Wie funktioniert der Grenzübertritt von der Mongolei nach Russland

Grenzübertritt von der Mongolei nach Russland

Am 3. September sind wir von Tsagaanuur in der Mongolei nach Tashanta in Russland gefahren. Der Grenzübertritt von der Mongolei nach Russland kann zeitaufwändig sein, schwer ist es jedoch nicht. Wer gut vorbereitet ist und alle Dokumente bereit hat, kann den Ablauf ein bisschen beschleunigen. Es ist aber auch abhängig davon, wie viele Fahrzeuge bereits vor der Grenze stehen und wie beschäftigt die Grenzbeamten sind.

In diesem Bericht beschreiben wir den Ablauf des Grenzübertritts von der Mongolei nach Russland mit dem eigenen Fahrzeug. Wir sind von Tsaganuur im Westen der Mongolei nach Tashanta in Russland über die Grenze. Die ersten Erfahrungen haben wir bei der Einreise ein paar Wochen zuvor beim Grenzübertritt von Russland in die Mongolei gesammelt. So wussten wir bereits, was auf uns zukommt, denn der Ablauf ist ähnlich.

Um Stress zu vermeiden, haben wir für den Grenzübertritt von der Mongolei nach Russland einen ganzen Tag eingerechnet. Am Vorabend haben wir alle nötigen Papiere bereit gelegt und sind zeitig zu Bett. Wir wussten, dass die Grenze um 9 Uhr öffnet und sind um 9:30 Uhr vor der Grenze gestanden. Das Tor war geschlossen und vor uns standen bereits neun Fahrzeuge, darunter ein Deutsches Paar mit ihrem Camper. Sie haben uns informiert, dass Fahrzeuge in 4er Gruppen Einlass erhalten. So heisst es einfach mal warten.

Insgesamt haben wir fünf Stunden gebraucht, um von der Mongolei auszureisen und nach Russland einzureisen. Was ist in diesen fünf Stunden passiert?

Ablauf Grenzübertritt von der Mongolei nach Russland

Öffnungszeiten: Grenze Tsaganuur/Tashanta ist geöffnet von Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr (Achtung, an Feiertagen sind oft die Grenzen geschlossen. Wenn das Nadaam Festival ansteht, ist die Grenze teils tagelang zu. Allgemein können die Öffnungszeiten jederzeit ändern.)

Mongolische Seite

1. Kurz vor dem Tor vom Mongolischen Zoll werden Strassentaxen einkassiert. Tugrik 6‘000 / CHF 2.30 / EUR 2. Achtung, oft werden Tugrik 10‘000 / CHF 3.80 / EUR 3.40 oder mehr verlangt. Auf der Quittung steht aber ganz klar der Betrag drauf. Wir haben auch Overlander getroffen, die keine Taxen zahlen mussten.

2. Der Zoll macht 9 Uhr vormittags auf. Wir stehen um 9:30 Uhr da. Vor uns sind 9 Fahrzeuge. Es werden bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig rein gelassen.

3. Während der Wartezeit legen wir beim Zollhäuschen neben dem Gate schon mal unsere Pässe vor. Diese werden flüchtig angeschaut und beim Blick auf die Visa (diese haben wir in Irkutsk beantragt und erhalten) heisst es, wir hätten die erlaubte Aufenthaltsdauer überzogen. Natürlich stimmt das nicht, denn wir haben die Verlängerung innerhalb der ersten Tage in Ulaanbaatar organisiert. Wir sagen dem Beamten, er soll mal eine Seite weiterblättern, wo er die Verlängerungen der Visa findet. Alles prima. Er nickt und verlangt unsere Fahrzeugregistrierung. Wir zeigen das Dokument, unser Kennzeichen wird auf einer Liste notiert und wir erhalten einen kleinen Zettel.

4. Um 10 Uhr werden wir rein gelassen.

5. Wir lassen das Fahrzeug stehen und gehen ins Gebäude. Marcel, als registrierter Fahrer, muss zuerst zum Schalter 1 mit dem kleinen Zettel, den Fahrzeugpapieren und dem Pass. Dann weiter zum Schalter 2, wo der kleine Zettel dreimal abgestempelt wird.

6. Das Fahrzeug wird kurz angeschaut. Quarantäne Inspektion. Es dauert keine 5 Minuten.

7. Der Mitfahrer kann direkt zur Passkontrolle. Der Fahrer anschliessend auch.

8. Wir stehen hinter einer grossen Gruppe Kasachen an. Nach weiteren 30 Minuten erhalten wir den Ausreisestempel. Es ist 11 Uhr. Wir dürfen losfahren.

Tschüss Mongolei. Schön war’s! Irgendwann kommen wir wieder

Zwischen der Grenze Tsagaanuur in der Mongolei und der Grenze Tashanta in Russland fährt man 25 km. In Foren haben wir gelesen, dies sein Niemandsland. Nach 5 km kommen wir jedoch bereits an ein Gate von Russland. Wir zeigen unseren Pass und werden durch gewunken.

Russische Seite

1. Wir erreichen die russische Grenze genau um 12 Uhr.

2. Im kleinen Büro beim Gate holen wir eine Einreise-/Ausreisekarte. Diese füllen wir gleich aus.

3. Wir werden kurz darauf rein gelassen. Wartezeit 1 Stunde.

4. Es erfolgt die Passkontrolle und wir erhalten den Einreisestempel. Die Einreisekarte wird behalten, die Ausreisekarte bleibt im Pass.

