Russland Roadtrip Teil 1 – Von Wladiwostok bis zum Baikalsee

Russland Roadtrip von Wladiwostok nach Moskau

Wie ist bloss die verrückte Idee für den Russland Roadtrip von Wladiwostok bis nach Europa entstanden? Ganz einfach mit dem simplen Satz: „Lass uns doch von Australien auf dem Landweg in die Schweiz fahren.“ Aus diesem Traum und Hirngespinst ist die Idee zum Roadtrip um die Welt entstanden. In dem Moment, wo wir mit der Fähre von Südkorea in Wladiwostok einlaufen, wird uns zum ersten Mal so richtig bewusst: Dies ist ein Meilenstein auf unserer langen Reise um die Welt. Vor uns steht die erste Etappe unseres Roadtrips durch Russland von Wladiwostok bis zum Baikalsee. Was für ein unbeschreibliches Gefühl.

Wladiwostok ist der Startpunkt unseres Russland Roadtrips von Wladiwostok nach Europa. Es ist der 9. Juli und wir sind gerade mit der Fähre von Donghae in Südkorea im Hafen von Wladiwostok, im fernen Osten von Russland, eingelaufen. Die erste Nacht verbringen wir in einem Guesthouse in Wladiwostok. Unser LandCruiser ist noch auf der Fähre, denn zuerst müssen alle Zollformalitäten erledigt werden. Einen Tag nach der Ankunft in Wladiwostok sind (dank unserem Agenten) bereits alle administrativen Hürden gemeistert und wir dürfen mit unserem LandCruiser aus dem Hafenareal fahren. Unser Russland Roadtrip von Wladiwostok nach Europa kann beginnen.

Russland ist riesig und hat gewaltige Ausdehnungen. Von Wladiwostok, im Fernen Osten Russlands, bis nach Moskau, im Westen von Russland, sind es auf direktestem Weg 9‘145 Kilometer. Das ist etwa so weit wie die gesamte Ost-West-Ausdehnung von Russland. Die grösste Ausdehnung von Süd nach Nord beträgt etwa 4‘000 Kilometer. Russland ist mit einer Fläche von 17‘000‘000 Quadratkilometern rund 400 Mal so gross wie die Schweiz oder 2.2 Mal so gross wie das riesige Australien. Und genau dieses riesige Land wollen wir auf unserem Roadtrip um die Welt durchqueren. Was für ein gigantisches Vorhaben.

Wladiwostok ist der Ausgangspunkt für unseren Russland Roadtrip nach Europa

Wladiwostok ist die erste Stadt, die wir in Russland sehen. Wir sind zum ersten Mal in Russland und wir wissen noch nicht so recht, was auf uns zu kommt. Wir haben viel über Land und Leute gelesen und gehört. Nun sind wir hier und können uns ein eigenes Bild über Russland und deren Bewohner machen. Darauf freuen wir uns riesig, denn es ist alles komplett neu für uns.

Die ersten Tage in Wladiwostok brauchen wir um uns zu organisieren, unseren LandCruiser zu warten, unsere Vorräte aufzustocken, uns mit Freunden zu treffen und uns in der Stadt umzuschauen. In unserem Beitrag Sehenswürdigkeiten in Wladiwostok – Unsere Highlights und Tipps findest du mehr zu dieser Stadt im fernen Osten von Russland. Eine Stadt, die uns ganz schön verblüfft.

Start des Russland Roadtrips in Wladiwostok

Nach ein paar Tagen in der Metropole am Japanischen Meer sind wir bereit für den Russland Roadtrip von Wladiwostok nach Europa. Die Diesel- und Wassertanks sind randvoll. Unsere Vorräte aufgefüllt und wir sind voll motiviert für die lange Reise entlang der Transsibirischen Eisenbahnlinie. Die nächsten Wochen werden wir sehr viel fahren und lange Distanzen zurücklegen müssen. Wir werden viele Russische Städte und deren Sehenswürdigkeiten besichtigen und hoffentlich ganz viele interessante Begegnungen mit Menschen haben. Komm mit und begleite uns auf der ersten Etappe unseres Russland Roadtrips von Wladiwostok bis zum Baikalsee.

