Unsere alternative Route mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa

Mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa

Pläne sind dazu da geändert zu werden. Ja, wir sind in Südkorea. Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass wir mit unserem eigenen Fahrzeug in Südkorea gelandet sind? Südkorea ist sicher nicht gerade die populärste Reisedestination für Europäer. Schon gar nicht mit dem eigenen Fahrzeug. Auch für uns stand Südkorea nicht zu Oberst auf unserer Reisewunschliste. Wir kannten Südkorea eigentlich überhaupt nicht und haben uns auch nie mit diesem Land auseinander gesetzt. Wie ist es also dazu gekommen, dass wir unser Fahrzeug nach Südkorea verschifft haben? Und wie schaut unsere alternative Route für die Fahrt mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa aus?

Im April 2016 haben wir verkündet, dass wir einen Roadtrip um die Welt machen. Unsere Idee hat damals ganz anders ausgeschaut. Der Plan war nach Australien zu reisen, dort ein geeignetes Fahrzeug zu kaufen und damit nochmals ausgedehnt Australien zu erkunden. Soweit ist unser Plan aufgegangen. Dann wollten wir unser Fahrzeug nach Singapur oder Malaysia verschiffen und durch Südostasien und Zentralasien mit dem eigenen Fahrzeug zurück nach Europa fahren. Da liegt Südkorea eigentlich überhaupt nicht auf dem Weg. Wieso also sind wir nun plötzlich in Südkorea?

Unser Plan A für die Fahrt mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa

In der Schweiz haben wir einen Plan für unseren Roadtrip rund um die Welt aufgestellt. Wir wollten von der Schweiz nach Australien fliegen, dort ein geeignetes Fahrzeug kaufen und dieses für den Roadtrip um die Welt vorbereiten. Bis hierhin sind wir unserem Plan treu geblieben. Von Australien wollten wir nach Singapur oder Malaysia verschiffen. Von dort sollte es durch die Länder Malaysia, Thailand und Laos durch Südostasien gehen. Durch China hätten wir einen Guide benötigt, was wir aber in Kauf genommen hätten. Nach der Durchquerung von China sollte es weiter durch die Stan-Länder nach Europa gehen.

Der Plan für unseren Roadtrip um die Welt

Wieso wir den Plan für unseren Roadtrip von Australien nach Europa ändern

Wenn wir mit unserem eigenen Fahrzeug durch ein Land fahren wollen, benötigen wir nicht nur ein Visum für uns um dieses Land zu bereisen, sondern wir benötigen auch eine temporäre Einfuhrbewilligung für unser Fahrzeug. Die Anforderungen sind je nach Land, welches wir bereisen wollen, unterschiedlich. Dazu kommt, dass diese Gesetze und Richtlinien immer wieder mal ändern und teilweise auch unterschiedlich gehandhabt werden.

Thailand ist ein klassisches Beispiel für willkürliche Änderungen von Gesetzen und Richtlinien im Bereich Einreise- und Einfuhrbestimmungen. Bereits als wir als Tauchlehrer in Thailand gearbeitet haben, wurden wir damit konfrontiert. Gesetze wurden geändert und über Nacht sind Einreisebestimmungen drastisch verschärft worden. Bei unserer Planung unseres Overlanding Roadtrips war Thailand jedoch noch eines der Länder, welches uns am wenigsten Kopfschmerzen bereitet hat. Zum Zeitpunkt unserer Idee des Roadtrips um die Welt war es noch relativ einfach ein Visum zu erhalten. Auch eine temporäre Einfuhrbewilligung für das eigene Fahrzeug zu organisieren war nicht allzu schwierig.

Leider ist inzwischen aber gerade Thailand ein Stolperstein vieler Overland Reisenden geworden. Denn es ist mit dem eigenen Fahrzeug schwierig und vor allem auch sehr teuer geworden nach Thailand einzureisen. Am schlimmsten davon betroffen sind Fahrzeuge, welche offensichtlich zum Campen ausgerüstet sind. Inzwischen ist es auch so, dass man nicht mehr selbständig fahren kann, sondern einen Guide in Anspruch nehmen muss, der einem begleitet.

Unter diesen Umständen wollten wir nicht durch Thailand reisen. Wir wollen nicht von einem Guide abhängig sein, unflexibel sein, durch ein Land hetzten müssen und zudem noch sehr viel Geld dafür ausgeben. Die geplante Route durch Südostasien werfen wir über Bord. Wie schaut unser Plan B aus?

