Einkommen als Tauchlehrer. Kann ich im Paradies reich werden?

Einkommen als Tauchlehrer

Was ist das Einkommen als Tauchlehrer? Kann ich damit überleben?

Wie gross ist das Einkommen als Tauchlehrer? Kann ich als Tauchlehrer reich werden? Oder kann man mit dem Gehalt eines Tauchlehrers überhaupt leben? Solche und andere Fragen werden uns oft gestellt. Darum haben wir unsere Erfahrungen niedergeschrieben und drei Fallbeispiele zusammengestellt.

Die zweite Frage kann ziemlich klar mit NEIN beantwortet werden. Mit dem Einkommen als Tauchlehrer kann man wohl nicht reich werden. Obwohl, was ist mit reich gemeint? Reich an Erfahrung, reich an Lebensqualität. Aber das wird wohl zu philosophisch.

Traumberuf Tauchlehrer?

Die Gründe, warum jemand als Tauchlehrer arbeiten möchte, liegen auf der Hand. Tropische Inseln mit palmengesäumten, schneeweissen Sandstränden. Sonnengebräunte, hübsche, bikinitragende Tauchschüler und zum Abschluss die abendliche Strandparty mit Livemusik. So lässt es sich an den schönsten Orten unserer Welt leben.

Arbeitsort Paradies unter Palmen

Arbeitsort Paradies unter Palmen

Doch entspricht dieses Bild wirklich der Realität, oder ist es nur ein Traum und eine Illusion? Natürlich sind die Arbeitsgebiete von Tauchlehrern in den tropischen Gefilden oft paradiesisch schön. Das ist sicher einer der grossen Vorteile, wenn man als Tauchlehrer arbeitet. Doch kann man dieses Paradies denn als Tauchlehrer auch geniessen?

Je nach Destination und Arbeitgeber kann das Leben als Tauchlehrer angenehm und paradiesisch bis unbefriedigend und deprimierend sein. Kulturelle Unterschiede, Klima, Unternehmensphilosophie, Anforderungen, Arbeitszeiten, Aufgaben und viel andere Faktoren können einen grossen Einfluss auf die Arbeit haben. Als Tauchlehrer ist man oft auch gleich noch Unterhalter, Entertainer, Verkäufer, Psychologe, Mechaniker, Lagerist, Lehrer und Mädchen für alles. Die Wahl der Destination und des Unternehmens ist also von entscheidender Wichtigkeit für das Wohlbefinden und die Befriedigung bei der Arbeit als Tauchlehrer.

Tauchlehrer bei der Arbeit

Tauchlehrer bei der Arbeit

Realistisch gesehen ist der Beruf Tauchlehrer alles andere als traumhaft. Die Entwicklung der Tauchindustrie ist ins Stocken geraten und der Wachstum stagniert. Trotzdem gibt es immer mehr Tauchlehrer und jedes Jahr werden Neue ausgebildet. Zum Glück gibt es auch viele Tauchlehrer, die nur für ein paar Jahre oder gar nur für eine Saison als Tauchlehrer arbeiten. So gibt es durchaus auch Destinationen, die einen Mangel an guten Tauchlehrern beklagen. Generell sind aber die Einkommensmöglichkeiten eines Tauchlehrers eher bescheiden. Auch die Ausbildung zum Tauchlehrer kostet bereits eine ganze Menge. Im Beitrag: „Wie viel kostet die Ausbildung zum Tauchlehrer

Das Einkommen als Tauchlehrer. Wie viel verdient ein Tauchlehrer?

Je nach Destination und Arbeitgeber kann das Einkommen eines Tauchlehrers sehr stark variieren. Genau so wichtig wie die Einkünfte sind aber auch die Ausgaben, und diese sind an den schönsten Tauchgebieten der Welt oft sehr gering im Vergleich mit der Heimat. Es fallen zwar immer noch einige Kosten an, aber einige der Kosten, die wir aus Europa kennen, fallen in tropischen Destinationen nicht mehr an. Je nach Destination ist die Unterkunft und die Verpflegung im Lohn enthalten. Dies sind bereits zwei sehr grosse Ausgabeposten. Steuern bezahlt man oft nicht, auf einer kleinen Insel benötigt man kein teures Auto und auch die Kosten für die Fahrt zur Arbeit sind sehr gering.