Entlang der Chinesischen Grenze von Wladiwostok nach Chabarowsk

Eigentlich wollen wir ja von Wladiwostok auf direktem Weg Richtung Westen nach Europa fahren. Von Wladiwostok aus müssen wir aber zuerst fast 800 Kilometer Richtung Norden fahren, bevor wir Richtung Westen fahren können. Grund dafür ist China, welches uns gegen Westen den direkten Weg versperrt. So müssen wir diesen Umweg in Kauf nehmen und fahren die ersten zwei Tage also eigentlich in die falsche Richtung. Nur wenige Kilometer trennen uns auf dem Weg Richtung Norden von der Chinesischen Grenze. Oft empfangen wir im Autoradio nur Chinesische Radiosender statt Russische. Egal, wir verstehen weder Russisch noch Chinesisch.

Chabarowsk ist die erste grössere Stadt, die wir auf unserer Fahrt von Wladiwostok bis zum Baikalsee besuchen. Rund 600’000 Einwohner leben hier. Das Stadtzentrum liegt um den Komsomolskaya Platz. Hier finden wir auch gleich einen Parkplatz, wo wir unseren LandCruiser parken können. Die Temperaturen sind angenehm und die Sonne scheint. So erkunden wir Chabarowsk gleich zu Fuss.

Auf der Westseite des Kosomolskaya Platzes befindet sich der City Park, der an den Fluss Amur grenzt und zum Spazieren und Verweilen einlädt. Auf dem Kosomolskaya Platz zieht die Assumption Kathedrale die Blicke der Besucher auf sich. Von der Assumption Kathedrale geht es direkt auf die breite Muravyova-Amurskogo Strasse, die mit vielen netten Restaurants und Cafés gesäumt ist. Sie lädt zum Flanieren ein und auch wir können den vielen Eisdielen nicht widerstehen.

In südöstlicher Richtung liegt die wunderschöne Spaso Transfiguration Cathedral und das Kriegerdenkmal, welches an die Gefallenen des zweiten Weltkrieges erinnert. Das Innere der Kathedrale ist übersät mit religiösen Bildern. Wir stehen da und staunen. Im Moment ist gerade die Heilige Messe und wir hören gespannt dem Gesang und der Predigt zu. Wir verstehen zwar kein Wort, aber die Atmosphäre wirkt himmlisch.

Spaso Transfiguration Cathedral in Chabarowsk, Russland

Chabarowsk ist für uns die östlich gelegenste Stadt Russlands, die wir besuchen. Denn von Wladiwostok bis hier hin sind wir in Richtung Nordosten gefahren. Also eigentlich haben wir uns noch weiter von Europa entfernt. Bei Chabarowsk können wir nun endlich Richtung Westen fahren. So haben wir den östlichsten Zipfel von China, der ziemlich weit in Russland hineinreicht, umfahren. Beim Verlassen der Stadt überqueren wir den breiten Fluss Amur, welcher ein paar hundert Kilometer die natürliche Grenze zwischen China und Russland bildet. Vor uns liegen noch rund 3‘000 km bis zum Baikalsee.

Es ist Abend und wir suchen uns einen geeigneten Platz zum Schlafen. Bei einem kleinen Ort finden wir bei einem Hügel mit einer Kirche einen ruhigen Platz wo wir parken. Ein paar Jungs fahren vorbei und stoppen. Sie sind völlig begeistert von unserem LandCruiser. Mit Übersetzungs-App und Handzeichen verständigen wir uns. Natürlich wollen die vier Jungs auch ein paar Fotos machen und mit mir und unserem LandCruiser posieren.

Russische Jungs zwischen Wladiwostok und dem Baikalsee

Russland Roadtrip von Wladiwostok nach Chabarowsk

Birobidshan in der Jüdischen Autonomen Region

Am nächsten Morgen fahren wir durch üppig grüne Landschaft Richtung Westen. Bereits beim Dorfeingang von Birobidschan fällt uns das grosse Ortsschild mit den Kyrillischen aber auch hebräischen Schriftzeichen auf. Birobidshan ist der Hauptort der Jüdischen autonomen Region rund 170 km westlich von Chabarowsk.

