf die Anlandung auf Grytviken.
Wir dürfen uns frei bewegen und besichtigen das Museum, die renovierte Kirche und das Postamt. Von der Produktion und der Siedlung der Walfangstation sind noch ein paar Gebäude, sowie Maschinen übriggeblieben. Beim Spaziergang zu den Überresten der Maschinen und zum Grab von Sir Ernest Shackleton müssen wir uns vor den angriffslustigen Pelzrobben in Acht nehmen. Auch wenn sie etwas plump aussehen, sind die Robben auch an Land ziemlich schnell unterwegs.

Die Zeit vergeht schnell und nach 1.5 Stunden müssen wir zurück zum Schiff. Auf dem Rückweg gehen uns die krassen Zahlen nicht aus dem Kopf. Es fällt uns schwer zu glauben, dass in Grytviken rund 175’000 Wale für die Ölgewinnung getötet wurden. Und noch krasser ist, dass im südlichen Ozean insgesamt 1.6 Millionen Wale wegen Walöl abgeschlachtet und fast ausgerottet wurden.

Wir geniessen die kurze Zodiac Fahrt zurück zur Ocean Diamond. Während wir unser Mittagessen geniessen, steuert der Kapitän bereits das nächste Ziel an. Auf dem Weg zur Fortuna Bay fahren wir an Gletschern, schneebedeckten Bergen und den ersten kleinen Eisbergen vorbei.

Fortuna Bay in Südgeorgien – Den Königspinguinen ganz nah

In der Fortuna Bay ist eine Anlandung geplant. Für uns heisst es jedoch noch ein Weilchen warten, denn diesmal sind wir in der letzten Gruppe. So geniessen wir die Zeit auf dem Schiff abwechselnd mal draussen an Deck und im Zimmer. Da wartet nämlich viel Arbeit auf uns. Unzählige Fotos und Videos herunterladen und aussortieren.

Kurz vor 18 Uhr werden wir aufgerufen. Wir können es kaum erwarten, denn in der Fortuna Bay wartet eine grosse Königspinguinkolonie auf uns. Dick eingepackt verlassen wir das Schiff und steigen ins Zodiac. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Strand, hieven uns raus und gehen vorsichtig an den Pelzrobben vorbei.

Wow! Wir sind platt. Das Gefühl hier zu stehen, vor unseren Augen diese atemberaubende Landschaft, das Pfeifen und Tröten der Pinguine, das Gebrülle der Robben und der Geruch sind überwältigend.

Je näher wir zur Königspinguinkolonie kommen, desto schneller schlagen unsere Herzen. Dieses Gefühl direkt neben den Pinguinen zu stehen, die sich überhaupt nicht von uns stören lassen, ist überwältigend.

«Ich hab’ einen Kloss im Hals und muss die Tränen unterdrücken. So überwältigend ist der Moment, als ich das erste Mal neben der Königspinguinkolonie stehe.»

Knapp 1.5 Stunden bleiben uns bei den Pinguinen. Knapp vor 19:30 Uhr verabschieden wir uns von der Fortuna Bay. Beim Abendessen schiessen uns tausende Bilder durch den Kopf. Es ist einfach nur genial, was wir auf dieser Antarktis Expedition erleben dürfen.

Highlight des Tages

Wir sind an Land in Südgeorgien und stehen zum ersten Mal inmitten einer Königspinguinkolonie.

Königspinguine in Südgeorgien

Tag 9 – 27. Dezember 2019: Tierische Begegnungen in Salisbury Plain und Stromness

Die zweitgrösste Königspinguinkolonie von Südgeorgien steht heute auf dem Programm. Nach dem gestrigen Erlebnis möchten wir natürlich keine Sekunde mit den Pinguinen verpassen. So stehen wir frühzeitig bereit in unserer Montur. Das Anziehen der vielen Schichten kostet ganz schön Zeit, wir werden jedoch schon routinierter.

Dick eingepackt gehen wir auf das Aussendeck und beobachten, wie die ersten Zodiac zur Bucht rausfahren. Die Durchsage kommt und wir sind dran. Bei Nieselregen fahren wir zum Strand und freuen uns, als sich die Wolken ein bisschen auflockern. Der Wind hat sich gelegt und so geniessen wir die Morgenstunden bei Salisbury Plain. Hier leben über 250’000 Königspinguin Paare, sie nisten, brüten und mausern sich. Wo wir hinschauen, stehen sie da, die eleganten Königspinguine.

In Salisbury Plain lebt aber nicht nur die zweitgrösste Königspinguinkolonie Südgeorgiens, sondern auch die grösste Gruppe See-Elefanten. Der Südliche See-Elefant ist die grösste Robbenart. Männchen können bis zu 6 Meter lang werden und wiegen bis zu 4 Tonnen. Den Namen haben sie übrigens nicht wegen ihrer Grösse, sondern wegen ihrer rüsselähnlichen Schnauze. Sobald die Paarungszeit kommt, definieren und verteidigen sie ihr Territorium und legen sich ein Harem von 40 bis 50 Weibchen zu. Die weiblichen See-Elefanten sind übrigens viel kleiner als ihre männlichen Genossen.

Für uns ist es ein Spektakel die vielen Tiere zu beobachten, die am 3 km langen Strand liegen, kämpfen, furzen oder ins Wasser robben. Auch wenn wir stundenlang zuschauen könnten, unsere Zeit ist um. Wir müssen zurück aufs Schiff.

Am Nachmittag wartet jedoch bereits das nächste Highlight auf uns. Bei strahlendem Sonnenschein landen wir mit dem Zodiac bei Stromness an. Am Strand liegen wieder viele angriffslustige Pelzrobben Männchen. Wir versuchen möglichst unbemerkt an ihnen vorbei zu gehen. Im Moment sind auch hier viele Jungtiere zu sehen.

Im linken Teil der Bucht sehen wir die Ruinen und Überreste der Walfang Station, die 1961 verlassen wurde. Der Zutritt ist verboten und so haben die Pelzrobben den Strand und das Gelände zurückerobert. Cool, die Natur holt sich zurück, was ihr gehört.