Die Einnahmen können sich wie folgt zusammensetzen:

  • Nettolohn
  • Studentenbonus (pro Zertifizierung)
  • Kommission (Umsatz, verkauftes Equipment, Shop items)
  • Trinkgeld

Auf der Ausgabeseite können folgende Posten anfallen:

  • Kauf von Equipment
  • Unterkunft
  • Verpflegung
  • Freizeit, Ausgehen
  • Transport
  • Tauchlehrerlizenz
  • Versicherungen (Krankenversicherung, Tauchversicherung …)
  • Visum
  • Urlaub und Reisen

Natürlich variieren die Einnahmemöglichkeiten, aber auch die Ausgaben von Tauchgebiet zu Tauchgebiet. Ausserdem ist es natürlich immer günstig, wenn die Ausgaben geteilt werden können. Wenn selber für Unterkunft gesorgt werden muss, ist eine Zweierbelegung natürlich sehr viel kosteneffizienter.

Um dir einen Anhaltspunkt zu geben, haben wir drei Fallbeispiele zusammengestellt, die dir einen groben Rahmen der monatlichen Einnahmen und Ausgaben als Tauchlehrer aufzeigen.

Fallbeispiel 1: Malediven (Arbeit als Tauchlehrer mit Festanstellung)

Einnahmen:

  • Nettolohn: USD 700 – 800
  • Studentenbonus: USD 100
  • Kommission: USD 150
  • Trinkgeld: USD 50

Ausgaben:

  • Unterkunft und Verpflegung: inklusive
  • Ausgaben für Barbesuche: USD 100 – 300
  • Krankenversicherung (gesetzlich vorgeschrieben): USD 100
  • Flug auf die Malediven: Vom Arbeitgeber bezahlt
  • Equipment: Vom Arbeitgeber gestellt

Fallbeispiel 2: Thailand (Arbeit als Freelancer)

Einnahmen:

  • Studentenbonus (variiert stark nach Anzahl Kursen): THB 10’000 – 20’000 (USD 320 – 640)
  • Kommission (je nach Verkaufserfolg): THB 5’000 – 10’000 (USD 160 – 320)

Ausgaben:

  • Unterkunft, Zimmer oder kleines Bungalow: THB 3’000 – 6’000 (USD 100 – 200)
  • Verpflegung: THB 2’000 – 6’000 (USD 65 – 200)
  • Motorradmiete: THB 3’000 – 4’000 (USD 100 – 130)
  • Visa Runs: THB 2‘000 – 5‘000 (USD 65 – 160)

Fallbeispiel 3: Ägypten

Einnahmen:

  • Lohn: EUR 800 – 1200 (USD 1000 – 1600)
  • Studentenbonus: EUR 100 (USD 135)
  • Kommission: EUR 100 (USD 135)

Ausgaben:

  • Unterkunft und Verpflegung inklusive
  • Ausgaben für Barbesuche: EUR 100 – 300 (USD 135 – 400)

Alle Angaben sind natürlich ohne Gewähr und können von Destination zu Destination und Unternehmen zu Unternehmen aber auch über die Zeit stark abweichen. Wir hoffen aber dir mit diesen Angaben, die wir aus eigener Erfahrung zusammengestellt haben, zu helfen.

Wenn du mit der richtigen Einstellung und Erwartung einen Job als Tauchlehrer annimmst und einen guten Arbeitgeber findest, kann die Arbeit eine enorme Bereicherung bedeuten und unheimlich viel Spass machen. Es ist wichtig, dass du dir im Klaren darüber bist, dass der Tauchlehrerberuf nicht nur immer Leben im Paradies bedeutet. Wie bei jedem anderen Beruf gibt es auch als Tauchlehrer schöne und weniger schöne Erfahrungen.