Birobidschan in Russland auf dem Weg von Wladiwostok zum Baikalsee

Im Jahre 1934 wurde die Jüdische Autonome Region gegründet. Juden aus Weissrussland, der Ukraine aber auch der USA, aus Argentinien und sogar Palästina sind hierher eingewandert. Von den einst 30’000, leben heute nur noch zwischen 3’000 und 4’000 Juden in Birobidschan.

Der Ort ist mit rund 80’000 Einwohnern für russische Verhältnisse klein. Wir gehen ein paar Kleinigkeiten einkaufen und fahren weiter Richtung Westen.

Lange Fahrtage auf dem Russland Roadtrip von Wladiwostok zum Baikalsee

Vor uns liegt eine Etappe von rund 2‘000 km ohne grössere Orte oder Sehenswürdigkeiten auf dem Weg von Wladiwostok bis zum Baikalsee. Vier Tage fahren wir vom Morgen bis zum Abend. Die Tage sind lang und so kommen wir gut voran. Auf dem Weg stoppen wir natürlich regelmässig für Pausen, um uns die Beine zu vertreten, zu essen und die Landschaften zu geniessen.

Grössere Orte und Sehenswürdigkeiten gibt es nicht. Trotzdem wird es uns nicht langweilig, denn es gibt immer wieder lohnenswerte Stopps. Die Landschaft im Fernen Osten von Russland ist sehr grün und üppig, aber meist flach und ohne grössere Erhebungen. Immer wieder fahren wir an kleinen Orten wie Amurskoye, Skovorodino und Tschernyschewski vorbei. Die Dörfer mit einfachen Holzhäusern faszinieren uns. Am Strassenrand werden oft lokale Landwirtschaftsprodukte verkauft und wenn es zur Mittagszeit mal in Strömen regnet, stoppen wir bei einem der vielen kleinen Restaurants entlang der Strasse. Trotz Sprachbarriere klappt es auch immer irgendwie mit der Verständigung und wir lernen die Russen hier im Osten als sehr interessiert, hilfsbereit und freundlich kennen.

Die Hauptverbindungsstrasse in Ost-West Richtung von Chabarowsk bis Tschita ist die Amur Fernstrasse R-297. Mit dem Bau dieser Strasse wurde erst im Jahre 1978 begonnen, offiziell wurde sie im 2004 eröffnet. Unwegsames und völlig unerschlossenes Gebiet erschwerte den Bau. Im 2010 wurde dann die Asphaltierung der gesamten Strecke abgeschlossen. Heute wird bereits wieder kräftig an der Strasse gearbeitet, denn grosse Stücke müssen saniert und neu befestigt werden. Auf den Kilometer langen Umfahrungen der Baustellen können wir uns ein Bild davon machen, wie der Strassenzustand vor der Befestigung gewesen sein musste.

Landschaft auf dem Russland Roadtrip von Wladiwostok zum Baikalsee

Der Russland Roadtrip von Wladiwostok nach Moskau

Typisches Dorf im Fernen Osten von Russland

Schöne Kapelle in Amurskoye auf dem Russland Roadtrip von Wladiwostok zum Baikalsee

Neue Freunde auf dem Russland Roadtrip von Wladiwostok zum Baikalsee

Der Ferne Osten von Russland ist nur dünn besiedelt und so finden wir immer auch recht einfach einen geeigneten Schlafplatz. Wir fahren meist einfach von der Hauptstrasse auf irgendeine kleine unbefestigte Strasse ab und suchen uns dort einen Platz zum Campen. Da es in dieser Region viele Flüsse und Seen gibt, haben wir auch einige Male Glück und finden wunderschöne Plätze mit toller Aussicht übers Wasser.