Wir steuern den Shackleton Wasserfall an, der sich rund 2 km im Inselinnern befindet. Stromness hat in der Shackleton Geschichte eine grosse Bedeutung. Mehr über die Expedition von Shackleton findest du im Bericht: Faszinierendes Südgeorgien und auf den Spuren des Sir Ernest Shackleton

Bevor wir aufs Schiff zurückfahren, geniessen wir noch eine Zodiac Tour entlang der Klippen und in verschiedene Buchten. An den Stränden, auf den Felsen und im Wasser entdecken wir immer wieder Robben, Kormorane und Pinguine.

Highlights des Tages

Aus nächster Nähe fluffige junge Königspinguine beobachten.

Reni mit jungem Königspinguin

Riesige Königspinguinkolonie mit eigenen Augen sehen.

Königspinguinkolonie in Südgeorgien

Tag 10 – 28. Dezember 2019: Gold Harbour, Cooper Bay und spektakuläre Fahrt in den Drygalski Fjord

Um 6 Uhr weckt uns die Stimme von Shane. Wir blinzeln und draussen ist es bereits taghell. Es ist Sommer und in diesen Breitengraden dauern die Tage mehr als 20 Stunden. So richtig dunkel wird es zu dieser Jahreszeit nicht. Das ist für uns eine ganz neue Erfahrung. Gefällt uns sehr.

Es ist unser letzter Tag in Südgeorgien und das Wetter ist auf unserer Seite. Wieder warten atemberaubende Landschaften und tierische Highlights auf uns. Shane begrüsst uns am Strand und informiert uns über den grossartigen Platz. Wir steigen aus dem Zodiac und suchen uns den Weg zwischen den jungen See-Elefanten. Im Gegensatz zu den angriffigen Pelzrobben bei den letzten Landgängen, sind die See-Elefanten einfach nur friedlich. Sie schauen uns mit ihren grossen Kulleraugen an und es scheint, als ob sie uns anlächeln.

Obwohl wir die letzten Tage bereits Königspinguine gesehen haben, sind wir genauso aus dem Häuschen wie beim ersten Mal. Sie sind einfach so faszinierende Tiere. Wir steuern zuerst die Kolonie der Königspinguine an und siehe da, ein Eselspinguin will auch mit ins Bild.

Eselspinguin mit Königspinguinen

Die Kulisse ist einfach nur kitschig. Im Vordergrund die Pinguinkolonie und im Hintergrund die gradüberwachsenen Hügel, die schneebedeckten Berge und der Betrab Gletscher der dramatisch über den Felsen hängt. Dieses Bild hat sich sofort in unser Hirn eingebrannt.

Lange stehen wir einfach nur da, legen die Kamera für eine Weile weg und geniessen einfach nur den Moment. Innehalten. Beobachten. Geniessen. Diese Momente sind für uns ganz wichtig und unglaublich kostbar.

Am Nachmittag steht eine Zodiac Tour in der Cooper Bay an. Auch an der zerklüfteten Küste und am Strand begegnen wir wieder vielen Tieren. Vier Spezies von Pinguinen haben hier ihre Nester und kommen hierher zum Brüten. Auf der Insel befindet sich die grösste Kolonie von Zügelpinguinen in Südgeorgien. Aber auch Goldschopfpinguine, Eselspinguine und eine kleine Anzahl Königspinguine leben hier.

Obwohl Goldschopfpinguine mengenmässig mit 10 Millionen Tieren die grösste Anzahl darstellen, sind sie überaus schwierig zu entdecken. Sie bauen ihre Nester auf hohen, unzugänglichen Klippen. Dass wir sie bei Cooper Bay sehen dürfen, ist sehr speziell.

Während wir ruhig durch das Wasser gleiten, können wir auch Riesensturmvögel und zwei Arten von Albatrossen beobachten.

Immer wiedermal platscht es neben unserem Zodiac. Das sind die Robben, die spielerisch durch das Wasser flitzen und immer wiedermal rausspringen.

So geht wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende. Obwohl, er ist noch nicht zu Ende. Zum Sonnenuntergang steuern wir direkt auf den Drygalski Fjord zu. Die Sonne glitzert im Meer und wir fahren an den ersten grossen Eisbergen vorbei. Wow, wir sind hin und weg. Diese Landschaft, da kriegen wir gerade Gänsehaut.

Je tiefer wir in den Fjord fahren, desto kleiner fühlen wir uns. Obwohl wir auf einem relativ grossen Schiff sind, kommen wir uns umgeben von Felswänden, die über 1’000 Meter aus dem Meer ragen, winzig klein vor. Am Ende des Fjords befindet sich der Risting Gletscher. Der Drygalski Fjord ist aber auch für viele Tiere Lebensraum. Für Sturmschwalben ist es die Hauptbrutstätte in Südgeorgien. Der Fjord ist zudem die nördlichste aufgezeichnete Brutstätte von Weddellrobben.

Wir liegen im Bett, die Augen weit geöffnet und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Ganz ehrlich, wir platzen fast vor Glück, so schön ist es hier. Mit tausend schönen Erinnerungen im Kopf schlafen wir ein, während das Schiff Südgeorgien verlässt und unser nächstes Ziel anpeilt.

Highlight des Tages

Wir sehen zum ersten Mal Goldschopfpinguine.

Goldschopf Pinguine in Südgeorgien

Tag 11 & 12 – 29. & 30. Dezember 2019: Auf See Richtung Südliche Shetlandinseln

Wir durchqueren die Schottische See und geniessen es wieder einmal auszuschlafen. An Tagen auf hoher See werden wir nämlich nicht geweckt. Auch wenn wir heute rundherum nur Meer haben, ist es alles andere als langweilig. Den ganzen Tag gibt es Vorträge und es lohnt sich auch regelmässig aufs Aussendeck zu gehen. Die Möglichkeit Wale zu sehen, ist immer da.

Wind und Wellen begleiten uns auf dem Weg zu den südlichen Shetlandinseln. Wir schwanken stark beim hin- und herlaufen. Und auch im Speisesaal sind rutschfeste Matten aufgelegt, damit nicht alles runterfällt. Obwohl es doch recht schaukelt, leiden relativ wenig Passagiere an Seekrankheit. Viele nehmen Reisetabletten oder kleben sich Patches hinters Ohr zur Vorbeugung.

Der Tag ist ausgefüllt mit spannenden Vorträgen über Gestein, die Veränderung der Landschaft nach dem Eis und wir lernen mehr über Wale, geschichtliches über Captain Cooks Erkundungen und die Antarktis. Mike aus Tasmanien ist schon Jahrzehnte in der Antarktis tätig und verfügt über ein grosses Wissen. Er weiss praktisch alles über Gletscher und das ewige Eis in der Antarktis.