5. Fahrzeugkontrolle durch zwei Zollinspektoren. Sie nehmen es genau und wollen in all unsere Kästchen schauen. Kurzes Öffnen der Kästchen genügt. Es wird wieder nach der Medikamentenbox gefragt. Wir zeigen unser Verbandsmaterial und das genügt. Auch einen Blick in den Kühlschrank wird geworfen, aber nur flüchtig. Die Werkzeugbox müssen wir ebenfalls öffnen. Aber ein Blick in die Box und die Officer sind zufrieden. Auch die Fahrerkabine wird angeschaut. Da wird einfach nur kurz ein Blick ins Handschuhfach geworfen und zuletzt heisst es noch die Kühlerhaube öffnen. Marcel öffnet diese und auch da werfen die Beamten einen kurzen Blick rein. Jetzt heisst es, OK. Alles prima soweit.

6. Als nächstes folgt der Papierkram. Wir müssen ins Office für den temporären Import unseres Fahrzeuges. Der Fahrer muss im Doppel das Formular „Passenger Customs Declaration“ ausfüllen, wo die Einführ höherer Beträge von Devisen und Gepäck deklariert werden müssen. Vor uns werden bereits andere abgefertigt. So heisst es warten. Als wir an die Reihe kommen, verabschiedet sich die Beamtin. Sie hat Pause und informiert uns, dass ihr Kollege übernimmt. Wir müssen nun die Dokumente nochmals ausfüllen und zwar nicht das in Englisch übersetzte Dokument, sondern das in Russisch. Der Officer kommt nach 10 Minuten und bearbeitet unseren Fall. Es dauert eine weitere halbe Stunde.

Anmerkung: Um in Russland mit dem eigenen Fahrzeug zu fahren, benötigt man eine Haftpflichtversicherung. Wir haben diese bei unserer ersten Einreise in Wladiwostok gemacht. Bei der zweiten Einreise in Tashanta wollte niemand die Versicherung sehen. Allenfalls war diese Information bereits im System von Russland gespeichert.

7. Schlussendlich erhalten wir das Formular des temporären Imports unseres Fahrzeuges mit drei offiziellen Stempeln überreicht.

8. Wir sind fast am Ziel. Beim letzten Gate, wo wir nach Russland einreisen dürfen, müssen wir nochmals unseren Pass zeigen und das Dokument der Zollinspektion (TIP) vorweisen. Alles ist bestens und das Gate wird geöffnet.

Punkt 15 Uhr reisen wir in Russland ein.

WELCOME TO RUSSIA!

Wie lange dauert der Grenzübertritt von der Mongolei nach Russland?

Diese Frage kann man nicht generell beantworten. Bei uns hat die gesamte Abwicklung 5 Stunden gedauert. Wir haben von anderen Overlandern gehört, die nur 2 Stunden brauchten und andere wiederum 10 Stunden. Es kommt auf viele verschiedene Faktoren an. Unser Tipp, rechne einfach einen ganzen Tag für die Aus- und Einreise ein und sollte es schneller gehen, dann ist die Freude umso grösser.

Kosten für die Versicherung

Wir haben bei der ersten Einreise in Wladiwostok eine Haftpflichtversicherung für 3 Monate abgeschlossen. Die Versicherung kostete zwischen USD 100-150 für unseren Toyota LandCruiser Camper.

SIM Karte für Telefon und Internet

In Wladiwostok haben wir uns für die gesamte Zeit in Russland eine SIM-Karte von MTS und Datenpaket gekauft. 20GB pro Monat für 3 Monate inklusiv SIM-Karte hat rund CHF 25 gekostet. MTS ist eine gute Wahl für die Reise durch Russland. Wir waren mit der Abdeckung zufrieden.

Campen vor der Grenze

Zwischen Ölgi und Tsaganuur gibt es grosse Wiesen und Felder. Einen freien Stellplatz zu finden ist relativ einfach. Mehr über unsere Reise durch die Mongolei findest du in diesem Bericht: Roadtrip zu den schönsten Orten der Mongolei

Geld beziehen und bezahlen in der Mongolei

Wir reisen mit der kostenlosen Kreditkarte von DKB. In der Mongolei haben wir ohne Probleme an ATM’s Geld beziehen können. Wichtig ist, dass der Geldautomat für ausländische Karten zugelassen ist. Wo ein Sticker mit Visa und MasterCard auf dem ATM war, hat der Bezug geklappt. Gewisse Automaten haben ein Ausgabe-Limit pro Bezug.

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Mehr Informationen findest du in unserem Bericht: Mit der DKB Kreditkarte kostenlos Geld abheben im Ausland

Fazit

Wir haben den Grenzübertritt von der Mongolei nach Russland nicht schwierig empfunden. Es braucht Geduld, Zeit und etwas Vorbereitung. Es lohnt sich alle notwendigen Papiere bereit zu halten, sodass man nicht unnötig Zeit mit der Suche verliert. Den Ablauf auf Russischer Seite empfanden wir als professioneller und die Kontrolle war gründlicher. Im Allgemeinen haben wir die Grenzbeamten als freundlich und hilfsbereit empfunden.

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