Schlafplatz mit Aussicht entlang des Russland Roadtrips

Pizza und Cappuccino im Sibirischen Tschita

In Tschita treffen wir auf die erste grössere Stadt seit Chabarowsk. Allerdings gilt Tschita mit ihren über 300‘000 Einwohnern nicht gerade als Touristische Hochburg. Es gibt nicht viele Sehenswürdigkeiten und die Stadt ist nicht auf westliche Touristen vorbereitet. Sie ist viel zu weit entfernt von Moskau und Sankt Petersburg und somit dem modernen Leben im Westen. Die Winter sind lang und hart, und Temperaturen bis -30° Grad sind keine Seltenheit. Zwar hält die Transsibirische Eisenbahn in Tschita doch nur die wenigsten Fahrgäste bleiben hier länger.

Trotzdem freuen wir uns auf Tschita. Für uns ist Tschita eine willkommene Abwechslung. Wir sind seit Wladiwostok bereits 3‘000 km gefahren. Die letzten Tage hatten wir immer wieder Regen und es gab entlang der Strecke keine grösseren Sehenswürdigkeiten. Unsere Lebensmittelvorräte werden weniger und wir wollen einkaufen. So freuen wir uns auf die Vorzüge der Zivilisation.

Leider regnet es auch bei unserer Ankunft in Tschita. Dichte, graue Wolken hängen über der Stadt. Die Strasse ist in schlechtem Zustand und von grossen Schlaglöchern übersät. Wasser fliesst in breiten Bächen über die Strasse und schwemmt Erde und Steine mit. Die Häuser sind grau und viele zerfallen. Tschita wirkt im Moment nicht gerade sehr einladend.

Mitten in der Stadt parken wir unseren LandCruiser und machen uns auf die Suche nach einem Café. Tatsächlich werden wir fündig. Das Café Shokoladnitsa ist sehr nett gestaltet und vor allem ist es trocken. Es ist zwar eine Kaffeekette, aber trotzdem sind der Cappuccino und der Kuchen richtig lecker. Der Regen lässt nicht nach und so verbringen wir den Nachmittag in diesem angenehmen Café mit sehr freundlicher Bedienung. Auch am Abend lässt der Regen nicht nach und so wechseln wir vom Café gleich in die Pizzeria. Auch in der Pizzeria Mama Roma werden wir nicht enttäuscht und so ist der Regen und das triste Wetter fast schon vergessen.

Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz neben einem Park im Zentrum von Tschita. Auch wenn die Stadt während dem Tag eher verschlafen wirkt, nachts ist es anders. Zumindest in dieser einen Nacht, wo wir in Tschita sind. Ganz in der Nähe ist ein Club und die laute Musik dröhnt bis in die frühen Morgenstunden.

Am nächsten Morgen ist es zwar immer noch bewölkt, aber immerhin regnet es nicht mehr. Dies nutzen wir gleich, uns die Stadt Tschita doch noch etwas genauer anzuschauen. Auf unserem Weg liegt das Buddhistische Kloster von Tschita, das wir natürlich besichtigen. Es ist das erste dieser Art, das wir hier in Russland sehen. In dem Moment wird uns bewusst, dass wir der Mongolei langsam näher kommen. Dort ist der Buddhismus nämlich sehr verbreitet.

Das Zentrum von Tschita ist von einem schachbrettartigen Grundriss geprägt. Eine breite Strasse ist für den Verkehr gesperrt und bildet mit einer grossen Leninstatue den Mittelpunkt der Stadt. Umringt ist dieser Platz von einem kleinen Park und teilweise düsteren aber auch schön renovierten Gebäuden. Nur zwei Blocks weiter befindet sich die wunderschöne, hellblaue Kathedrale von Tschita.

Die Stadt Tschita in Sibirien, Russland

Die Tschita Kathedrale ist eine Sehenswürdigkeit

Buddhistischer Tempel in Tschita, Russland

Von Tschita nach Ulan-Ude – Spannende Landschaft auf der Fahrt durch Sibirien

Die Landschaft auf der knapp 700 km langen Strecke zwischen Tschita und Ulan-Ude gefällt uns sehr gut. Die Landschaft ist abwechslungsreich, es gibt satte grüne Felder, viele Flüsse und Seen und auch einige kleine Hügel. Die Dörfer aus kleinen Holzhäusern entlang der Strecke wirken recht aufgeräumt und die Häuser mit den bunt bemalten Fensterrahmen gefallen uns sehr gut.

