Jungfraujoch Top of Europe und die Rigi

Jungfraujoch Top of Europe

Hoch oben auf dem Jungfraujoch Top of Europe thront die Shpinx.

Das Jungfraujoch Top of Europe ist ein absolutes Muss bei einem Besuch in der Schweiz. Als wir im Dezember in der Schweiz waren, haben wir uns unter anderem einen grossen Wunsch erfüllt. Respektive die Jungfraubahnen haben uns die Reise zum Jungfraujoch Top of Europe ermöglicht. Das Jungfraujoch ist spektakulär aber es ist nicht das einzige Hightlight in der Schweiz. Uns persönlich hat auch die Rigi schwer beeindruckt.

Da wir mehr Zeit vom Jahr auf Reisen verbringen und das meistens weit weg von unserer Heimat, ist für uns der Besuch in der Schweiz jedes Mal wie Ferien. Und dabei kommen natürlich auch immer wieder die Heimatgefühle auf. Die Wurzeln sind halt eben doch da, wo man aufgewachsen ist. Bei uns ist das zumindest so.

Wir sind Touristen im eigenen Land. Fühlt sich gut an.

Was uns am Reisen in der Schweiz besonders gefällt: Jeder spricht unsere Sprache, wir kennen das Bahnsystem, wir können alle Verkehrsschilder oder Ortstafeln problemlos lesen. Einfacheres Reisen geht kaum. Ist zwar nicht ganz so exotisch, wie in fernen Ländern, aber reisen darf ja auch einmal einfach sein.

Jungfraujoch Top of Europe – Unser erstes Mal

Ja, 42 Jahre hat es gedauert, bis wir es endlich auf das Jungfraujoch geschafft haben. Besser spät als nie. Und es ist durchaus möglich, dass es nicht das einzige Mal war. Die Landschaft ist im Winter phänomenal. Es würde uns aber schon auch noch reizen, diese wunderschöne Fahrt durch die Jungfrauregion im Frühling, Sommer oder Herbst zu erleben.

Im Januar 2015 sind wir also zum ersten Mal im Leben auf das Jungfraujoch Top of Europe gefahren. Die Wetterprognosen stehen gut und tatsächlich, wir geniessen viel Sonne, kaum Wolken und kein Schneefall. Der perfekte Tag.

Wir haben ja schon viel vom Jungfraujoch gehört, vor allem auf Reisen. Praktisch alle Australier, die wir auf unserem Roadtrip kennen gelernt haben, waren bereits auf dem Jungfraujoch, kennen Interlaken oder die Schynige Platte. Auch in den Medien haben wir schon oft vom Jungfraujoch Top of Europe gehört, von da her wussten wir auch, dass es sich lohnt frühmorgens loszufahren. Wir haben uns entschieden einen Tagestrip aus der Ostschweiz zu machen und sind auf den ersten Zug um 5:45 Uhr. Es lohnt sich jedoch, eine Nacht in Interlaken, Grindelwald oder Wengen einzuplanen.

Wir haben uns entschieden über Interlaken Ost, Lauterbrunnen und Wengen zur Kleinen Scheidegg hochzufahren und auf demselben Weg zurück. Das nächste Mal würden wir dann den einen Weg über Lauterbrunnen fahren und den andern über Grindelwald. Beide Strecken treffen sich schlussendlich bei der Kleinen Scheidegg, wo dann auch schon die Jungfraubahn wartet.

Jungfraubahn Station Kleine Scheidegg

Die Jungfraubahn im Bahnhof Kleine Scheidegg.

Auf der Kleinen Scheidegg startet die Zahnradbahn und befördert die Gäste aus der ganzen Welt bis zum höchstgelegenen Bahnhof Europas.

Die Jungfraubahn ist ein Pionierwerk unter den Bergbahnen. Sie führt von der Kleinen Scheidegg auf 2061 m.ü.M bis zum höchstgelegenen Bahnhof Europas auf 3454 m.ü.M. Sieben von insgesamt 9 Kilometer befinden sich im Tunnel auf denen wir die Berge Eiger und Mönch durchqueren. Auf diesen 7 Kilometern überwindet die Bahn 1400 Höhenmeter. Das ist ganz schön beachtlich. Verrückt wenn man bedenkt, dass die Jungfraubahn so mitten durch den Berg fährt.

Jungfrau Region

Die Bahnfahrt führt durch verschneite Berglandschaft.

Es gibt zwei 5-Minuten Stopps auf der Strecke. Einen beim Eismeer und der andere bei der Eigerwand. Der Zug leert sich in wenigen Minuten und jeder will schnell ein Foto schiessen.

Die Fahrt von der Kleinen Scheidegg bis ins Jungfraujoch Top of Europe dauert rund 50 Minuten. Oben angekommen laufen wir einfach der Menschenmasse nach und suchen als erstes ein gemütliches Kaffee. Die Suche ist vergebens. Dafür finden wir den Lift zur Aussichtsplattform bei der Sphinx. Der Wunsch nach Kaffee ist bei dieser spektakulären Aussicht sofort vergessen. Die Temperaturen sind angenehm, es hat kaum Wind, so lässt es sich gut eine Weile draussen aushalten. Wir können sogar draussen unser Mittagssandwich geniessen und dabei die hochalpine Landschaft bestaunen.