Wir müssen eine alternative Route für den Overland Trip von Australien nach Europa suchen

Eigentlich wollten wir ja von Australien auf dem Landweg durch Südostasien, Asien und Europa nach Südamerika. Wir könnten unser Fahrzeug auch einfach von Australien in die andere Himmelsrichtung direkt nach Südamerika verschiffen. Schnell merken wir aber, dass diese Seefahrtsroute nicht stark frequentiert ist und eine Verschiffung von Australien nach Südamerika sehr teuer wird. So haben wir diesen Plan sehr schnell wieder verworfen.

Welche Alternativen gibt es sonst noch, um von Australien nach Europa zu gelangen? Direkt von Australien nach Europa kommt für uns nicht in Frage. Das ist uns schlichtweg zu langweilig. Von Australien gibt es Schifffahrtsrouten nach Indien, China, Indonesien, Japan, Russland, Südkorea und noch andere. Indien wäre von der Saison her völlig falsch. Wir waren bereits einmal in Indien während der heissesten Zeit und das wollen wir nicht noch einmal erleben.

Nach China verschiffen ist auch nicht ganz so einfach, da man durch China nur mit einem Guide fahren kann und sich so eine Reise mit dem eigenen Fahrzeug stark verteuert. Wieso aber nicht nach Russland verschiffen und dann durch Russland nach Europa fahren. Das wäre eine gute Alternative um mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa zu gelangen.

Rasch finden wir Reedereien, die Frachtschiffe auf dieser Route betreiben. Auch Pläne für diese Schiffsverbindungen finden wir, und die Überfahrt dauert nur ein paar Wochen. Wir fragen einige Firmen an und erhalten Offerten. Wir sind erstaunt über die hohen Kosten von Verschiffungen von Australien nach Russland. Uns fällt auf, dass die meisten Verbindungen via Japan oder Südkorea gehen. Klar, von Japan und Korea werden sehr viele Fahrzeuge nach Australien verschifft, darum auch die Stopps an diesen Häfen.

Plan B nimmt Formen an – Alternativ Route mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa

Plötzlich fällt es uns wie Schuppen von den Augen. Ja, wieso nicht via Südkorea nach Russland. Wir könnten ja einfach bis nach Südkorea verschiffen und dann durch Südkorea reisen, bevor wir weiter nach Russland verschiffen. Von Südkorea gibt es nämlich eine Fähre nach Russland, welche regelmässig einmal in der Woche fährt. Diese ist zwar auch nicht ganz günstig, aber so hätten wir die Chance ein für uns völlig neues Land zu erkunden. Was gibt es denn in Südkorea überhaupt? Kann man da Campen? Kann man dort überhaupt mit dem eigenen Fahrzeug fahren?

Die alternative Overlander Route von Australien nach Europa via Südkorea und Russland

Zum Glück gibt es so viele Informationen auf dem Internet. Rasch finden wir heraus, dass es relativ einfach ist ein Fahrzeug temporär nach Südkorea zu importieren. Zudem ist Korea ein wunderschönes Land mit interessanter Kultur und spektakulärer Natur, vielen Nationalparks und auch Camping ist viel verbreiteter als wir gedacht hätten. Ist Korea das fehlende Puzzle-Teil unserer alternativen Route mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa?

Wir erhalten die Offerten für die Verschiffung von Australien nach Südkorea und siehe da. Die zweite Offerte die wir erhalten gefällt uns sehr gut, denn sie ist einiges günstiger als alles, was wir bis jetzt erhalten haben. Nun müssen wir nur noch das richtige Timing für die Verschiffung und unsere Reise durch Korea und Russland planen. Auch das ist sehr kritisch, denn wir müssen ja durch Sibirien fahren und da ist das richtige Timing überlebenswichtig, denn das Zeitfenster um durch Sibirien zu reisen ist relativ kurz.

Der Plan für die alternative Route mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa steht

Nach ein paar intensiven Planungstagen steht der Plan für unseren Roadtrip von Australien via Südkorea und Russland nach Europa. Wir haben die Termine abgestimmt, die Saison berücksichtigt, die maximalen Zeiten für unsere Visa in Südkorea und Russland sowie die maximale Dauer der temporären Importbewilligung für unser Fahrzeug abgestimmt. Zudem haben wir bei der Planung auch noch Geburtstage und Familienbesuche in der Schweiz berücksichtigt. Der Terminplan für die nächsten paar Monate steht.

Alternative Route mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa

Mitte März haben wir unser Fahrzeug in Australien verschifft. Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle hier in Seoul – wir waren voll beschäftigt mit organisieren der richtigen Dokumente, Versicherung, Importdokumente, Zollabfertigung, Frachtschiff, welches einfach eine Woche später als geplant ankommen soll, die Route geändert hat und plötzlich doch ein paar Tage früher als erwartet angekommen – ist die erste Etappe geschafft.