Russland Roadtrip von Tschita nach Ulan Ude

Kleines, sibirisches Dorf in Russland

Sibirisches Haus auf dem Russland Roadtrip

Auch mit den Schlafplätzen haben wir auf dieser Strecke Glück. Die wunderschöne Natur bietet viele Möglichkeiten zum Campen und wir finden einige tolle Plätze am Wasser. Eine Nacht verbringen wir an einem kleinen See mitten in der üppigen Landschaft. So gefällt uns das Camperleben.

Leider fahren wir auch einige Male durch heftige Regenfronten. An vielen Orten ist der Strassenbelag in sehr schlechtem Zustand und lange Abschnitte werden gerade saniert. Der Regen verwandelt die unbefestigten Strassenabschnitte in den Baustellenbereichen zu Schlammpisten. Bei diesem Wetter haben wir gar keine Lust auf Mittagessen im Camper und so verziehen wir uns in eines der kleinen Restaurants entlang der Strasse.

Stopp im Retsuarant während dem Russland Roadtrip von Wladiwostok zum Baikalsee

Etwa 50 km vor Ulan-Ude, kurz nach der kleinen Ortschaft Tarbagatai, fahren wir über eine Anhöhe und erblicken das erste Mal den Fluss Selenga. Beim Aussichtspunkt Spyashchiy Lev gefällt es uns so gut, dass wir gleich unser Nachtlager aufschlagen. Der Platz ist so schön, dass wir gleich noch einen weiteren Relax-Tag anhängen und so verbringen wir gleich zwei Nächte hier. Wir campen auf einem kleinen Plateau mitten in der wunderschönen Flusslandschaft, geniessen die Aussicht auf die Selenga, erledigen unsere Haushaltsaufgaben und kochen leckeres Essen.

Camping am Wasser auf dem Weg von Wladiwostok zum Baikalsee

Selenga Fluss zwischen Wladiwostok und dem Baikalsee in Russland

Camping am Selenga Fluss in Russland

Ein Stopp in Ulan-Ude auf dem Weg von Wladiwostok zum Baikalsee

In Ulan-Ude regnet es und wir entscheiden uns ein nettes Cafe zu suchen. Wir parken unser Taku mitten in der Stadt beim Hauptplatz. Gleich vor uns steht die Statue des riesigen Lenin Kopfs. Wir finden das Café Marco Polo und hier gefällt es uns. Wir verbringen mehrere Stunden im Café und nutzen die Regenstunden zum schreiben für unseren Blog. Auch als wir das Café verlassen regnet es noch. Wir gehen zu unserem LandCruiser und schon von weitem sehen wir das Schweizerkreuz auf dem Fahrzeug neben uns rot leuchten.

Unter dem Scheibenwischer von Taku steckt eine Nachricht von Christina und Martin. Den beiden gehört das Fahrzeug mit Schweizer Kennzeichen. Wir treffen die Beiden in einem Imbiss gleich nebenan und wir sind uns gleich sympathisch. Wir tauschen Reisegeschichten aus und die Zeit vergeht wie im Fluge. Bereits ist es wieder Zeit einen Schlafplatz zu suchen. Gemeinsam fahren wir zum Buddhistischen Iwolginski Kloster ausserhalb von Ulan-Ude. Wir schauen uns gemeinsam die Klosteranlage mit den vielen Tempeln an. Der Himmel ist zwar wolkenverhangen aber zum Glück regnet es nicht mehr. Auf dem Parkplatz beim Kloster verbringen wir einen gemütlichen Abend und essen zusammen. Na was denkt ihr? Was gibt es wohl an einem kühlen, regnerischen Abend in der Mongolei, wenn sich vier Schweizer treffen? Genau ein Käsefondue.

Käse Fondue während des Russland Roadtrips

Am nächsten Morgen, es ist Sonntag, werden wir vom regen Besucheransturm von einheimischen Klosterbesuchern geweckt. Das Wetter hat aufgeklart und so entscheiden wir uns nach dem Frühstück die Klosteranlage nochmals bei Sonnenschein zu besichtigen. Danach wird es für uns alle Zeit weiter zu fahren. Christina und Martin wollen zur Grenze in die Mongolei und Reni und ich wollen an den Baikalsee fahren. Damit wir von dort aus am Montagmorgen Irkutsk erreichen können. Denn auf der Mongolischen Botschaft in Irkutsk wollen wir unser Visum für die Mongolei beantragen. Wir verabschieden uns von Christina und Martin und hoffen, die Beiden in der Mongolei wieder zu treffen.