Aussicht auf den Aletschgletscher Jungfraujoch

Aussicht auf den Aletschgletscher, ein Meer aus weiss.

Ein Traumpanorama!

Aussicht ins Mittelland vom Jungfraujoch

Aussicht ins Mittelland vom der Spinx Plattform auf dem Jungfraujoch. Wir sind on Top of Europe!

Die Plattform ist fast menschenleer. Das wird sich vermutlich heute noch ändern. Da es hier oben regelmässig geschneit hat, sind die Seitenwege schneebedeckt und unzugänglich. Auch die untere Aussichtsplattform ist geschlossen. Wir können uns aber gut vorstellen, dass in den Sommermonaten hier oben ein Gedränge herrscht. Also wir geniessen es sehr, dass nicht allzu viele Leute hier oben sind.

Jungfraujoch Sphinx

Die spektakuläre Sphinx auf dem Jungfraujoch. Noch ist es ruhig hier oben.

Unsere Kameras laufen heiss. Richtung Tal fotografieren, den Gletscher fotografieren… knips… knips… das gibt wieder viel zu viele Fotos auf der Speicherkarte. Aber wenn’s halt so schön ist!

Jungfraujoch Spazierweg

Kurzer Spaziergang auf dem Jungfraujoch mit herrlicher Weitsicht.

Jungfraujoch

Aussicht auf das Jungfraujoch und die Sphinx ganz oben.

Der Eispalast

Im Eispalast tauchen wir in eine andere Welt ein. Alles ist aus Eis, der Boden, die Wände, die Decken. Aber das ist ja klar inmitten des Gletschers. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Eis fühlt sich sehr glatt und fast schon weich an.

Tunnel im Eispalast

Menschenleerer Tunnel im Eispalast

Obwohl wir vorsichtig auf dem Eis gehen, ist es eigentlich gar nicht so rutschig wie erwartet. Unglaublich das Ganze!

Adler Eisskulptur im Eispalast

Im Eispalast stehen kunstvolle Skulpturen – und das inmitten des Gletschers.

Langsam wird es Zeit zurück zur Bahn zu gehen. Schliesslich liegt noch eine lange Zugfahrt vor uns. Und auch die Luft wird langsam immer dünner hier oben. Zumindest fühlt es sich für unsere Körper so an. Die Züge verkehren im Halbstundentakt und so machen wir uns gegen 15 Uhr auf den Weg zurück zur Kleinen Scheidegg. Mit uns im Zug sind sehr viele Asiaten, die von der wunderbaren Aussicht gar nichts mehr mitkriegen. Sie lassen die Köpfe hängen und dösen. Ist schon anstrengend für den Körper, wenn man sich an die Höhe nicht gewohnt ist.

Die Rigi – Unterschätzte Schönheit

Nach einem Jahr Australien sind verschneite Berge für uns eine wahre Augenweide. Wir lieben das Outback, die Weiten und trockene Landschaft. Wir lieben aber auch das Schweizer Bergpanorama.

Die Fahrt auf die Rigi im Herzen der Zentralschweiz haben wir uns auch schon lange vorgenommen und endlich können wir dies auch auf unserer Bucketlist abstreichen. Hat es sich gelohnt? Ja, und wie. Das Wetter ist sensationell, strahlend blauer Himmel und herrliche Weitsicht.

Aussicht ins Tal Rigi

Wir geniessen die Aussicht ins Tal von der Rigi oben.

Auf der Fahrt von der Ostschweiz nach Arth-Goldau geniessen wir die Aussicht bei dem Prachtswetter. Als wir mit dem Zug jedoch im Bahnhof einfahren, befinden wir uns unter der Nebeldecke. Das wird sich wohl bald wieder ändern.

Rigi Bahn

Rigi Bahn an der Station Rigi Kulm.

Ein kurzer Fussweg führt vom SBB Bahnhof Arth-Goldau zur Station Goldau, wo die Rigi Bahn bereit steht. Wir steigen in die Zahnradbahn und freuen uns schon auf die Aussicht von 1752 Metern über Meer. Keine 40 Minuten später erreichen wir die Endstation Rigi Kulm.

Es gibt natürlich auch andere Anreisemöglichkeiten als über Arth-Goldau, zum Beispiel von Weggis oder Vitznau aus. Beides lässt sich auch ideal mit einer Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee verbinden. Von Vitznau aus geht es mit der Rigi Bahn in einer guten halben Stunde bis zur Endstation Rigi Kulm. Wer gerne mit der Luftseilbahn über die Landschaft schwebt, kann von Weggis aus bis Rigi Kaltbad in der Schwebebahn fahren. Das letzte Stück kann man entweder zu Fuss bewältigen (ca. 2,5 Stunden) oder bequem mit der Rigi Bahn von Rigi Kaltbad bis zur Endstation Rigi Kulm fahren. Die Fahrt dauert nur gerade 17 Minuten.