Die Vorträge sind so spannend und aufschlussreich. Soviel Fachwissen auf einen Haufen ist genial, ebenfalls dass die Themen darauf abgestimmt sind, was uns als nächstes erwartet. So vergessen wir die raue See und hören aufmerksam den Präsentatorinnen und Präsentatoren zu.

Highlight des Tages

Der Vortrag von Mike über das ewige Eis in der Antarktis.

Tag 13 – 31. Dezember 2019: Auf den Südlichen Shetlandinseln – Elephant Island und Point Wild

Wie die Zeit vergeht. Nicht nur auf dem Schiff, sondern allgemein. Heute ist der letzte Tag des Jahres. Bereits ist wieder ein Jahr um und morgen beginnt sogar ein neues Jahrzehnt. Den letzten Jahreswechsel feierten wir mit lieben Freunden in der Heimat und dieses Jahr sind wir soweit weg von Zuhause, wie noch nie. In der Antarktis!

Wir erreichen Point Wild auf Elephant Island, ein historisch wichtiger Ort in Shackleton’s Geschichte. Point Wild fährt uns ein, denn an diesem rauen, kargen Felsvorsprung unterhalb steiler Klippen haben die Männer von Sir Ernest Shackleton vier Monate lang auf ihre Rettung gewartet. Vier Monate überleben in dieser einsamen, wilden, kalten Umgebung. Ausgesetzt dem unbeständigen Wetter, starken Winden und eisigen Temperaturen. Vier Monate überleben in einem provisorisch gebauten Unterstand aus zwei Holzrettungsbooten und das im Jahre 1916. Schlichtweg unvorstellbar, wie die Männer überlebt haben.

Das Expeditionsteam macht die Zodiac bereit für eine Cruise.

Zodiac im Eis in der Antarktis

Dick eingepackt in unseren warmen Parkas, wasserdichten Skihosen und dicken Handschuhen cruisen wir durchs Eis. Wir fragen uns, ob wir Menschen heute noch fähig wären, solche Strapazen zu überstehen. Jetzt wird uns so richtig bewusst, wo wir hier sind. Weit weg von der Zivilisation aber in besten Händen mit unserem erfahrenen Kapitän, seiner Crew und dem Expeditionsteam.

Mit grosser Bewunderung betrachten wir die Statue von Luis Pardo Villalon, Kapitän des Schiffs Yelcho, mit dem Shackleton seine Männer am Point Wild gerettet hat. Eine Kolonie Zügelpinguine hat sich hier angesiedelt und leistet der Statue Gesellschaft.

Den Nachmittag verbringen wir auf dem Aussendeck. Nicht nur die Landschaft ist eindrücklich, sondern auch die Tierwelt.

Pinguine auf Eisscholle in der Antarktis

Pinguine stehen auf der Eisscholle und dann sogar noch Wale. Haufenweise sogar. Plötzlich ist eine Hektik an Bord, denn jeder will die Wale sehen, ein Foto schiessen oder ein Filmchen drehen. Wir überlegen uns, wo wir uns positionieren sollen und entscheiden, wir bleiben auf dem obersten Deck.

Der Kapitän drosselt die Geschwindigkeit und so können wir die Buckelwale richtig lang geniessen. „Was für ein Abschluss des Jahres“, jubeln wir.

Aber das ist noch nicht alles. Plötzlich kommt die Durchsage: „Orcas. One O’clock Starboard Side.“

Wow, eine Gruppe von rund sieben Orcas schwimmt an uns vorbei. Wir trauen unseren Augen nicht. Uns kullern Freudentränen über die Wangen.

Ein perfekter letzter Tag des 2019 geht dem Ende entgegen.

Wir werden überrascht mit einem leckeren Neujahrsdinner und natürlich lassen wir es uns nicht entgehen bis Mitternacht wach zu bleiben. In der Bar gibt es Musik und beim Countown stossen wir mit einem Glas Champagner auf ein gutes, neues Jahr an und tanzen in der Antarktis ins neue Jahrzehnt.

Highlights des Tages

Beim Point Wild an Sir Ernest Shackleton und seine Crew denken und ihren Überlebenswillen bewundern.

Statue am Point Wild auf Elephant Island

Silvester in der Antarktis. Prost auf ein fantastisches 2020.

Reni und Marcel an Silvester

Silvesterparty in der Antarktis

Tag 14 – 1. Januar 2020: Schnee und Eis auf den Südlichen Shetlandinseln

Pinguine beobachten und Zodiac cruisen in Yankee Harbour und Halfmoon Island

Nach einem gigantischen Abschluss des Jahres, folgt ein spektakulärer und unvergesslicher Start ins neue Jahrzehnt mit zwei Anlandungen und zwei Zodiac Cruises. Wir befinden uns auf der südwestlichen Seite von Greenwich Island, wo wir Yankee Harbour ansteuern.

Landschaft Antarktische Halbinsel

Die Bucht befindet sich zwischen dem Bluff Gletscher und dem Spit Point. Überreste am Strand erinnern an die Zeit der amerikanischen und britischen Walfänger, die in den frühen 1820er Jahren Seeelefanten und Weddell Robben gejagt haben und bei Yankee Harbour die perfekte Bucht für ihre Tätigkeiten gefunden haben.

Uns interessiert jedoch die Eselspinguinkolonie viel mehr. Rund 5’000 Pinguin Paare brüten hier. Viele der Pinguine haben gleich zwei Küken, die sie beschützen müssen. Bevor wir jedoch die Eselspinguine bewundern können, müssen wir an den Pelzrobben vorbei. Das Expeditionsteam gibt uns den Weg vor und so schaffen wir es problemlos an ihnen vorbei zu schleichen.

Eselspinguine haben ein lustiges Ritual. Rund um ihr Nest liegen viele Steine, die sie stetig hin und her legen. Und immer wieder versuchen sie bei ihren Nachbarn Steine vom Nest zu stehlen. Natürlich wehren sich die Besitzer. Ein herrliches Schauspiel, das meistens ganz harmlos endet. Anders sieht es mit den frechen Raubmöwen aus. Die Greifvögel haben es nämlich auf die Küken abgesehen. Wir beobachten einmal sogar, wie sich eine Raubmöwe ein Ei schnappt und aufpickt. Der Angriff auf ein Küken bleibt zum Glück erfolglos. Der Pinguin-Papa wehrt sich vehement und rennt dem Skua nach, bis dieser wegfliegt.