Das Iwolginski Datsan in Ulan Ude, Russland

Das Kloster von Troitskoye und eine Nacht am Baikalsee

Auf dem Weg von Ulan-Ude zum Baikalsee sehen wir bei einer kleinen Ortschaft goldene Zwiebeldächer einer Kirche glänzen. Wir fahren von der Hauptstrasse ab und über eine Holperpiste durch das kleine Dorf. Tatsächlich treffen wir im Dorf auf ein mit einer hohen Mauer umgebenes Kloster. Im Kloster gibt es einen schönen Garten und eine schöne, frisch renovierte Kirche. Eine Frau aus Moskau, welche am Baikalsee Urlaub macht erklärt uns, das das Kloster einst sehr bedeutend war und die Gebäude nun wieder renoviert werden.

Holy Trinity Kloster Troitskoye zwischen Ulan Ude und dem Baikalsee

Gegen Abend erreichen wir dann den Baikalsee. Wir finden auch einen tollen Platz zum Campen. Nur das Wetter will nicht so richtig mitspielen. Ein dichter Dunstschleier hängt über dem riesigen See und die Sonne ist nur als matte, runde Kugel zu erkennen. Da die Sonne hinter dem Dunst versteckt ist, sind auch die Temperaturen eher kühl. Ich lasse es mir trotzdem nicht nehmen kurz im Baikalsee zu baden. Puh, ist das kalt. Lange halte ich es in dem kalten Wasser des Baikalsees nicht aus. Na, egal. Einmal im Leben muss man doch einfach im Baikalsee gebadet haben.

Russland Roadtrip von Wladiwostok zum Baikalsee

Irkutsk ist die Perle im Russischen Sibirien

Am Morgen fahren wir früh los, denn wir wollen in Irkutsk unser Visum für die Mongolei heute noch beantragen. Die Sonne kommt wieder zum Vorschein in Irkutsk und es ist angenehm warm. Als erstes fahren wir gleich zur Botschaft der Mongolei. Wir wollen ja einen Abstecher in die Mongolei machen und dazu benötigen wir als Schweizer Bürger ein Visum. Die Mongolische Dame am Schalter ist sehr freundlich und wir haben in wenigen Minuten unser Antragsformular für das Visum ausgefüllt. Zusammen mit unserem Reisepass und einem Passfoto geben wir den Visaantrag ab. Die Dame fordert uns auf Platz zu nehmen und 10 Minuten später kriegen wir unsere Reisepässe mit dem 30 Tage gültigen Visum für die Mongolei wieder zurück.

Jupieeee. Das ging ja viel schneller als erwartet. Wir lassen unseren Taku steht und gehen zuerst einmal einen feinen Cappuccino trinken. Dann machen wir uns zu Fuss auf zur Erkundung von Irkutsk. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuss zu erreichen und so ist die Besichtigung der Stadt schön entspannt. In unserem Beitrag Sehenswürdigkeiten in Irkutsk, der schönsten Stadt in Sibirien kannst du mehr über die Russische Perle in Sibirien nachlesen.

Epiphany Cathedral in Irkutsk, Russland

Entspannende Tage am Baikalsee in Russland

Mit dem Visum für die Mongolei in unseren Pässen machen wir uns wieder auf den Weg von Irkutsk zurück zum Baikalsee. Von dort aus geht es dann wieder nach Ulan Ude und dann weiter Richtung mongolische Grenze. Zuerst wollen wir uns aber ein bisschen entspannen und am Baikalsee einen schönen Platz zum Campen suchen. Wir finden einen tollen Platz nahe dem Mündungsdelta des Selenga Flusses. Das Wetter ist bei unserem zweiten Besuch am Baikalsee viel besser und so geniessen wir gleich zwei Nächte an diesem schönen Ort.