Wichtige Information: Die Luftseilbahn Weggis-Rigi Kaltbad ist bis 30. April 2015 wegen Revisionsarbeiten ausser Betrieb.

Aussicht von der Rigi

Das Wetter ist perfekt für einen Ausflug auf die Rigi.

Die Rigi Bahn ist übrigens die erste Bergbahn Europas. Sie ist 1871 das erste Mal von Vitznau auf die Rigi gefahren. Auf einer Streckenlänge von 6975 Metern überwindet sie über 1300 Höhenmeter. Das ist ganz schön beachtlich.

Die Fahrt dauert von Arth-Goldau bis zur Endstation Rigi Kulm dauert knappe 40 Minuten und führt durch Wälder und herrliche Schneelandschaften. Auf der Strecke gibt es verschiedene Möglichkeiten auszusteigen. Wir fahren jedoch bis ganz hoch und steigen erst bei der Endstation Rigi Kulm aus. Die Verhältnisse auf den Wanderwegen sind schlecht, es ist sehr eisig. So entscheiden wir einfach die Aussicht zu geniessen.

Wegweiser Rigi Kulm

Die Wanderwege auf der Rigi eignen sich für jeden Fitnessgrad.

Es gibt auch eine kleine Bergkirche, die wir uns kurz anschauen.

Bergkirche auf der Rigi

Auf dem Rückweg zur Bahnstation kommen wir an dieser Bergkirche vorbei.

Im Rigi Kulm Hotel gönnen wir uns einen total überteuerten Automaten-Latte Macchiato. Unserer Meinung nach ist die tolle Aussicht der einzige Grund im Selbstbedienungsrestaurant des Rigi Kulm Hotels einzukehren. Ansonsten gibt es keinen Grund dazu. Wir entdecken dann aber gleich bei der Bahnstation ein gemütliches Plätzchen beim Kiosk. Es gibt zwar nur Festbänke, aber die Bedienung ist viel freundlicher und die Preise human. Und eine tolle Aussicht gibt es auch.

Fazit:

Die Jungfrauregion wie auch die Rigi würden wir nur zu gerne auch einmal im Sommer oder Herbst erleben. Es gibt viele Wandermöglichkeiten, die wir leider verpasst haben. Das werden wir aber irgendwann noch nachholen.

Weitere Informationen:

Auf www.jungfrau.ch findest du viele nützliche Informationen zur Jungfrauregion, Fahrpläne, Preise und Wanderrouten.

Tipps über die Rigi, Fahrpläne und Winter- und Sommeraktivitäten findest du auf www.rigi.ch.

Auf der Webseite von Schweiz Tourismus findest du ebenfalls sehr nützliche Informationen und Reiseinspiration.

 

Herzlichen Dank an Frau Bickel und Frau Roth von den Jungfraubahnen für die Unterstützung. Auf dem Jungfraujoch Top of Europe zu stehen, war ein gigantisches Erlebnis.

Ein Dank geht auch an Swiss Travel System, die es uns ermöglicht haben, einen Monat lang unsere Heimat intensiv zu entdecken.

 

Welche Bergregion in der Schweiz gefällt dir am besten? Wir freuen uns über jeden Tipp für unsere nächste Reise durch die schöne Schweiz.

4 Gedanken zu “Jungfraujoch Top of Europe und die Rigi

  1. Hallo und schönen Montag,

    sehr schöne Bilder wieder aber brrr Schnee, ne den mag ich nicht mehr 😉
    Der Eispalast wäre sehr interessant, witzig das es da nicht so rutschig ist, davon bin ich eher ausgegangen.
    Liebe Grüße Tanja

    • Hallo Tanja,

      Ja, den Schnee haben wir schon längst wieder hinter uns gelassen und ihn gegen die Tropen und das Meer eingetauscht.
      Das Leben und arbeiten am und im Meer mit tropischen Temperaturen und Sonnenschein gefällt uns einfach auch viel besser.

      Liebe Grüsse von der kleinen Insel Pulau Pef.

  2. Hallo ihr zwei,
    Touristen im eigenen Land sein – wunderschön! Und dann noch in so einem traumhaft schönen Land wie der Schweiz 🙂 Das Jungfraujoch haben wir Anfang Mai besucht. Leider war oben Nebel, der sich trotz Hoffen und Daumen drücken dann doch nicht verzogen hat. Aber die Fahrt hinauf und die Ausblicke kurz unterhalb des Gipfels waren einmalig!
    Wir wollen auf jeden Fall im Sommer noch einmal wiederkommen und einen Besuch in der Gegend zum Wandern nutzen.
    Viele Grüße
    anke

    • Liebe Anke

      Ja, Touristen im eigenen Land sein, ist was ganz spezielles. Wir lieben es ja in ferne Länder zu schweifen, und doch haben wir gemerkt, auch das Heimatland hat sehr viel zu bieten.

      Schade, dass ihr Nebel hattet auf dem Jungfraujoch. Nächstes Mal habt ihr dann bestimmt Glück. Gute Idee auch die Gegend zu bewandern. Das haben wir leider noch nicht gemacht, die Jungfrauregion muss superschön sein zum Wandern.

      Liebe Grüsse,
      Reni

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