Auf Half Moon Island erwarten uns am Nachmittag wieder Pinguine. Diesmal jedoch mehr als 1’200 Paare Zügelpinguine, Riesensturmvögel, Raubmöwen und andere Vögel, die hier ihre Brutstätte haben. Und natürlich sind auch hier Pelzrobben, die sich mit uns anlegen wollen. Die Seeelefanten sind wie immer ganz friedlich und schauen uns nur kurz mit ihren Kulleraugen an, bevor sie wieder chillen.

Auch heute fliegt die Zeit und wir müssen zurück aufs Schiff. Der Anker wird gehievt und wir verlassen die Südlichen Shetlandinseln bereits wieder. Als nächstes steuert der Kapitän die Ocean Diamond in Richtung antarktischer Polarkreis. Es fällt uns schwer einzuschlafen, zu aufgeregt sind wir auf die kommenden Tage.

Highlights des Tages

Eis, Eis. Überall ist Eis. Bei Yankee Harbour sind umgeben von Gletschern. Einfach gigantisch.

Antarktis Expedition zum Yankee Harbour

Fifty shades of blue. Traumlandschaften bei Halfmoon Island.

Eisberg bei Halfmoon Island

Tag 15 – 2. Januar 2020: Walsichtungen auf der antarktischen Halbinsel

Unvergessliche Zodiac Cruise bei Entreprise Island und Wilhelmina Bay

Der Tag fängt bereits zum Frühstück gigantisch an. Die Ocean Diamond ist umgeben von Buckelwalen. Shane hat uns gestern beim Briefing zwar schon gesagt, dass die Chancen auf Walsichtungen in der Wilhelmina Bay gross sind. Dass wir jedoch umringt von Walen sind, hätten wir uns nicht träumen lassen. Auch das Expeditionsteam ist schon ganz aufgeregt und so merken wir, dass so viele Wale auf einmal nicht die Regel sind. Insgesamt sind rund 45 Wale in der Bucht am fressen. Egal wo wir hinschauen, überall sind sie. So viele Wale haben wir noch nie auf einmal gesehen. Es ist unglaublich. Wir trauen unseren Augen nicht und unser Herz macht Freudensprünge.

Es ist soweit und wir können mit dem Zodiac raus. Die Wale sind schon vom Expeditionsschiff aus faszinierend, sie aus nächster Nähe zu sehen ist jedoch nochmals ganz was anderes. Wir fühlen uns winzig beim Anblick der Giganten.

Die Buckelwale beim Fressen zu beobachten ist unglaublich spannend. Sie haben eine ausgeklügelte Technik, das sogenannte «Bubble Net Feeding». Eine Gruppe Wale taucht in der Tiefe, bläst Blasen während sie im Kreis höher schwimmen. So entsteht ein Ring von Blasen, welcher den Krill umgibt und als Schwarm zusammenhält. Die Wale schwimmen in immer enger werdendem Kreis und können schliesslich nur noch den Schlund öffnen und tausende kleiner Tiere auf einmal verschlingen.

Bevor sie dann wieder in die Tiefe verschwinden, verweilen sie für kurze Zeit an der Oberfläche. Wir staunen und warten gespannt darauf, dass sie ihre Flunke zeigen. Ein gigantisches Schauspiel. Buckelwale können 12 bis 14 Stunden am Stück jagen, bevor sie in ein in eine Art Schlafkoma fallen.

Obwohl Hundertausende von Walen in der Gegend geschlachtet wurden, sind noch immer viele der Tiere hier. Es erstaunt uns nicht, dass Enterprise Island bei den Walfängern anfangs 1900 sehr beliebt war. Nicht nur wegen der Massen an Walen, sondern auch wegen der geschützten Bucht die sich zum ankern optimal eignete.

Was für ein Vormittag. Das kann man kaum noch toppen.

Aber es kommt noch besser. Kaum sind wir zurück in unserer Kabine kommt die nächste Durchsage. Orcas sind gesichtet worden. Wir ziehen uns sofort unsere Parkas über und gehen raus aufs Deck. Oh ja, da sind sie. Eine Schule Orcas schwimmt neben der Ocean Diamond her. Als ob sie sich uns präsentieren wollen. Auf der Halbinsel Valdes haben wir zum ersten Mal Orcas gesehen. Es war wunderschön. Diesmal sind wir jedoch noch viel näher dran. Wahnsinn!

Highlights des Tages

Buckelwale bei ihrer cleveren Fresstechnik beobachten.

Fluke von Buckelwal in Antarktis

Antarktis Buckelwal am fressen

Eine Gruppe Orcas schwimmt mit uns mit.

Orcas in der Antarktis

Tag 16 – 3. Januar 2020: Wir erreichen den antarktischen Polarkreis, cruisen bei Detaille Island und springen ins Wasser

Gleich nach dem Frühstück gehen wir raus, denn unser Ziel ist die Überquerung des antarktischen Polarkreises. Ein Meilenstein für uns und wir sind schon gespannt, ob wir es wirklich schaffen. Immer mehr Eis schwimmt auf der Wasseroberfläche. Der Kapitän ist sehr erfahren und navigiert das Schiff gekonnt durch das Eis. Auch wenn die Fahrt über den Polarkreis nur auf dem GPS sichtbar ist, das Gefühl hier zu sein berauscht uns. Den Antarctic Circle zu überqueren ist nur bei wenigen Antarktis Expeditionen im Programm. Umso spezieller fühlt es sich für uns gerade an.

Punkt 9:06 Uhr ist es soweit. Unser Expeditionsleiter Shane zählt den Countown. Wir haben es geschafft und soeben den antarktischen Polarkreis überquert. Unsere Position 66° 33’ S. Mit einem breiten Grinsen stossen wir mit einem Glas Champagner auf diesen speziellen Moment an.

Der Antarktische Polarkreis umfasst 8% der gesamten Erdoberfläche und fast die gesamte Fläche der Antarktis. Am Südpol geht im Sommer sechs Monate lang die Sonne nicht unter. Wir befinden uns noch weit entfernt vom Südpol, geniessen aber trotzdem rund 22 Stunden Helligkeit. Im Winter hingegen herrscht am Südpol sechs Monate komplette Dunkelheit. Wir sind total fasziniert, denn für uns ist es das erste Mal, dass wir solche Extreme erleben.