Russland Roadtrip zum Baikalsee in Sibirien

In Ulan-Ude stocken wir unsere Lebensmittelvorräte nochmals auf

Auf dem Weg vom Baikalsee zur Mongolischen Grenze fahren wir nochmals durch Ulan-Ude. Natürlich gönnen wir uns auch dieses Mal wieder einen feinen Cappuccino im Café Marco Polo. Dann sind wir bereit für eine Erkundungstour durch Ulan-Ude. Die Innenstadt selbst ist relativ gut zu Fuss zu erkunden. Wir parken unseren Camper gleich wieder auf dem Hauptplatz vor der Lenin Statue. Um diesen Platz gibt es einige schöne Gebäude und die grosse Lenin Statue.

Auf einem Hügel besuchen wir noch das Rinpoche Bagsha Datsan. Von dieser Klosteranlage haben wir einen wunderschönen Ausblick über Ulan-Ude und können die grosse Ausdehnung der Wohnhäuser sehen. Die Stadt zieht sich unglaublich in die Weite, da es nur wenige mehrstöckige Wohnhäuser gibt. Die meisten Stadtbewohner leben in einstöckigen Holzhäusern mit einem kleinen Garten der mit einem Holzzaun umschlossen ist.

Nachdem wir unsere Dieseltanks, Wasser und Lebensmittelreserven aufgefüllt haben fahren wir los Richtung Mongolische Grenze. Auf zu neuen Abenteuern. Im Beitrag Unser Offroad Abenteuer zu den schönsten Orten der Mongolei findest du viele tolle Bilder und Informationen zu diesem wundervollen Land.

Lenin Denkmal in Ulan Ude entlang des Russland Roadtrips

Das Rinpoche Bagsha Datsan in Ulan Ude, Russland

Roadtrip von Wladiwostok zum Baikalsee

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Russland Roadtrip von Wladiwostok zum Baikalsee

Warst du schon einmal in Russland? Mit der Transsibirischen Eisenbahn oder dem eigenen Fahrzeug durch Russland zu reisen, ist einmalig.

Für uns war der Russland Roadtrip von Wladiwostok bis zum Baikalsee ein tolles Abenteuer. Eine Reise abseits der grossen Touristenmassen.

4 Gedanken zu “Russland Roadtrip Teil 1 – Von Wladiwostok bis zum Baikalsee

  1. „Nur wenige Kilometer trennen uns auf dem Weg Richtung Norden von der Chinesischen Grenze. Oft empfangen wir im Autoradio nur Chinesische Radiosender statt Russische. Egal, wir verstehen weder Russisch noch Chinesisch.“ Diese Passage fand ich extrem lustig. Und auch die Bemerkung zum Baden im Baikalsee: „Einmal im Leben muss man doch einfach im Baikalsee gebadet haben.“ 😀

    Bewundernswert, was ihr euch alles traut (damit meine ich jetzt nicht das Baden im Baikalsee 😉)! 👍🏻

    • Herzlichen Dank für deine Nachricht. Und es freut uns riesig, dass dich unsere Berichte auch zum lachen oder schmunzeln bringen 🙂 Es war eine unglaublich spannende Reise. Ja, Marcel hat sich getraut in den eiskalten Baikalsee einzutauchen. Ich hab gekniffen. Heisst das jetzt, wir „müssen“ nochmals zum Baikalsee 😉

  2. PS: Wie organisiert ihr euch eigentlich für eure Blogbeiträge, wenn ihr so lange Zeit keine Zeit oder keine Internetverbindung zum Schreiben habt? Eure Berichte sind immer so gut geschrieben, als hättet ihr alles erst gerade gestern erlebt! 🙂

    • Liebe Julia
      Vielen lieben Dank für das Kompliment.
      Das ist eine sehr gute Frage. Wir schreiben uns oft während der Reise unsere Ideen auf und machen Notizen. Meistens beim Fahren – natürlich nur der Beifahrer 😉 Das coole ist dann, nachher beim Schreiben der Berichte erleben wir praktisch die Reise ein zweites Mal und können so die Erlebnisse verarbeiten.
      Herzliche Grüsse,
      Reni und Marcel

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