Tauchlehrer unter Wasser

Tauchlehrer unter Wasser

Auch wenn du als Tauchlehrer nicht reich wirst, wirst du ganz bestimmt mit schönen Momenten und Eindrücken belohnt. Du kannst dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Urlauber bezahlen viel Geld um an dem Ort, an dem Du arbeitest ihren Urlaub zu verbringen. Du wirst viel über die Unterwasserwelt lernen und atemberaubende Begegnungen mit den Bewohnern der Unterwasserwelt haben. Du wirst auch viel über die Taucher erfahren, die du betreust und deine Menschenkenntnisse werden wachsen. Die Ausbildung von neuen Tauchern ist eine enorme Bereicherung und macht unheimlich viel Spass.

Somit kann ich nur immer Gut Luft wünschen bei deinem Weg zum Tauchlehrer.

 

Arbeitest du auch als Tauchlehrer? Was sind deine Erfahrungen bezüglich Einkommen als Tauchlehrer? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben und schreibe uns einen Kommentar.

12 Gedanken zu “Einkommen als Tauchlehrer. Kann ich im Paradies reich werden?

  1. Ich habe vor kurzem auf den Andamanen einen Tauchkurs gemacht und bin nun richtig „angefixt“. Möchte sofort wieder unter die Wasseroberfläche und werde demnächst auch einmal ausprobieren, wie sich das Tauchen in den heimischen Gewässern so anfühlt. Als Tauchlehrer könnte ich mir die Arbeit am Palmenstrand und im „bacherlwarmen“ Wasser besser vorstellen. Auf den Andamanen blieb die Wassertemperatur auch in 18 Metern Tiefe nahezu unverändert bei 28 Grad. 🙂

    Ja, ein spannender Arbeitsplatz – aber man darf nicht vergessen: Auch wenn es toll ist – es ist trotzem Arbeit. Danke für Eure interessante Aufstellung!

    • Herzlichen Glückwunsch zum Tauchschein. Ja, Tauchen kann schon süchtig machen. Du hast recht, es ist Arbeit, aber eine wunderschöne 🙂 Und das beste daran ist, als Tauchlehrer kann man an den schönsten Orten dieser Welt leben.

      Wir sind ja eher die Warmwassertaucher, so ab 27 Grad ist’s sehr angenehm. Wir sind gespannt, wie es dir in den heimischen Gewässern gefällt. Kann auch ganz reizvoll sein, meist ist es einfach etwas kalt, das Wasser 😉 Wir wünschen dir weiterhin wunderschöne Taucherlebnisse und „Gut Luft“.

      • So… das Kaltwasserabenteuer habe ich nun auch hinter mir. 4 Grad, im Trockentauchanzug lässt sich’s aushalten. 😉 Das Tauchgefühl ist ein ganz ein anderes als im Meer. Und mit dem Trocki heißt es erst einmal richtig tarieren lernen. Gar nicht so einfach. 😉

        Ich wünsche Euch auch weiterhin viel Spaß beim Tauchen. Arbeit kann ja auch Spaß machen. 🙂

  2. Hi ich tauche jetzt 2 Jahre habe Ca 100 Tg und mache jetzt beim iac meinen Diveguide Pro mit der Ausbildung zum Familenguide. Kann man damit auch sein Geld verdienen? Oder soll ich gleich weiter zum OWD TL weitermachen? Ich habe vor in den Wintermonaten 4 Monate in Ägypten oder Asien zu arbeiten. Ausserdem habe ich noch einen Küstenpatent See

    • Hallo Gerhard
      Die Wintermonate in wärmeren Gefielden zu verbringen klingt nach einem guten Plan.
      Von der Ausbildung zum Familienguide haben wir noch nie etwas gehört. Um einen Job zu finden, ist die Ausbildung zum Tauchlehrer z.B. OWSI schon sinnvoll. Natürlich kann man auch als zertifizierter Divemaster einen Job finden, je nachdem in welchem Land man arbeiten möchte. Solltest Du auch in Zukunft im Tauchbusiness arbeiten wollen, würde sich die Ausbildung zum TL lohnen. Wichtig ist naütrlich auch die Erfahrung. 100 Tauchgänge sind zwar genug um den TL zu machen, je mehr Tauchgänge man jedoch hat, desto besser.
      Wir wünschen Dir viel Erfolg.
      Viele Grüsse,
      Reni