Wir sind fasziniert von der Umgebung. Obwohl über uns und den schneebedeckten Bergen eine Wolkendecke hängt, finden wir die Umgebung wunderschön. Das Meer ist flach wie ein Teich, überall schwimmen Eisschollen und kleinere Eisberge in den verschiedensten Formen an uns vorbei.

Wir stehen draussen und staunen. Auf den Eisschollen entdecken wir Krabbenfresser, Weddell Robben und Pinguine. Es fällt uns schwer für die Mittagspause reinzugehen, zu spannend ist es draussen.

Am Nachmittag kommen wir dann noch in den Genuss einer Zodiac Cruise und darauf freuen wir uns riesig. Die Fahrt durch das Eis ist atemberaubend. Wir sind in einer anderen Welt und müssen uns einmal mehr kneifen, damit wir wirklich begreifen, dass wir hier sind.

Wir nähern uns Detaille Island, wo Gebäude einer verlassenen britischen Forschungsstation (Base W) stehen. Base W war zwischen 1956 und 1959 bemannt und es wurden meteorologische, geologische und topografische Studien durchgeführt. 1959 ist die Station fluchtartig verlassen worden, als das Versorgungsschiff vom Packeis erfasst und blockiert wurde.

Fast zwei Stunden später und vielen Fotos von Eisbergen, Pinguinen und Robben auf der Speicherkarte steigen wir vom Zodiac wieder auf die Ocean Diamond um. Es ist aber noch nichts mit relaxen, sondern jetzt geht es ans Eingemachte. Marcel und 63 andere verrückte Passagiere machen den Polar Plunge. Im Bikini, Badeshorts oder einem Kostüm stürzen sich ein Drittel der Passagiere von Bord ins eiskalte Wasser der Antarktis. Was denkst du wie kalt das Wasser in diesem Moment soweit im Süden ist? Gerade mal -0.6°C. Brrrr…

Hut ab und herzlichen Glückwunsch an alle Polar Plungers!

Highlights des Tages

Die Überquerung des Antarktischen Polarkreises.

Antarktischer Polarkreis erreicht

Marcel springt ins antarktische Wasser.

Marcel macht den Polar Plunge

Tag 17 – 4. Januar 2020: Besuch der Forschungsstation Vernadsky Station, Pleneau Island und Polar BBQ

Der erste Blick aus dem Fenster ist nicht berauschend. Dichter Nebel umgibt uns. Obwohl, irgendwie ist dieses Wetter auch cool. Denn so ist alles ganz ruhig und die Stimmung mystisch. Allein schon das Wissen in der Antarktis zu sein, ist ein geniales Gefühl.

Einmal mehr heisst es warm anziehen und los geht’s aufs Zodiac. Heute besuchen wir die ukrainische Forschungsstation Akademik Vernadsky. Frische Luft bläst uns ins Gesicht und im Nebel fahren wir durch das knisternde Eis. Ross, unser Zodiac Fahrer, ist erfahren und navigiert gekonnt durch das immer dichter werdende Eis. Wir fühlen uns wie in einer anderen Welt.

Selten haben wir uns im Leben so gut gefühlt. Wir leben in dem Moment, alles rund um uns ist vergessen und unwichtig.

Und dann schon wieder ein Highlight. Wir sehen etwas flauschiges auf der Schneefläche stehen. Ein Pinguin, aber nicht nur irgendein Pinguin. Es ist ein sehr grosser Pinguin. Ross will sicher sein und schaut durch sein Fernglas. Es ist ein Kaiserpinguin. Ja, 100-prozentig. Wir sind alle ganz aus dem Häuschen.

Kaiserpinguin in der Antarktis

Nach 1.5 Stunden durch das Eis cruisen, steuern wir schliesslich Vernadsky Station auf Galindez Island an. Von 1947 bis 1996 war die Station britisch und während 49 Jahren als Faraday Base oder Station F kontinuierlich besetzt. Die Ukraine hat die Station 1996 von den Briten für einen Nominalpreis von einem Pfund gekauft. Für die Briten war dies der bessere Deal, als die Gebäude zurückzubauen. Einzig das Wordie House steht noch auf der Nachbarsinsel Winter Island, das als Museum weiterhin gepflegt wird.

Wir landen an und werden von einem superfreundlichen Ukrainer in Empfang genommen. Er erzählt uns spannende Details über die Vernadsky Station und das Leben fernab der Zivilisation. Ganz ehrlich, kannst du dir vorstellen auf einer Insel zu leben, wo es ein halbes Jahr nur hell und das andere halbe Jahr nur dunkel ist?

Unglaublich dankbar, dass wir eine solche Station sehen dürfen, geht es für uns nach 1.5 Stunden zurück aufs Schiff.

Am Nachmittag erwartet uns wieder ein gigantisches Erlebnis. Der Eisberg Friedhof. Zumindest hat die Pléneau Bay diesen Spitznamen erhalten. Zu Recht, wie wir während unserer Zodiac Cruise erfahren. Wir nähern uns der Bucht und je tiefer wir reinfahren, desto mehr Eisberge kommen zum Vorschein. In der Pléneau Bucht sammeln sich die verschiedensten Formen von Eisbergen, die ganz vom Süden wie vom Ross Eisschelf hierhergetrieben wurden. Es heisst, dass die Eisberge müde von ihrem Nomadenleben geworden sind und in der Pléneau Bucht ihren letzten Frieden gefunden haben.

Auf Pléneau Island geht es aber auch tierisch spannend zu und her. Neben Seeleoparden und Walen sehen wir auch viele Pinguine.

Seeleopard in der Antarktis

Überglücklich kehren wir aufs Schiff zurück, wo es gleich weitergeht. Ausruhen im Zimmer, nein. Keine Zeit. Kaum sind alle Zodiac verstaut, hievt der Kapitän den Anker und steuert den Lemaire Channel an. Damit wir die Aussicht so richtig geniessen können, gibt es ein Antarktisches BBQ draussen auf Deck 6. Genial! Bei dieser spektakulären Aussicht auf Gletscher und schneebedeckte Berge draussen Essen ist einmalig. Wir platzen fast vor Glück.