Wir haben unser Fahrzeug aus dem Zoll gekriegt und sind nun in Südkorea unterwegs. Alles ist neu. Die Kultur, die Schriftzeichen, die Sprache, das Fahren mit einem rechtsgesteuerten Fahrzeug auf der rechten Strassenseite, das Einkaufen und so vieles mehr. Aber genau das macht das Reisen ja so spannend. Wir freuen uns auf die vielen spannenden Momente in diesem unglaublich faszinierenden Land.

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Alternative Route mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa

Warst du auch schon mal mit dem eigenen Fahrzeug in einem fremden Land unterwegs? Welches waren für dich die grössten Herausforderungen auf den Strassen eines fremden Landes?

12 Gedanken zu “Unsere alternative Route mit dem eigenen Fahrzeug von Australien nach Europa

  1. Hallo zusammen.
    Das hört sich sehr spannend an. Hattet ihr keine Probleme mit dem Visum für Russland? Ich habe gehört, dass man das Visum nur in seinem Heimatland beantragen kann?!

    • Hallo Yvonne

      Ja, das stimmt. Wir haben unser Visum auch in der Schweiz beantragt. So haben wir das gleich mit Ferien in der Heimat verbunden.

      Liebe Grüsse,
      Reni

  2. Oh man, schade das es mit den Bestimmungen immer so schwierig sein muss. Sehr gute Freunde von mir haben genau aus diesem Grund ihre Weltreiseplanung mit dem eigenen Auto über Board geworfen und sind jetzt per Flugzeug und Rucksack unterwegs. Es ist einfach zu kompliziert, aufwendig und vorallem zu teuer. Schade, dass solche Gesetze, vorallem so sinnlose Bestimmungen, das (Welt-)Reisen mit dem eigenen Auto fast unmöglich macht, dabei sollte doch die Welt offen stehen für alle. Die Länder schaden sich am Ende selbst, wenn man überlegt, wie viel Geld man bei einer Durchquerung mit dem eigenen Auto im Land gelassen hätte und nun überhaupt nicht das Land bereist.
    Wir wünschen euch trotzdem eine super Reise mit Plan B 🙂
    Liebe Grüße

    • Ja, es ist wirklich schade, dass es statt einfacher immer schwieriger wird durch gewisse Länder zu reisen. Aber wir sind froh, diese Route gewählt zu haben. Südkorea ist ein sehr spannendes Land und so haben wir mit dem Plan B ganz neue Länder, die wir entdecken können. Es ist heutzutage einfach so, dass man sehr flexibel sein muss und sich an die Gesetzgebungen, die sich sehr schnell ändern können, anpassen muss. Trotz allem, das Reisen mach unglaublich viel Spass und die Welt hat so viel schönes zu bieten.

      Wir schicken liebe Grüsse in unser Herzensland 🙂

  3. Sehr schön, ich wünsche allzeit gute Fahrt. Ich bin einmal mit meinem T3 Syncro ein Jahr durch Australien und anschließend noch drei Monate durch Neuseeland gefahren. Hatte von Hamburg nach Sydney verschifft. Hatte was mit einem left hand drive auf der linken Seite zu fahren. 👍 🍀

    • Vielen Dank, Dirk. Neuseeland und Australien sind traumhafte Länder, um mit dem eigenen Fahrzeug zu bereisen.

      Das mit dem left hand drive können wir nachvollziehen. Wir haben grad das umgekehrte hier in Korea. Sind mit einem rechtsgesteuerten Fahrzeug in einem Land mit Rechtsverkehr unterwegs 😉

      Liebe Grüsse aus Südkorea

  4. Hoi Reni und Marcel

    Wow! Da steht euch ein wirklich spannender, herausfordernder Weg durch die Wälder Sibiriens auf der langen Reise zurück nach Europa bevor. Tipp: gegen die Mozzies in der Tundra hilft ein bestimmtes „Wässerchen“…

    Wir freuen uns auf eure spannenden Berichte und Bilder von einem Land , dass wir selber nur vom Hörensagen kennen… ok, im letzten Skilager gab es immerhin mal Borscht…

    Wir wünschen euch das beste und spätestens im nächsten Winter zu einem Fondue / Raclette bei uns!!!

    Grüessli
    Helen and Chris

    • Hoi Helen und Chris,

      Ui da werden wir uns aber grad umso mehr beeilen, wenn wir zu einem Fodue oder Raclette bei euch eingelanden sind.

      Wir hoffen ja sehr, dass man das Wässerchen gegen die Mozzies trinken und nicht einreiben muss. Es werden sicher noch die eine oder andere Herausforderung auf uns zukommen. Wir freuen uns aber sehr auf die Abenteuer und sind voll motiviert.

      Ganz liebe Grüsse von Jeonju in Korea,

      Marcel und Reni

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