  3. Als Tauchlehrer kannst Du eine Familienplanung vergessen. Entweder Du bist jung und hast noch keine Ahnung, was Du später machen willst (es gibt kein „forever young“, nur im Song aber nicht im Leben!!!) oder Du willst immer Single bleiben. Beides klappt nicht, weder finanziell (siehe Einkünfte im Artikel) noch logistisch (am Palmenstrand ist nun mal keine Grundschule für Deine Kids). Irgendwann erreichst Du dann ein Alter, bei dem Du plötzlich feststellst, dass Du immer noch alleine bist und keine Rentenansprüche hast! Denn TL bedeutet auch, Knete für private Altersvorsorge abzudrücken, andererseits kannst Du beim ersten gesundheitlichen Problem (wie Asthma) direkt in die Altersarmut rübergehen.

    • Hallo Horst

      Danke für Deine Nachricht. Es gibt verschiedene Gründe, wieso jemand Tauchlehrer wird. Klar, reich wird man nicht. Es ist aber eine gute Möglichkeit an die schönsten Plätze der Erde zu reisen und dabei auch noch Geld zu verdienen.

      Wir haben vor dem Tauchlehrerjob 15 Jahre in der Schweiz gearbeitet und konnten uns so ein finanzielles Polster anlegen. Familienplanung war bei uns kein Thema und somit sind wir frei. Wer plant, eine Familie zu gründen, wird wohl eher in ganz jungen Jahren als Tauchlehrer arbeiten und danach in die Heimat zurück kehren. Wir haben aber auch Basisleiter kennen gelernt, die mit der ganzen Familie in Thailand wohnen.

      Um Dinge wie Krankenversicherung, Altersvorsorge und Pensionskasse muss man sich natürlich selbst kümmern und auch vorsorgen. Das ist aber auch mit einem kleineren Gehalt möglich, denn oft braucht man im Ausland auch weniger Geld oder in unserem Fall ist Kost und Logie dabei. So ist es möglich fast den gesamten Lohn auf die Seite zu legen.

      Wenn gesundheitliche Probleme wie Asthma aufkommen, klar, dann wird es schwierig. Ein zweites Standbein ist wichtig und wer einen zweiten Beruf hat, kann darauf zurückgreifen.

      Viele Grüsse,
      Reni

    • Hey,
      Ja da hast du leider recht…..nur wird das meist ,,verschoenert,,
      Ist doch alles cool solange man jung ist und nicht darueber nachdenkt…..
      Gruss M.

      • Ich habe letztes Jahr mein Divemaster Ausbildung gegen Mitarbeit gemacht ( 1 Monat), dieses Jahr mache ich mein Tauchlehrer auch gegen Mitarbeit. Durch die vielen Überstunden habe ich 3 Monate Zeit, bin 47 und habe Familie. Da ich mein Hobby durch den TL Job finanzieren will, ist es egal was man verdient, den ein Haupt Job habe ich. Meine Familie spielt da mit und ist auch 1 Monat dabei.

        • Hi Markus,

          Das sind ja tolle Pläne. Wünsch Dir schon jetzt viel Glück bei der Tauchlehrerausbildung. Eine intensive, überaus spannende und total lehrreiche Zeit steht Dir bevor. Umso schöner, dass auch Deine Familie dabei ist.

          Hast Du schon Pläne, wo Du den IDC machst?

          Das Hobby mit einem Tauchlehrer Job zu finanzieren ist eine super Sache.

          Liebe Grüsse,
          Reni

          • Hi Reni ,ich mach den in Kroatien. Der Verband ist i.a.c. (Barakuda), bekomme noch die Brevetierung von CMAS dazu. Ich hatte letztes Jahr im Sommer in den einen Monat 57 Tauchgänge, habe viel Gruppenführung gemacht. Davon leben kann man nicht, aber wenn ich jemand das Tauchen beibringen kann mach mich das Glücklich. Wo seid ihr jetzt?

          • Eine Freundin von mir hat in Kroatien tauchen gelernt ☺

            Wir sind gerade in Kuala Lumpur und übermorgen geht’s dann zurück nach Raja Ampat, Indonesien. Die Arbeit „Tauchen“ ruft 😉

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