Highlights des Tages

Besuch der Vernadsky Station und das kurze Gespräch mit dem Mitarbeiter einer Forschungsstation auf der Antarktischen Halbinsel.

Vernadsky Station in der Antarktis

Antarktisches BBQ im Lemaire Channel.

BBQ auf der Antarktis Expedition

Tag 18 – 5. Januar 2020: Antarktische Halbinsel – Eisberge, Gletscher und Pinguine auf Danco Island und Neko Harbour

Rundherum ist es weiss. Gletscher, Schnee, Eisberge. Die Antarktis ist unbeschreiblich schön.

Eisberge in der Antarktis

Wir fühlen uns richtig gut und obwohl wir im Normalfall tropische Länder bevorzugen, sind wir auf den Geschmack von polaren Landschaften gekommen. Jetzt verstehen wir, was den Reiz ausmacht in polare Klimazonen zu reisen.

Es ist unser zweitletzter Tag bei der Antarktischen Halbinsel und langsam geht unsere Antarktis Expedition dem Ende zu.

Am Vormittag steuern wir Danco Island an. Inzwischen sind wir alle eingespielt und das Einsteigen ins Zodiac geht recht zügig. Zuerst fahren wir an Eisbergen und Gletschern vorbei und bestaunen Seeleoparden, die auf den Eisschollen liegen. Erst als wir näher an sie ranfahren, heben sie den Kopf und schauen uns kurz an, lassen sich sonst aber nicht von uns stören.

Dank den spannenden Vorträgen der letzten Tage können wir inzwischen die verschiedenen Robben einfach auseinanderhalten.

Und dann hören wir ein Zischen. Das klingt ganz nach einem Wal. Wir drehen den Kopf und da ist er. Wir sind alle ganz still und geniessen diesen wunderbaren Moment.

Wal bei Danco Island in der Antarktis

Die Zodiac Cruise vergeht wieder viel zu schnell und schon heisst es anlanden. Bevor wir uns aus dem Zodiac hieven, kriegen wir wie immer ein kurzes Briefing, was es auf Danco Island zu sehen gibt und wann wir zurück sein sollen.

Die Insel ist 1.6 km lang und 180 Meter hoch. Vom Strand führt ein Trampelpfad durch den Schnee hoch auf den Hügel, wo wir auf eine Eselspinguinkolonie treffen. 1’600 Paare brüten hier und es ist reger Betrieb auf den Pinguin Highways.

Vielleicht denkst du jetzt, schon wieder Pinguine. Wir könnten jedoch stundenlang zusehen. Und schliesslich wissen wir ja nicht, wann wir das nächste Mal so viele dieser herzigen Vögel sehen.

Der Himmel ist noch immer bedeckt, aber ganz ehrlich, das ist uns vollkommen egal. Die Landschaft ist sowas von faszinierend mit den Eisbergen und dem spiegelglatten Meer.

Anlandung und Zodiac Cruise bei Neko Harbour

Den Nachmittag verbringen wir wieder draussen, im Zodiac und an Land. Bei Neko Harbour landen wir an und setzten das erste Mal Fuss auf den Antarktischen Kontinent und nicht auf einer der vorgelagerten Insel. Nach 1.5 Stunden auf dem Zodiac, die durch faszinierende Gletscherlandschaft führt, landen wir an und steuern als erstes den Aussichtspunkt an.

«Wow! Ist das wunderschön», flüstern wir einander zu. Wir sind sprachlos. Einmal mehr auf dieser Antarktis Expeditionsreise kommen wir kaum aus dem Staunen heraus. Unter uns der riesige Gletscher, der knirscht und kracht. Die Aussicht ist so wunderschön, dass wir dies auf Fotos festhalten müssen.

Gletscher bei Neko Harbour

Je länger wir auf den Gletscher starren, desto beeindruckter sind wir von der Eismasse. Plötzlich kracht es wieder und wir sehen gerade wie ein riesiges Stück mit grosser Wucht ins Wasser donnert.

Der Gletscher ist aber nicht unser einziges Ziel bei Neko Harbour, sondern auch die 250’000 brütenden Eselspinguin Paare.

Für uns geht wieder ein unvergesslicher Tag zu Ende. Für 60 von insgesamt 186 Passagieren startet jedoch ein weiteres Abenteuer. Schlafen im Schnee. Wir bevorzugen das schöne warme Bett, denn campen können wir ja noch genug. Ein eigenes Zimmer mit heisser Dusche und WC ist für uns im Moment etwas ganz Besonderes und wir geniessen es unglaublich.

Highlight des Tages

Eis. Eisberge. Und noch mehr Eis.

Eisberg in der Antarktis

Eislandschaft in der Antarktis

Tag 19 – 6. Januar 2020: Letzter Tag auf der Antarktischen Halbinsel

Ein Traum von Eis in Paradise Harbour und Cuverville Island

Am frühen Morgen kommen die Camper wieder an Bord und wir fahren weiter zum Paradise Harbour. Es ist unser letzter Tag bei der antarktischen Halbinsel, schieben diesen Gedanken jedoch schnell beiseite und geniessen es einfach nochmals ganz fest.

Die Zodiac Cruise bei Paradise Harbour ist superschön. Die Landschaft ist spektakulär mit vielen Gletschern und Bergen, die sich Dank der ruhigen See im spiegelglatten Wasser reflektieren.

Wir kommen an zwei Stationen vorbei. Die argentinische Almirante Brown Antarctic Base und die chilenische González Videla Antarctic Base. Brown Station ist seit 1951 aktiv (seit 1984 jedoch nur im Sommer offen) und González Videla Base war von 1951 bis 1958 und für kurze Zeit in den 1980er Jahren aktiv.

Wir fahren auch an der Skontorp Cove vorbei, wo aktive Gletscher öfter kalben. Weil dies nicht ungefährlich ist, halten wir mit dem Zodiac genügend Abstand. Auch heute ist der Himmel bewölkt, was jedoch die Farben des Gletschereises blau leuchten lässt. Es sieht unglaublich kitschig aus, wie in einer Traumwelt. Als dann noch eine riesige Gruppe Pinguine an uns vorbeischwimmt und wir Weddell Robben sehen, ist der Moment perfekt.

Als ob wir nicht schon begeistert genug wären. Plötzlich taucht vor uns noch ein Zwergwal auf. Wir lieben Wale und haben schon einige dieser wundervollen Tiere sehen dürfen. Einen Zwergwal zu sehen, ist für uns jedoch eine Premiere. Wir nähern uns langsam. Der Zwergwal bleibt nicht nur, sondern spielt mit uns. Er schwimmt unter unserem Zodiac durch, taucht auf der anderen Seite wieder auf und lässt sich von allen Seiten fotografieren und filmen. Unser Herz macht Freudensprünge. Es ist schwierig, diesen Moment in Worte zu fassen. Sprachlos sehen wir zu und sind fasziniert. Wahnsinn, was wir alles erleben dürfen.

Am Nachmittag steht die allerletzte Anlandung auf Cuverville Island an. Was soll nach so einem Vormittag noch Spannendes kommen? Genau, da ist noch etwas auf meiner Liste. Und dieser Wunsch geht für mich heute in Erfüllung. Auf Cuverville Island lebt eine riesige Kolonie Eselspinguine. Ein paar der Pinguine stürzen sich gerade ins kalte nass und steuern eine Eisscholle im Meer an. Immer wieder springt ein Pinguin auf die Eisscholle und wieder zurück ins Meer. Das Fotomotiv, von dem ich lange geträumt habe. Jetzt kann ich doch tatsächlich mein Traumfoto schiessen. Überglücklich erkunden wir noch die Insel, bevor es auf die letzte Zodiac Cruise dieser Antarktis Expedition geht.

Die Fahrt im Zodiac durch die Eisberglandschaft ist der krönende Abschluss unserer Antarktis Expeditionsreise.

Bevor es zurück nach Ushuaia geht, treffen wir uns alle draussen auf Deck 6, wo wir uns mit einem Glas Champagner von der Antarktischen Halbinsel verabschieden. Der grossartige Expeditionsleiter Shane bedankt sich bei der Natur und dem Wetter, das uns gut gesinnt war und den Entdeckern, die diese Region gefunden haben. Ohne ihren Entdeckungsdrang hätten wir nicht die Möglichkeit, diesen Teil der Erde zu erleben.

Highlight des Tages

Eselspinguine, die aus dem Wasser wie Raketen auf eine Eisscholle springen.

Eselspinguin springt auf Eisblock

Tag 20 – 7. Januar 2020: Ruhiger erster Teil der Drake Passage

Langsam verschwindet die antarktische Halbinsel am Horizont. Gedankenverloren stehen wir auf dem Aussendeck, unsere Blicke schweifen über das Meer und es schiessen uns tausende Bilder der letzten Tage durch unsere Köpfe. Obwohl es draussen kalt ist, breitet sich tief im Innern ein warmes Gefühl aus. Sind die letzten Wochen ein Traum gewesen? Sind wir tatsächlich mitten in der riesigen Königspinguinkolonie gestanden? Haben wir wirklich Wale aus nächster Nähe sehen dürfen?

Auch wenn sich unsere fantastische Antarktis Expedition dem Ende neigt, die Reise ist noch nicht fertig. Zwei Tage auf hoher See haben wir noch vor uns. Wir fahren nordwärts und vor uns liegt die Drake Passage, vor der wir schon viele Geschichten gehört haben. Die See kann hier ganz schön wild sein und die Überfahrt zu einem richtigen Abenteuer machen.

Ob wir «Drakes Lake» oder «Drakes Shake» erleben werden? Der Start ist schon mal vielversprechend. Ob dies jedoch bis Ushuaia so bleiben wird?

Auch der zweitletzte Tag auf dem Schiff ist alles andere als langweilig. Wir lauschen den Präsentationen über das Eis, das Antarctic Treaty und den Vögeln in der Drake Passage. Alle Vorträge sind spannend, sodass wir uns jeden einzelnen anhören.

Vor dem Abendessen ist auch wieder für Unterhaltung gesorgt. Es findet eine Auktion statt, wo unter anderem die Fahne, die während der gesamten Expedition am Bug geweht hat, versteigert wird. Oder Mann oder Frau kann sich 20 Minuten am Steuer ersteigern. Ross, der Historiker, ist der Auktionator und der perfekte Mann für diesen Job. Er lockt die Leute aus den Reserven. Ein herrliches Schauspiel, nur müssen wir aufpassen, dass wir nicht aus Versehen die Hand in die Höhe heben und ungewollt etwas ersteigern. In einer Stunde kommen tausende Dollar zusammen, die für Pinguin Projekte und den Südgeorgien Heritage Trust eingesetzt werden.

Highlight des Tages

Auf dem Aussendeck stehen und die letzten Tage Revue passieren lassen.

Antarktis Expeditionsreise

Tag 21 – 8. Januar 2020: Rauer zweiter Teil der Drake Passage

Langsam aber sicher wird uns bewusst, dass unsere Reise zu Ende geht. Wir schieben den Gedanken sofort wieder beiseite und lenken uns ab, indem wir auch heute den spannenden Vorträgen über den Klimawandel, Klimaschutz und Mikroorganismen in der Antarktik lauschen. Auch die Präsentation über die Robben dürfen wir natürlich nicht verpassen. Wo sonst können wir soviel über die Tierwelt in der Polarregion lernen.

Apropos Polarregion. Quark Expeditions bietet nicht nur in der Antarktis, sondern auch in der Arktis Expeditionsreisen an. So wird uns nun auch noch der Nordpol, Spirzbergen, Grönland, die kanadische Arktis und die russische Arktis schmackhaft gemacht. Diese Präsentation hätten wir uns besser nicht angehört, denn jetzt haben wir schon wieder einen Traum.

Zum Abschluss verabschiedet sich Kapitän Kingston mit seinem grossartigen britischen Humor und Shane reflektiert mit uns die unvergesslichen Erlebnisse dieser Expeditionsreise. Er ist ein alter Hase und die Antarktis ist sein Herzblut. Über 200 Expeditionsreisen hat er geleitet und blickt auf 25 Jahre Erfahrung zurück. Bei seinen Abschiedsworten kriegen wir Gänsehaut, denn er bedankt sich auch bei uns. Unsere Gruppe hätte gutes Karma gebracht und uns deshalb mit so viel Highlights beglückt.

Mit einem Glas Champagner stossen wir auf eine grossartige, unvergessliche Antarktis Expedition an und geniessen die Slide-Show, wo wir die ganze Reise in 20 Minuten nochmals durchleben.

Wir kosten jede Sekunde aus und tanzen bei starkem Wellengang bis in die tiefe Nacht hinein.

Highlight des Tages

Die Slideshow unserer Antarktis Expeditionsreise und das leckere Abendessen.

Lobster beim Captains Dinner

Tag 22 – 9. Januar 2020: Bei starkem Wind auf dem Beagle Kanal zurück nach Ushuaia

Die letzten Stunden auf der Ocean Diamond vergehen viel zu schnell. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Gästen, die zu Freunden geworden sind. Obwohl die Reise nun zu Ende ist, lebt sie in uns weiter. Die Erinnerungen bleiben für immer und die kann uns niemand nehmen.

Von A bis Z war einfach alles nur perfekt. Wir haben jede Sekunde der Antarktis Expedition genossen und fühlen uns unglaublich privilegiert, dass wir diesen Teil der Erde mit eigenen Augen sehen durften.

Nach drei Wochen auf dem Schiff fühlt es sich ein bisschen komisch an, wieder an Land zu sein. Aber auch daran werden wir uns wieder gewöhnen.

Erinnerungen die bleiben

Auch mehrere Wochen nach der Reise sind wir noch ganz hin und weg und müssen das Erlebte verarbeiten. Die Natur und Tierwelt auf dem siebten Kontinent haben uns fasziniert und uns jeden Tag aufs Neue zum Staunen gebracht. Einfach einzigartig und unvergesslich.

Manchmal kommt es uns wie ein Traum vor. Sind wir wirklich mitten in der Königspinguinkolonie gestanden und haben sie beim Brüten beobachtet? Durften wir wirklich Zwergwale aus nächster Nähe erleben? Und ist Marcel tatsächlich in der Antarktis ins Meer gesprungen? Unzählige Erinnerungen schwirren in unseren Köpfen herum. Auch wenn es uns unwirklich vorkommt, tausende Fotos und Video-Clips auf unserer Harddisc sind der Beweis dafür.

Die 22 Tage auf dem Schiff, auf den Falklandinseln, in Südgeorgien und der antarktischen Halbinsel war für uns ein unerreichbarer Traum, der Wirklichkeit geworden ist. Im Beitrag Wie wir eine Last Minute Antarktis Expeditionsreise gebucht haben verraten wir, wie schnell ein Traum Wirklichkeit werden kann.

Just for fun – Spannende Zahlen der Antarktis Expedition

  • 1’850 kg Melonen wurden während 21 Tagen verspeist
  • 24 Stunden haben wir auf dem Zodiac verbracht
  • 8 Pinguinarten von weltweit 18 Arten haben wir gesehen
  • 59 verschiedene Vogelarten haben wir auf der Antarktis Expeditionsreise gesehen

Wir danken dir von Herzen für’s mitlesen.

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6 Gedanken zu “Antarktis Expedition – Falklandinseln, Südgeorgien und die Antarktische Halbinsel

  1. Hallo Ihr Zwei! Der absolute Wahnsinn wenn man diesen Reisbericht liest – ich spüre Eure Begeisterung. Ich habe mir gedacht – hoffentlich nutzen diese 2 das Last Minute Angebot, denn es gibt Momente im Leben da sollte das Geld keine Rolle spielen. Ich stelle mir vor, daß es berührend sein muß, wenn man diese Ecke der Welt sieht und was die Menschen so im allgemeinen damit machen. Vor kurzem habe ich wieder die Geschichte von Ernest Shackleton gelesen weil es einfach zu dieser Zeit unglaublich war dort zu überleben. Reinhold Messner hat darüber ein Buch geschrieben. Ich kenne alles nur von Fernsehbildern. Ich grüße Euch herzlich! Gabi

    • Vielen lieben Dank, Gabi. Es war einfach der absolute Wahnsinn, da kann man gar nicht anders als begeistert sein 😉
      Cool, dann haben wir ja getan, was du gedacht hast. Beim Last Minute Angebot konnten wir einfach nicht Nein sagen und wir dachten auch, wenn wir schon so nahe dran sind, müssen wir einfach. Es war die beste Entscheidung die Antarktis Expedition zu buchen.
      Oh, wow. Reinhold Messner hat ein Buch über Shackleton geschrieben. Vielen Dank für den Tipp. Dieses Buch müssen wir uns in dem Fall unbedingt zulegen. Habe mir gerade die Leseprobe angesehen und fühle gleich mit.
      Herzliche Grüsse, Reni

  2. Hallo ihr Liebe
    Danke fürs mit näh uf euri Traumreis. Das isch jo würkli einmalig was ihr alles händ dörfe erläbe uf eurer Antarktisreis. So viel spannendi Täg uf hoher See und an Land z gnüsse, das isch würkli einmalig. Ich han jede Tag mit eu miterläbt und bin au es bizeli däbi gsi, Einzig de Gruch und die viele verschiedene Tön vo de Tierwält hät gfählt. Härzliche Dank für de tolli und usfüerlichi Bricht. Sicher mit ganz viel Arbet und Emotione verbunde. Schribe isch wie es zweits Mol reise und no mol erläbe.
    Liebi Grüess Mame Elsbeth

    • Liebe Elsbeth
      Herzlichen Dank für deine lieben Worte. Das stimmt, beim Schreiben sind wir gleich ein zweites Mal gereist und haben diese unglaublichen Erlebnisse durchlebt. Es ist eine Reise, die wir im Leben nie vergessen werden und für immer in unseren Herzen behalten werden.
      Wir sind so dankbar, dass wir diesen isolierten Teil der Erde mit eigenen Augen sehen durften und hoffen sehr, dass diese Welt so erhalten bleibt, wie sie ist.
      Es freut uns auch riesig zu hören, dass du beim Lesen mit uns mitgereist bist. So macht uns das Schreiben über unsere Reise noch mehr Spass.
      Liebe Grüsse und bis bald.

  3. Liebe Reni ich muss Dir noch erzählen dass ich Euch in meiner Blog der Woche Serie vorgestellt habe. Ich hoffe das geht so in Ordnung. Lg. Gabi

    • Liebe Gabi
      Vielen lieben Dank. Ein schöner Beitrag, der Blog der Woche. Klar geht das in Ordnung und freuen uns riesig über deine lieben Worte.
      Herzliche Grüsse, Reni & Marcel

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